Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Kultur und Kulinarik zwischen Kräutern

BEHNKENHAGEN Kultur und Kulinarik zwischen Kräutern

Christiane Freuck hält nichts vom „Mähwahn“ – und lädt auf ihrem Lavendelhof zu Kursen in den Garten ein

Voriger Artikel
Ohne Rasenmäher blüht der Lavendelhof
Nächster Artikel
Tierschutzbund wirft Veterinäramt Untätigkeit vor

Eine Vielzahl an Kräutern kann Christiane Freuck ihren Gästen in ihrem Garten zeigen.

Quelle: Michael Schißler

Behnkenhagen. In Behnkenhagen, dort wo man die Asphaltstraße verlässt und auf die Sandstraße kommt, steht auf der rechten Seiten ein malerisches Haus – und dahinter erstreckt sich ein ziemlich umfangreiches Paradies für Kräuterfreunde oder für Menschen, die es noch werden wollen.

Viele Kräuter haben eine lange und interessante Geschichte.“Christiane Freuck, Kräuterexpertin

„Hier herrscht kein Mähwahn“, sagt Christiane Freuck, die die Herrin dieser grünen Insel mitten im Dorf ist. Ein solcher Wahn würde dann auch ihren Absichten zuwiderlaufen. Die 61-Jährige will Menschen an die Kräuter heranführen, deswegen gibt es auf den Rasenflächen Mähinseln, auf denen ihre Kräuter wachsen. Von „Unkräutern“ will Christiane Freuck nicht sprechen, denn „es gibt ganz viele, die man essen kann“. Das versucht sie, in dem weitläufigen Garten hinter dem Haus – beides zusammen nennt sie Lavendelhof – Kindern beizubringen. „Beispielsweise kommen die Schüler der Blankenhäger Grundschule auf ihren Wandertagen hierher“, sagt die Behnkenhägerin, die aber auch Kräuterkurse für Erwachsene anbietet. Gleichwohl macht sie deutlich: „Ich bin keine Heilpraktikerin, es geht um die Kulturgeschichte der Kräuter und um die Kulinarik.“ Das nächste Mal übrigens am 13. August, von 10 bis 15 Uhr.

Vielleicht erzählt sie dann ihren Besuchern auch von ihrem Leben, das mindestens so vielfältig ist wie die Kräuter in ihrem Garten. Seit 20 Jahren ist die 61-Jährige, die aus Sternberg stammt, freiberuflich tätig, studiert hat sie Ökonomie und Philosophie – und vor allem, „ich wollte immer schreiben“. Mit Kräutern beschäftigt sie sich seit ihrer Zeit als Mitarbeiterin des Heimatmuseums in Warnemünde, „denn dort gab es ein Kräuterbeet, und das hat mich mehr und mehr interessiert“. Ihr Wissen vertiefte sie so, dass sie im Klatschmohn Verlag ein Kräuterbuch mit dem Titel „Von Timmerjahn, Hollerblüh und Bettstroh“ veröffentlichte. Darin werden Kräuterfrauen, Gärten und Pflanzenbräuche aus Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Mit diesem Buch gelangte sie bei einer Veranstaltung auf der Insel Main unter die ersten fünf der deutschen Gartenbücher.

Kein Wunder also, dass Christiane Freuck „zu vielen der Kräuter auch eine Geschichte erzählen kann“, schließlich hat sie sich auch mit ihrer Mystik und mit der Namensgebung der Pflanzen beschäftigt.

Es geht bei ihren Kursen aber auch um die Inhaltsstoffe von Kräutern, wie der Vogelmiere, der Brennnessel und dem Franzosenkraut, „da ist viel mehr drin, als man annimmt“, sagt Christiane Freuck, die selbst Rezepte für Kräuter entwickelt. Sie serviert ihrem Mann Dieter Hundt, mit dem sie gemeinsam auf dem Lavendelhof lebt, bisweilen „eine vegetarische Flunder“. Sie besteht aus den Blättern des Beinwell, wird im Bierteig gewendet und kommt in die Pfanne, erläutert die Behnkenhägerin, die sich ansonsten auch gern in die Küche stellt und für ihren Eigenbedarf Dinkelbrote nach Hildegard von Bingen backt. Ihre Kurse im Lavendelhof will Christian Freuck nun intensivieren und ausbauen. Dagegen dürften vor allem die Insekten auf dem Gehöft nichts haben. „Das ist hier schließlich auch ein Lebensraum für sie, und den wollen wir erhalten“, sagt Christiane Freuck. Nun sucht sie für ihre Kurse noch Mitstreiter, „die irgendetwas mit Lavendelprodukten hier bei uns ausstellen wollen“.

Kontakt: Lavendelhof, Behnkenhagen, Dorfstraße 27 ☎ 038201 56 9946

Michael Schißler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rio de Janeiro

Das hat es so bei einer Olympischen Eröffnungsfeier noch nicht gegeben. Ein hochnotpeinliches Pfeifkonzert wird für den ersten Mann im Staat zum Debakel: Ein Kontrast zur unbändigen Lebensfreude und grandiosen Musik dieser Stadt, die bei der Maracanã-Show verzaubert.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Auf Genussreise durch Vorpommern

Die 2. Messe mit regionalen Produkten bot Gaumenfreuden pur