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Kommt der Sauna-Spanner ohne Strafe davon?

Warnemünde Kommt der Sauna-Spanner ohne Strafe davon?

40-Jähriger filmte heimlich in Warnemünder Erlebnisbad: Doch in ähnlichen Fällen wurden die Täter nicht verurteilt

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Der Sauna- Spanner von Warnemünde sorgt in Rostock für jede Menge Aufsehen.

Quelle: Foto: Söllner

Warnemünde. Seine Tat sorgt nach wie vor für Entsetzen: Ein Rostocker hat vermutlich über Wochen hinweg heimlich nackte Männer, Frauen und Kinder im öffentlichen Wellness Bereich des Warnemünder Aja-Resorts mit versteckten Kameras gefilmt – und er könnte dafür möglicherweise sogar ohne Strafe davonkommen. Das jedenfalls sagt die Rostocker Staatsanwaltschaft und beruft sich auf frühere Gerichtsurteile in ähnlichen Fällen.

Die Ermittler waren dem 40 Jahre alten Verdächtigen nach dem Hinweis zweier junger Frauen auf die Spur gekommen: Die Sauna-Gäste aus Lübz hatten am Sonntag im Umkleide-Bereich des „Seebades“ eine Mini-Kamera entdeckt, mit nach Hause genommen und Anzeige erstattet. Am Donnerstag dann flog der Spanner auf: Mitarbeiter des Erlebnisbades entdeckten eine weitere Kamera und beobachteten den Stammgast. Die Polizei rückte an, nahm den Mann zu Vernehmungen mit auf das Revier. „Er kooperiert umfänglich mit den Ermittlern“, sagt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwaltschaft. So habe der Mann unter anderem gestattet, dass seine Wohnung durchsucht wird. „Wir haben dabei Computer, Speichermedien und Kameras mitgenommen. Die werden nun ausgewertet“, so Nowack. Auf einen formalen Durchsuchungsbeschluss konnten die Staatsanwälte verzichten, weil der Mann selbst sein Einverständnis gegeben hatte. „Er hat bisher angegeben, dass er die Aufnahmen nur für den privaten Gebrauch gemacht hat. Er habe die Videos nicht verkauft und auch nicht im Internet hochgeladen“, so Nowack. Die Ermittler wollen das aber nochmals gegenprüfen.

Spannend sei zudem die Frage, ob auch nackte Kinder zu sehen seien: „Das ist für eine mögliche Anklage relevant“, sagt Nowack. Sollten ausschließlich Erwachsene gefilmt worden sein, könnte der Mann sogar ohne eine Strafe davon kommen: „Es gibt richterliche Entscheidungen, dass solche Aufnahmen nicht strafbar sind. Zuletzt hat das Oberlandesgericht Koblenz im Jahr 2009 so geurteilt“, erklärt der Staatsanwalt. Begründung des Urteils: „Der für zahlende Besucher öffentliche Sauna-Bereich eines Schwimmbades sei kein besonders geschützter Raum. Die entsprechenden Gesetze würden primär für die eigenen vier Wände gelten.“ Wenn der 40-Jährige die Aufnahmen nicht veröffentlicht hat, dürften auch Zivilklagen kaum Aussicht auf Erfolg haben. Andreas Meyer

OZ

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