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Kreiswehrführer warnt vor Mitgliederschwund

Laage Kreiswehrführer warnt vor Mitgliederschwund

Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sei in Gefahr, wenn Negativ-Trend nicht gestoppt werde / Verband tagt erstmals im Flughafen Laage / Zu viele Fehleinsätze durch Brandmelder

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Rund 300 Feuerwehr-Mitglieder und Gäste aus Politik sowie Ämtern kamen zur Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerverbandes ins Terminalgebäude des Flughafens Rostock-Laage.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Laage. Kreiswehrführer Mayk Tessin hat auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am Sonnabend vor weiter sinkenden Mitgliederzahlen gewarnt. „Die Zahl der Einsatzkräfte sank zuletzt um 56 Mitglieder, somit setzt sich der negative Trend leider fort“, sagte Tessin. Zwar sei die Zahl in den Jugendwehren um 51 gestiegen, doch ob der Nachwuchs das Ehrenamt später auch ausführt, sei nicht abzusehen. Tessin appellierte, mit den Einwohnern zu sprechen „und deutlich zu machen, dass, wenn die Feuerwehr aufgrund von Mitgliedermangel nicht mehr einsatzfähig ist, auch keine rechtzeitige Hilfe geleistet werden kann“. Er betonte: „Wir Feuerwehren sind für Teile der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr zuständig und wirken bei der Katastrophen-Bekämpfung mit.“

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Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sei in Gefahr, wenn Negativ-Trend nicht gestoppt werde / Verband tagt erstmals im Flughafen Laage / Zu viele Fehleinsätze durch Brandmelder

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166 Wehren im Kreisfeuerwehrverband aktiv

4111 Einsatzkräfte sind in den 166 Wehren des Kreisfeuerwehrverbandes aktiv. Hinzukommen 1028 Ehrenmitglieder. Im Nachwuchs seien es 100 Wehren mit 1021 Jugendlichen und 83 Kindern.

Rund 300 Feuerwehr-Mitglieder und Gäste aus Politik sowie Ämtern kamen zur Jahreshauptversammlung. Diese tagte erstmals im Terminalgebäude des Flughafens Rostock-Laage. „Es hätte fast 800 Jahre gedauert, bis der Kreisverband der Feuerwehr sich in Laage trifft — passend zur 800-Jahr-Feier der Stadt“, sagte scherzhaft Laages Bürgermeisterin und Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst in ihren Grußworten zum Auftakt der Veranstaltung. Unter den Gästen waren Landrat Sebastian Constien (SPD), Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg (CDU), Landtagsabgeordnete Stefanie Drese (SPD), Flughafenchef Rainer Schwarz, Gabriela Kirstein von der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse und Uwe Becker, Referatsleiter aus dem Innenministerium.

Becker ging in seinen Worten auf die neue Brandschutz-Bedarfsplanung ein: „Sie sollte kein blinder Aktionismus werden. Wir werden auf Basis der Vorschläge des Feuerwehrverbandes eine Orientierungshilfe schreiben.“ Landrat Constien lobte die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, wie beim Tornado in Bützow. Dies sei auch der schwerste Einsatz 2015 gewesen, erklärte der Kreiswehrführer des Landkreises Rostock, Mayk Tessin. Er zog Bilanz: „2015 war für uns ein überdurchschnittliches Jahr mit 1944 Einsätzen.“

Den größten Teil bildeten technische Hilfeleistungen mit 1118 Einsätzen und 16 Fehleinsätzen. „Zu den 640 Brandeinsätzen kommen 170 Fehleinsätze — und das zum Großteil durch Fehlalarmierungen von Brandmeldeanlagen“, sagte Tessin, der um Ursachenbekämpfung bat. Die Gefahrenabwehr in Bützow nach dem Tornado dauerte vier Tage. „Zu Spitzenzeiten waren 182 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei an Ort und Stelle.“ Tessin fand anerkennende Worte für die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Auch zur aktuellen Flüchtlings- situation äußerte sich Kreiswehrführer Tessin: „Wir verschließen uns nicht, hier mitzuwirken“, betonte er. Aber er und seine Mannen seien erst gefragt, wenn alle anderen von der Verwaltung erforderlichen Maßnahmen nicht mehr greifen würden. „Das ist unser Auftrag", betonte Tessin. Verbesserungen erhofft er sich in der Ausbildung im Bereich der Führungs- und Spezialaufgaben. Es fehle an Lehrkräften an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow. Das Innenministerium muss hier handeln, fordert Tessin.

Von Sabine Hügelland

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