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Kommt nicht in die Tüte: Rostocker verzichten auf Plastik

Stadtmitte Kommt nicht in die Tüte: Rostocker verzichten auf Plastik

In den Geschäften von rund 30 Unternehmen werden Wegwerf-Beutel nur noch gegen Bezahlung herausgegeben / Viele Kunden nutzen bereits Alternativen

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Papier statt Plastik: Julia Hattendorf lässt sich von Katharina Brockmann von Strobel-Baltic eine Papiertüte für den Einkauf geben.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Schon zwei Monate vor dem offiziellen Start haben Händler in Rostock auf die Bezahltüte umgestellt. In vielen Geschäften der Hansestadt können Kunden daher nur noch gegen Bezahlung eine Tüte aus Plastik erhalten. „Mit dem Wechsel zeigen wir, dass wir bereit sind, gemeinsam mit dem Verbraucher dafür zu sorgen, dass noch weniger Plastik in den Umlauf kommt“, sagt Kay-Uwe Teetz vom Handelsverband Nord. Wie teuer die Tüte sein soll, entscheide jeder Händler selbst.

 

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Ich begrüße die Umstellung, weil das die Umwelt weniger belastet. Meine Frau und ich haben meist eine Tüte dabei.“Ernst Werner (81), Teterow

Freiwillig statt gesetzlich

260 Unternehmen verpflichten sich freiwillig, Tragetaschen nicht mehr kostenlos zu verteilen.

Hintergrund ist eine Einigung zwischen der Bundesregierung und dem Handelsverband. Damit sollte eine gesetzliche Auflage verhindert werden.

Rund 60 Prozent der Tüten im Einzelhandel müssen nun bezahlt werden. In zwei Jahren sollen es 80 Prozent sein.

In Rostock wird es in Geschäften von rund 30 Unternehmen spätestens ab dem 1. Juli keine kostenlose Plastiktüten mehr geben. Unter anderen haben sich „Strandgut“ in Warnemünde, der Spielzeugladen Wupatki und die Firma Strobel-Baltic freiwillig dazu verpflichtet.

Die Filialen des Textilhändlers haben schon einen Monat Vorlauf. Seit dem 1. April bekommen Kunden in den Geschäften von Strobel-Baltic nur Papiertüten kostenlos — herkömmliche Beutel kosten 20 Cent. „Wir haben ein nachhaltiges Angebot, da passt es nicht, einfach eine nicht-nachhaltige Tüte herauszugeben“, sagt Geschäftsführer Michael Strobel. Der Wechsel würde daher dem Konzept seines Geschäfts entsprechen.

Gestern hat auch Galeria Kaufhof umgestellt. „Die Anzahl der herausgegebenen Tüten ist schon am ersten Tag deutlich gesunken“, erklärt Geschäftsführer Johannes Hülsmann. Kunden müssen nun zehn Cent für die kleine und zwanzig Cent für die große Tüte zahlen.

„Die Grundidee ist es, das Geld der Tütenabgabe zu spenden und etwas Gutes zu tun“, so Teetz. Dies bleibt jedoch den Unternehmern überlassen. Galeria Kaufhof prüfe derzeit die Zusammenarbeit mit Organisationen, die sich für den Meeresschutz engagieren. „Für wen wir spenden, wird noch abgestimmt“, sagt Hülsmann. Dann wolle man das Geld bundesweit bündeln, um gemeinsam einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Das kommt bei den Rostockern gut an. „Der Umwelt zu liebe nutze ich sowieso meine haltbare Tragetasche“, sagt Gabriele Lange aus Reutershagen. Wenn sie doch einmal die Plastiktüte kauft, wird diese nicht sofort entsorgt. „Ich geh damit wieder einkaufen oder nutze sie als Mülltüte.“ Auch Sonja Lau aus Stadtweide nutzt lieber den Platz in ihrer Handtasche als den Wegwerf-Beutel. „Eigentlich sollte die Tüte ganz abgeschafft werden“, betont die 60-Jährige. Die Abgabe in Verbindung mit der Spende sei jedoch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Dem stimmt Markus Brost, Vorsitzender des BUND Rostock, zu: „Es wurden unheimlich viele Plastiktüten bedenkenlos ausgegeben.“ Nun würden sie wieder mehr Beachtung bekommen. „Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber viele kleine Veränderungen machen doch einen Unterschied“, so Brost. Auch das bedenkenlose Wegwerfen würde dadurch vermindert. „Wie bei der Einführung des Pfands gibt es dann vielleicht auch nicht mehr so viel Müll in der Stadt.“

Von Johanna Hegermann

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