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Klare Sache: Tradi bleibt in Schmarl

Stadtmitte Klare Sache: Tradi bleibt in Schmarl

Parallel zur Bundestagswahl fand ein Bürgerentscheid statt. Die Rostocker stimmten darüber ab, ob das Traditionsschiff in den Stadthafen soll. Die Antwort ist Nein.

Stadtmitte. Das Votum ist eindeutig: Das Traditionsschiff bleibt im Iga-Park in Schmarl. Das entschied gestern eine deutliche Mehrheit der Rostocker. 57,4 Prozent beantworteten die Frage, ob das Schiff in den Stadthafen soll mit Nein. 42,6 Prozent sprachen sich für die Verlegung aus (Stand 161 von 162 Stimmbezirken). Gut 174000 Rostocker ab 16 Jahren durften abstimmen, 69,8 Prozent beteiligten sich am Bürgerentscheid.

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Parallel zur Bundestagswahl fand ein Bürgerentscheid statt. Die Rostocker stimmten darüber ab, ob das Traditionsschiff in den Stadthafen soll. Die Antwort ist Nein.

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Schon als die ersten Wahlbezirke ausgezählt werden, zeichnet sich die Tendenz ab. Maik Graske und Annegret Methling von der UFR stehen vor der Leinwand im Rathaus und können die Enttäuschung nicht verbergen. Das Wählerbündnis hatte sich nicht nur in den vergangenen Wochen für den Standort Stadthafen stark gemacht, sondern schon vor Jahren Unterschriften für die Verholung gesammelt. „Das Ergebnis müssen wir akzeptieren“, sagt Graske. Dem Argument, dass das Tradi in den Stadthafen gehört und nur dort die Besucher in großer Menge kämen, folgten die Rostocker offenbar nicht. „Eine weise Entscheidung“, sagt der grüne Bundestagskandidat Uwe Flachsmeyer bei einem kurzen Abstecher ins Rathaus.

Vertreter des Maritimen Rats, die mit einer großen Kampagne für die Verlegung in den Stadthafen geworben hatten, sind im Rathaus nicht auszumachen. Enttäuscht ist Oberbürgermeister Roland Methling (UFR), der nie einen Zweifel daran gelassen hatte, wo das Schiff liegen soll. Es gebe gewichtige Argumente. Aber: „Die Entscheidung ist zu akzeptieren.“ Jetzt müsse der Stadthafen ohne und der Iga-Park mit Traditionsschiff entwickelt werden. „Darüber müssen wir uns in den nächsten Wochen verständigen.“

Die SPD habe von Anfang an klar und deutlich für einen Verbleib des Tradis im Nordwesten geworben, sagt der Kreisvorsitzende Julian Barlen. Nun gelte es, umgehend beide Standorte, den Iga-Park und den Stadthafen, im Interesse der Bürger zu entwickeln. „Die Tradi-Frage ist geklärt, die gesparten Millionen können einer besseren Verwendung zugeführt werden.“

Für den Stadthafen hat Methling klare Vorstellungen. Nach wie vor sieht er dort ein maritimes Erlebniszentrum, eventuell das archäologische Landesmuseum und eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer nach Gehlsdorf. „Eine maritime Meile beginnt an der Mühlendammschleuse und endet in Warnemünde. Dass ist unsere Aufgabe“, erklärt Bürgerschaftsmitglied Helge Bothur (Linke). Von der Iga-Aufsichtsratschefin Karina Jens (CDU) erwartet OB Roland Methling nun Ideen für die Weiterentwicklung des Parks, ein Konzept kennt er bisher nicht.

2013 wurde ein Entwicklungskonzept vorgelegt, das die Bürgerschaft absegnet, erklärt dagegen Sybille Bachmann (Rostocker Bund). „Bürger und Bürgerschaft haben gleich entschieden.“ Der Oberbürgermeister müsse endlich die Entwicklung beider Standorte vorantreiben, Blockaden müssten aufgehoben werden. „Wir gehen davon aus, dass das Entwicklungskonzept umgesetzt wird“, sagt Iga-Aufsichtsratschefin Karina Jens. „Wir müssen den Faden wieder aufnehmen, da ist Zeit verloren gegangen.“ Das Konzept sieht beispielsweise den Bau eines „Marineums“ für maritime Geschichte und die Schaffung von zusätzlichen Attraktionen im Iga-Park vor.

In der überwiegenden Zahl der Stimmbezirke siegt das Nein-Lager, vor allem im Nordosten und bei den Briefwählern liegt das Pro Stadthafen-Lager vorn. Als sich die „Tradi bleibt“-Kampagne gemeldet hat, hatten viele schon ihre Stimme abgegeben, vermutet Sybille Bachmann. Für die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Volksabstimmung hatte die Rostocker SPD eigens die Facebook-Kampagne @tradibleibt ins Leben gerufen. „Wir haben uns nicht versteckt und gegen eine Übermacht an Großflächen, Plakaten und Werbung pro Verlegung mit unserer klaren Position inhaltlich überzeugen können“, sagt Stefan Posselt als einer der Initiatoren.

Thomas Niebuhr

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Rostock
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