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Kleingärtner beklagen: zu spät gehört und wenig Mitsprache

GRAAL-MÜRITZ Kleingärtner beklagen: zu spät gehört und wenig Mitsprache

Der Kreisverband der Gartenfreunde Rostock-Land bemängelt, dass sie bei Diskussionen um Flächenänderungen kaum berücksichtigt werden

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Die beiden Vorsitzenden Gerhard Brackniß (65, v. l.) und Klaus Lange (68) sowie Geschäftsführer Andreas Matzke (60) zeigen die Karte mit den aufgelisteten Gartenvereinen im Gebiet des Kreisverbandes der Gartenfreunde Rostock-Land.

Quelle: Fotos: Mathias Otto, Frank Söllner

Graal-Müritz. Sie haben viele Mitglieder, sie haben kaum Leerstand in den Anlagen und dennoch können sich die Verantwortlichen vom Kreisverband der Gartenfreunde Rostock-Land nicht freuen. Bei großen Entscheidungen sei ihre Meinung erst zum Schluss gefragt. Meist würden sie große Veränderungen, etwa durch neue Flächennutzungs- und Bebauungspläne, erst kurz vorher oder zu spät mitbekommen. „Meist haben wir dann kaum noch die Möglichkeit einzugreifen und unsere Sicht der Dinge zu erklären“, sagt Gerhard Brackniß (65), 1. Vorsitzender des Verbandes. Er wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Ämtern im Rostocker Umland.

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Der Kreisverband der Gartenfreunde Rostock-Land bemängelt, dass sie bei Diskussionen um Flächenänderungen kaum berücksichtigt werden

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Erst kürzlich mussten Kleingärtner aus zwei Anlagen in Sievershagen ihre Tasche packen, weil dort eine Anlage für „Altersgerechtes Wohnen“ entsteht. „Erst auf einer Einwohnerversammlung haben wir damals von diesem Vorschlag erfahren“, meint Gerhard Brackniß. Zu kurz war für ihn die Zeit, sich alle Akten anzusehen. Konkret gibt es aktuell drei Fälle, die dem Kreisverband nicht gefallen. In Kritzmow, Dummerstorf und Elmenhorst stehen durch Änderungen der Bebauungs- und Flächennutzungspläne insgesamt vier Gartenanlagen vor dem Aus. „Das betrifft insgesamt 100 Parzellen, die uns dadurch wegbrechen würden“, erklärt Geschäftsführer Andreas Matzke (60).

Im gesamten Kreisgebiet verfügt der Verband noch über rund 2400 Parzellen in 68 Vereinen. Dieser befürchtet nun, dass dies erst der Anfang ist und weitere Anlagen folgen. Weil freie Flächen für neue Wohngebiete im Rostocker Umland benötigt würden. Schon viele Gemeinden haben betont, dass sie kaum noch Platz für neue Baugebiete haben. Für den Kreisverband ist es nun wichtig, dass er künftig bei derartigen Fällen mit am Entscheidungstisch sitzt. Für Gerhard Brachniß sind die Mitglieder vom Verband dieLetzten, die einer vernünftigen Diskussion aus dem Weg gehen. „Vielleicht lassen sich für Flächennutzungspläne auch simple Lösungen finden, die schnell erarbeitet werden können“, sagt er.

Mit den Mitarbeitern vom Amt Rostocker Heide laufe die Zusammenarbeit laut Andreas Matzke gut. „Alle Informationen, die wir benötigen, bekommen wir auch schnell mitgeteilt“, sagt er. Von den anderen Ämtern und Gemeinden wünscht er sich eine ähnlich gute Zusammenarbeit. „Auch wenn es pro Jahr nur ein bis zwei Vereine betrifft, auf Dauer könnte es schmerzlich für unsere Existenz sein“, so Gerhard Brackniß.

Trotz des Wegfalls einiger Vereine habe sich der Kreisverband in den vergangenen Jahrzehnten gut entwickelt. Der Vorsitzende spricht von einem aktuellen Leerstand von zwei Prozent. Das betrifft also Parzellen, die über einen längeren Zeitraum nicht bewirtschaftet werden. „Größere Vereine mussten seit der Wendezeit nicht schließen. Viele Pächter haben schon seit mehreren Jahrzehnten ihren Garten“, erklärt der Geschäftsführer.

Klaus Lange (68), 2. Vorsitzender des Verbandes, berichtet von Hobbygärtnern, die schon 80 Jahre alt oder sogar älter sind. Laut Bundeskleingartengesetz muss jede Gartenanlage eine Drittel-Nutzung vorweisen können. Also die Anlage muss sich aufteilen in Gartenerzeugnisse, Zierpflanzen/Gräser und bauliche Anlagen. In vielen Anlagen im Verbandsgebiet wurden schon Seniorengärten angelegt. „Das heißt, bei ihnen fällt dann die Drittel-Teilung weg. Sie können so viel anlegen, wie sie sich selbst noch zutrauen. Diese Seniorengärten werden gut genutzt“, sagt Klaus Lange.

Fast 2400 Parzellen

Der Kreisverband ist ein gemeinnütziger Verein und wird vertreten durch seinen geschäftsführenden Vorstand. Er ist tätig in den Bereichen der Ämter Carbäk, Rostocker Heide, Warnow- West, Großgemeinde Dummerstorf, Tessin Land sowie der Gemeinde Sanitz, der Stadt Tessin und des Ostseebads Graal-Müritz.

68 Kleingartenvereine zählen zu den Mitgliedern. Das sind ingesamt fast 2400 Parzellen. Das Durchschnittsalter der Hobbygärtner im Verbandsgebiet liegt bei 58.

Mathias Otto

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