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Kindheitserinnerungen an Sommer in Heiligendamm

Heiligendamm/Rostock Kindheitserinnerungen an Sommer in Heiligendamm

Der Hamburger Stammgast Harald Uhl (93) war 1924 zum ersten Mal in der Weißen Stadt am Meer

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Heiligendamm/Rostock. Harald Uhl war gerade ein Jahr alt, als er zum ersten Mal mit seinen Eltern und seinem Bruder die Sommerferien in Heiligendamm verbrachte. 1924 war das. Danach kam er immer wieder – bis zum Zweiten Weltkrieg und später dann gemeinsam mit seiner Frau Hannelore sofort nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze. Für ihr gerade erschienenes Buch „Sommerferien in Heiligendamm – eine Kindheitserinnerung“ haben die beiden jetzt die Erlebnisse aus der Zeit von 1924 bis 1938 aufgeschrieben.

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Der Hamburger Stammgast Harald Uhl (93) war 1924 zum ersten Mal in der Weißen Stadt am Meer

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Heiligendamm-Erinnerungen

Das Buch „Sommerferien in Heiligendamm – eine Kindheitserinnerung“ von Harald und Hannelore Uhl ist gerade erst erschienen und ist direkt im Grand Hotel erhältlich. Es kostet 15 Euro.

Der Erlös aus dem Verkauf soll auf Wunsch der Autoren der Nachwuchsförderung an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater zugute kommen.

Einer der Tage, die Harald Uhl nie vergessen wird, gehört in das Jahr 1936. Damals zählten Kronprinzessin Juliana Louise Emma Marie Wilhelmina der Niederlande und Bernhard Prinz zur Lippe-Biesterfeld zu den Gästen im Grand Hotel. Das frisch verlobte Paar war zum Familientreffen nach Mecklenburg gereist, schließlich war Großherzog Heinrich der Vater von Juliana. Urlaubskind Harald Uhl hatte schon den ganzen Nachmittag lang als Balljunge auf dem hoteleigenen Tennisplatz geholfen und den Prinzen beim Spiel dabei ehrfürchtig beobachtet. Später am Tag schlich sich der musikbegeisterte 13-Jährige dann ins Kurhaus – wie er es so oft tat, wenn dort nachmittags zum Tee oder abends zum Tanz aufgespielt wurde. Denn in den Pausen, hinter den Kulissen, ließen die Profis ihn ab und an ein paar Takte auf ihren Instrumenten spielen. Diesmal allerdings hatte Harald Uhl nur Augen für das junge Prinzenpaar. Seine jetzige Frau Hannelore erzählt: „Die beiden müssen unglaublich beeindruckend Tango getanzt haben. Mein Mann jedenfalls wurde schlagartig zu einem Fan des Adels, ohne so ganz genau zu wissen, was das eigentlich ist.“ Sein größtes Problem in den folgenden Tagen: Er konnte niemandem von seinen Erlebnissen erzählen, denn er war ja heimlich dort gewesen, hätte eigentlich längst schlafen sollen, als im Kurhaus der große Tanz begann.

Hoher Besuch war in jenen Jahren häufig in Deutschlands ältestem Seebad Heiligendamm. Die Pferderennen auf der Doberaner Rennbahn zogen Tausende Besucher an. Gäste aus der gehobenen Mecklenburger Gesellschaft aber auch aus dem europäischen Ausland kamen zum Tontaubenschießen und Golfen in die Weiße Stadt am Meer. Für sie standen Automobile, Segel- und Ruderboote zur Verfügung. Doch trotz alledem schrieb das Hotel schon seit langem rote Zahlen und 1939 schließlich wurde das Ostseebad Heiligendamm für Heereszwecke beschlagnahmt und zum Reservelazarett erklärt. Das vorläufige Ende der Familienurlaube in Heiligendamm Hannelore und Harald Uhl lebten später gemeinsam in Hamburg. Sobald die innerdeutsche Grenze geöffnet wurde, reisten sie an die Ostsee nach Heiligendamm, um sich dort umzusehen. Und seit das Grand Hotel saniert und wiedereröffnet wurde, kommen sie wieder mindestens einmal jährlich als Urlaubsgäste. Jetzt allerdings bevorzugen die beiden den Winter als Reisezeit, weil dann viele Konzerte stattfinden. Den Erlös ihres gemeinsamen Buches wollen die Uhls darum auch der Rostocker Hochschule für Musik und Theater stiften.

Katja Bülow

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