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Ärger um eine Skulptur auf dem Dürerplatz

Hansaviertel Ärger um eine Skulptur auf dem Dürerplatz

Der Ortsbeirat wünscht sich auf der Fläche an der Schillingallee ein Kunstwerk. Das Amt für Denkmalpflege lehnt das ab und verweist auf die nationalsozialistische Vergangenheit.

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Das Kunstwerk für den Dürerplatz wurde abgelehnt. Der Ortsbeiratsvorsitzende Karsten Cornelius (SPD) ist verärgert.

Quelle: Fotos: Anja Levien, Ove Arscholl

Hansaviertel. Aufregung um ein Kunstwerk auf dem Dürerplatz: Der Ortsbeirat Hansaviertel möchte auf der Fläche an der Schillingallee gerne eine kleine Skulptur aufstellen. Das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen lehnt das ab und verweist unter anderem auf die Vergangenheit des Platzes während des Nationalsozialismus. Ortsbeiratsvorsitzender Karsten Cornelius (SPD) ist verärgert.

Im vergangenen Jahr wurde der Dürerplatz nach den Plänen aus den 1930er Jahren umgestaltet. Buschwerk wurde entfernt, entstanden ist eine Grünfläche mit Wegen und Bänken. Doch dem Ortsbeirat fehlt ein Hingucker. Schon damals gab es dort eine Skulptur. Der Vorsitzende wandte sich im Oktober an das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. „Wir fänden es schön, wenn wir eine Skulptur aufstellen könnten, die bisher ungenutzt im Depot steht“, so Cornelius. Der Ortsbeirat habe an eine Tierfigur gedacht. „Wir wollen keinen Kunstwettbewerb ins Leben rufen.“

Grundsätzlich begrüße das Amt, Kunstwerke im Hansaviertel aufzustellen, teilt Leiterin Michaela Selling in einem Schreiben an den Vorsitzenden mit. Es bleibe aber abzuwarten, ob der Platz nach der gärtnerischen Überarbeitung an Aufenthaltsqualität gewinne. Dies sei jedoch Voraussetzung für eine künstlerische Gestaltung. „In diesem Zusammenhang sei der historische Bezug kritisch aufzunehmen.

Die Gestaltung des Dürerplatzes in den 1930er Jahren (damals Danziger Freiheit) ist im Zusammenhang mit den überdimensionieren Plänen der Nationalsozialisten zur Schaffung eines Freizeit- und Propagandaareals zu sehen“, teilt Selling mit. „Die Skulptur auf dem Dürerplatz entsprach durchaus der vom Nationalsozialismus bevorzugten Formsprache.“

Cornelius ist über die Antwort verärgert. „Wir kennen alle die Vergangenheit. Es hat niemand verlangt, hier etwas wiederherzurichten, was an die Nazivergangenheit erinnert“, sagt er. „Ich bin in Sorge, dass mit dem Wunsch eines Ortsbeirates so umgegangen wird.“

Der Dürerplatz war damals als Danziger Freiheit Teil eines nationalsozialistischen Erholungsgebietes, das zwischen heutiger Neptunhalle und Schillingallee entstehen sollte, sagt Thomas Werner vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Realisiert wurden das Aufmarschgelände, wo heute das Ostseestadion steht, und die Thingstätte. Werner: „Neben der Geschichte des Platzes ist auch zur Kenntnis zu nehmen, dass sich die Wegebeziehungen in den vergangenen Jahren und somit die Bedeutung des Platzes geändert haben.“ Er will sich nächste Woche mit dem Ortsbeiratsvorsitzenden treffen.

 



Anja Levien

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