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Kraftwerk: Betreiber will Abgase nicht freiwillig reduzieren

Stadtmitte Kraftwerk: Betreiber will Abgase nicht freiwillig reduzieren

Die Bürgerschaft blitzt mit Umwelt-Offensive ab: Noch strengere Grenzwerte würden Betrieb gefährden, heißt es seitens der KNG

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Kraftwerksbetreiber lehnt Senkung von Abgasausstoß ab

Das mit Steinkohle betriebene Kraftwerk Rostock ist seit 1994 im Einsatz.

Quelle: Jens Büttner

Stadtmitte. Die Rostocker Kraftwerksgesellschaft KNG lehnt freiwillige Maßnahmen zur Senkung des Schadstoffausstoßes im Steinkohlekraftwerk ab. Das geht aus einem Brief an die Stadt hervor. Damit ist die Grünen-Fraktion in der Bürgerschaft gescheitert, die eine Reduzierung der Emissionen gefordert hatte.

Die gesetzlichen Grenzwerte würden beim Steinkohlekraftwerk eingehalten und zum Teil erheblich unterschritten, heißt es in einem Schreiben vom Landes-Energieministerium. Bei der letzten Messung am 22. Dezember 2015 sei ein maximaler Messwert von 4,6 Mikrogramm pro Kubikmeter festgestellt worden. Ab 2019 muss für das Kraftwerk der Jahresmittelwert unterhalb von zehn Mikrogramm liegen. Bisher waren es 15 Mikrogramm. Damit liegt der Messwert nur noch halb so hoch wie künftig vom Gesetzgeber gefordert. Die KNG sieht den wirtschaftlichen Betrieb in Gefahr, wenn Grenzwerte verschärft würden.

„Sollte die Anlage – insbesondere in der Folge weiterer kostenintensiver technischer Nachrüstungen – wirtschaftlich begründet noch eingeschränkter oder gar nicht mehr zu betreiben sein, so bestünde die große Gefahr, dass der benötigte Strom aus deutlich ,schlechteren’ Anlagen ersetzt würde“, äußert sich die KNG in dem Brief an die Stadt. Dies könnten beispielsweise Kohle- oder Kernkraftwerke aus dem Ausland sein.

Mit ihrer Forderung hatten die Grünen eine Debatte um die Zukunft des Rostocker Kraftwerkes entfacht. Sie forderten in einem Antrag, dass sich Bund, Land und Rathaus dafür starkmachen sollen, dass die Anlage im Seehafen weniger Quecksilber und Arsen ausstößt. Nun liegen die Antwortschreiben vor. Bund und Land setzen sich für eine Verschärfung der Grenzwerte, unter anderem dieser beiden Stoffe, ein. Noch brauche das Land aber das Kraftwerk – damit gewährleistet sei, dass jederzeit genügend Strom im Netz ist.

„Positiv ist, dass Grenzwerte beim Quecksilber unterschritten werden. Dass da deutlich mehr möglich ist, zeigt, dass in den USA zukünftig ein Grenzwert von einem Mikrogramm Quecksilber pro Normkubikmeter Abluft gilt, also deutlich weniger als in Deutschland und als im Kraftwerk erreicht“, sagt Grünen-Fraktionschef Uwe Flachsmeyer. Aber: „Auch geringe Grenzwerte bedeuten trotzdem, dass durch das Kraftwerk gesundheitsschädliche Gifte emittiert werden.“ Bei rund zehn Millionen Tonnen CO2-Ausstoß im Land trage das Kraftwerk erheblich zur Belastung bei.

Mathias Otto

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