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Kleingärtner wehren sich gegen Rassismus-Vorwurf

Stadtmitte Kleingärtner wehren sich gegen Rassismus-Vorwurf

Politikerin Nailia Ritter unterstellt Kleingarten-Chef Seifert, ein Rechter zu sein / Nun gibt es Gegenwind aus den Parzellen

Stadtmitte. Ein Aufschrei geht durch die 15000 Parzellen in der Hansestadt: Einen Tag nach den massiven Rassismus-Vorwürfen der Bürgerschaftsabgeordneten Nailia Ritter (Linken) gegen führende Mitglieder des Kleingarten-Verbandes stellen sich die Hobbygärtner geschlossen vor ihren Verbandschef Christian Seifert. Auch in der Bürgerschaft sorgen die Anschuldigungen für Aufregung: Ritter soll für ihre Unterstellungen Beweise vorlegen – oder zurücktreten. Das fordern SPD und CDU.

 

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Auslöser des Ärgers, so jedenfalls stellt es Seifert dar, ist ein Streit um angeblich nicht bezahlte Rechnungen. Ritter schulde zwei KleingartenVereinen insgesamt 800 Euro. Die Linken-Politikerin unterstellte Seifert daraufhin Rassismus. Er wolle die Kleingärten in Rostock von Migranten säubern. Doch nun bekommt Ritter mächtig Gegenwind von den Kleingärtnern: „Seifert ist mit Sicherheit kein Rechter. Im Gegenteil: Er versucht alles, um Migranten und Flüchtlinge in unsere Vereine zu holen“, sagt Jürgen Fischer, Vorstand der Verbraucherzentrale MV und selbst Kleingärtner. Bernd Weichmann, Vorsitzender des Kleingarten-Vereins „Weiße Rose“, schimpft: „Wir lassen uns von Frau Ritter nicht in die rechte Ecke stellen. Jeder, der Freude am eigenen Garten und am Miteinander hat, ist bei uns willkommen. Hautfarbe, Herkunft oder Religion spielen keine Rolle bei uns.“ Natalia K. hat einen Kleingarten in der Anlage „Am Moor“, in der Seifert selbst Vereinschef ist. „Ich bin Migrantin. Ich komme aus der Ukraine. Christian Seifert ist sicher kein Rassist. Er ist hilfsbereit, hat ein offenes Ohr für alle.“

Die Anschuldigungen gegen die Kleingärtner seien eine Frechheit, sagt Hans-Peter Kolz, Vorsitzender des Vereins „Dahlie“. So etwas habe er noch nie erlebt. Politikerin Ritter hätte sich Schulden stunden lassen können, sagt Marion Furmanek, Vorsitzende des Vereins „Sonnenschein I“. „Wir finden dann immer einen Konsens. Aber wenn jemand sich so querstellt, dann muss er gehen.“

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Mucha – er hat sich durch seinen Kampf gegen rechte Demos in Groß Klein einen Namen gemacht – verteidigt Seifert: „Die Vorwürfe sind absurd und unhaltbar. Die Linke muss sich mit dieser Sache befassen – und sie muss Konsequenzen ziehen.“ Die SPD-Fraktion in der Bürgerschaft fordert bereits unwiderlegbare Beweise von Ritter für ihre Vorwürfe – oder ihren Rücktritt. CDU-Chef Daniel Peters bezeichnet die Rassismus- Unterstellungen als „abartig“: „Offenbar will sie mit der Rassismus-Keule von eigenen Verfehlungen ablenken.“

Linken-Chefin Eva-Maria Kröger kündigte indes an, das Gespräch mit Ritter suchen zu wollen. „Wir betrachten die Ereignisse mit Sorge und wir wollen Klarheit.“ Andreas Meyer

OZ

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