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Kita „Buchenkopf“ ist jetzt eine Notinsel

Groß Lüsewitz Kita „Buchenkopf“ ist jetzt eine Notinsel

In der Einrichtung in Groß Lüsewitz wird auch Nicht-Kita-Kindern geholfen

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Es ist unsere Aufgabe, Kinder stark zu machen. Valeska Jürß Kita-Leiterin

Groß Lüsewitz. Haustürschlüssel weg? Verlaufen? Angst? Oder einfach nur mal zur Toilette? Auf den alltäglichen Wegen gibt es für Kinder immer wieder Situationen, in denen es schwierig werden kann. Wo sich Erwachsene oft eher selbst zu helfen wissen, sind Kinder manchmal alleine überfordert. Gut, wenn sie dann wissen, wo sie spontan Hilfe bekommen. Zum Beispiel in der Kindertagesstätte „Buchenkopf“ in Groß Lüsewitz bei Sanitz. Seit Kurzem ist die Einrichtung eine sogenannte Kindernotinsel. Ein Aufkleber am Eingang signalisiert: Hier wird Jungen und Mädchen in Not ohne Probleme geholfen.

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In der Einrichtung in Groß Lüsewitz wird auch Nicht-Kita-Kindern geholfen

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„Bei einem Projekt zum Thema Sicherheit haben unsere Kinder gelernt, was eine Notinsel ist. Bei einem Elternabend entstand die Idee, dass auch unsere Kita eine Notinsel sein könnte“, erklärt Valeska Jürß, Leiterin der Kindertagesstätte. Ein Glück, dass Tilo Kaiser sein Kind in dieser Kita betreuen lässt. Der Hoteldirektor engagiert sich beim Kinderschutzbund für das Projekt Kinder-Notinsel. Über ihn wurden die Formalitäten geklärt. Seit Ende Januar klebt der Aufkleber mit den drei gezeichneten Kindern an der Außenwand.„Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kinder stark zu machen. Und weil wir uns sowieso um Kinder kümmern, liegt es nahe, unsere Tür auch für andere Kinder zu öffnen“, sagt Valeska Jürß. Viele Schulkinder würden an der Kita zur Bahnstation vorbeigehen. Direkt vor der Tür steht ein Kinderspielplatz. Ein guter Standort also. „Und auch für unsere Kita-Kinder setzen wir das Signal, hilfsbereit zu sein“, erklärt Jürß den pädagogischen Wert.

Die Kita ist der erste Partner des Projekts außerhalb der Hansestadt Rostock. Etwa 60 Partner mit rund 120 Standorten gibt es. „Es ist gut, solche Notinseln auch auf dem Land zu haben. In den Dörfern gibt es oftmals wenige Anlaufpunkte wie Läden oder Restaurants“, sagt Guido Eicher. Der Gastronom aus Warnemünde kümmert sich beim Kinderschutzbund ehrenamtlich um das Projekt Notinsel, das 2002 von der Stiftung Hänsel und Gretel ins Leben gerufen worden ist (siehe Infokasten). In Mecklenburg-Vorpommern gibt es allerdings nur in Rostock Notinseln. „Man braucht immer einen Träger und einen Schirmherren. Außerdem ist das Projekt landesweit noch nicht so bekannt“, nennt Guido Eicher zwei Gründe, warum Kindernotinseln in MV nicht so weit verbreitet sind.

„Das Schöne ist, es kostet die Partner nichts, ist unbürokratisch und fast jeder kann mitmachen.“ Für das Material, also Aufkleber, Handzettel und Werbe- sowie Infoflyer, zahlt der Träger an die Stiftung Hänsel und Gretel. Beim Kinderschutzbund Rostock seien das laut Eicher etwa 2500 Euro jährlich, finanziert durch Spenden.

Die Zahl der Notfälle halte sich laut Eicher glücklicherweise in Grenzen – zumeist gehe es um verlorene Schlüssel oder Kinder, die sich verlaufen haben. „Aber die Kinder sollen wissen: Da kann ich hingehen, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin.“

Einige Voraussetzungen gibt es: Es sollte sich um eine Einrichtung mit Publikumsverkehr handeln, gefragt sind also Geschäfte, Restaurants, aber auch die Sparkasse und die Arbeitsagentur sind beispielsweise Partner. Die Notinsel sollte ebenerdig und nicht in einem Hinterhof liegen und regelmäßige Öffnungszeiten haben. Mindestens zwei Erwachsene sollten vor Ort sein. Und: „Privatleute können nicht mitmachen, auch wenn die Absicht gut ist, das wäre zu kritisch“, so Eicher. Die Mitarbeiter an den Standorten bekommen Handlungsanweisungen und Notfallnummern. „Aber alles, was die Hilfe ausmacht, sagt einem eigentlich auch schon der gesunde Menschenverstand.“

18500 Standorte

Notinsel ist ein Netzwerk von Geschäften und Läden, in denen Kinder bei Gefahr Zuflucht finden. Deutschlandweit gibt es knapp 18500 Notinseln, vor allem in Süd- und Mitteldeutschland. Die Anlaufpunkte sind erkennbar durch das einheitliche Zeichen an der Eingangstür, auf dem drei Kinder stilisiert abgebildet sind mit dem Motto „Wo wir sind, bist Du sicher“.

Das Projekt wurde von der Stiftung Hänsel und Gretel im Jahr 2002 in Karlsruhe gestartet.

Mehr im Internet:

www.kinderschutzbund-rostock.de oder www.notinsel.de

Robert Niemeyer

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