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Andenken der Warnemünder sollen Geschichten erzählen

Warnemünde Andenken der Warnemünder sollen Geschichten erzählen

Das Heimatmuseum plant eine Objektwand mit besonderen Exponaten

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Christoph Wegner zeigt eine der Schlussnieten vom Bau der Bahnhofsbrücke im Ostseebad.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Die Warnemünder können sich auf den Abschluss der Erneuerungsarbeiten in ihrem Heimatmuseum freuen: Wenn alles fertig ist, wird es eine Objektwand geben.

OZ-Bild

Das Heimatmuseum plant eine Objektwand mit besonderen Exponaten

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„Diese Objektwand soll viele Facetten der Warnemünder Geschichte spiegeln und vor allem sollen sich die Warnemünder darin auch wiederfinden“, sagt Christoph Wegner, Leiter des Warnemünder Heimatmuseums. „Wichtig ist bei dieser Objektwand, dass alle dort eingereichten Ausstellungsstücke eine Hintergrundgeschichte haben“, fügt Wegner hinzu. Nach seinen jetzigen Vorstellungen soll diese Wand mit zwanzig bis dreißig besonderen Ausstellungstücken versehen werden. „Die müssen natürlich handlich sein“, fügt er hinzu.

Die Ausstellungsstücke sollen von den Warnemündern kommen – und vor allem – daran ist Wegner gelegen, eine eigene Geschichte erzählen. Ein paar davon kann der Museumschef nun schon präsentieren.

„Wir haben zum Beispiel schon eine Verschlussniete der Warnemünder Bahnhofsbrücke, die nach der Wende saniert worden ist“, sagt Wegner. Bekommen habe er sie von Wolf-Dieter Patzelt, „der an der Brücke damals mitgearbeitet hat. „Solche Nieten haben mehrere Beteiligte bekommen“, sagt Wegner, dem aber an diesem Ausstellungstücke auch die persönliche Geschichte und die Hintergrundgeschichte wichtig ist. „Wichtig war zum Beispiel in den Zeiten der DDR der Fernsehempfang aus dem Westen“, sagt Wegner, auch das können man dokumentieren, beispielsweise mit einem Konverter aus Büchsenblech, den er auch bereits bekommen hat.

Schon jetzt freut sich Wegner darauf, eine Serviette aus dem Teepott – sie stammt aus den 1970er Jahren – ausstellen zu können. „Ich habe die Serviette von einer Doberanerin bekommen, sie hat mir erzählt, dass ihre Mutter sie als Andenken an eine schöne Betriebsfeier in Ehren gehalten hat.“ Mit dem Mundtuch habe man das erste Objekt aus dem Teepott bekommen. Wegner kann sich vorstellen, dass es aus diesem Bereich – immerhin hatte der Teepott eine Tanzbar, ein Speiselokal und ein Café – noch viele andere Exponate gibt. „Da wird gewiss noch irgendwo etwas sein“, vermutet der Museumschef.

Eines der Stücke, die die Fantasie anregen können, „ist unser Schmugglerschuh“, sagt Wegner. Das ist ein Damenschuh, den Erich Schmidt 1989 am Strand von Warnemünde gefunden hat. „In der Sohle dieses Schuhs befand sich ein 100-Mark-Schein der DDR“, sagt Wegner. „Nun ist es natürlich die Frage, ob es um Schmuggel oder um Flucht ging“, sagt der Museumschef. Vielleicht gibt es sogar jemanden, der dies aufklären kann.

„Mit der Objektwand und eben solchen Objekten wollen wir, dass sich die Warnemünder mit ihren Geschichten im Heimatmuseum wiederfinden“, sagt Wegner, „und dass die Leute darüber ins Gespräch kommen.“

Deswegen freut sich Wegner, wenn er noch solche Stücke angeboten bekommt: „Eine lebhafte Beteiligung wäre schon schön, denn je mehr Auswahl wir haben, desto besser ist es.“

Mit den Arbeiten im Museum wird zu Beginn des kommenden Jahre angefangen.

Michael Schißler

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