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Bibliotheks-Chef sagt tschüs

Rostock-Stadtmitte Bibliotheks-Chef sagt tschüs

Manfred Heckmann leitet seit 1992 die Stadtbibliothek / Das Fußballherz schlägt weiter in Mönchengladbach

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Der Chef der Stadtbibliothek, Manfred Heckmann (65), liest gern Reiseberichte.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock-Stadtmitte. Er liest Computerzeitschriften und Reiseberichte. „Keine Romane“, sagt Manfred Heckmann, der täglich von Büchern umzingelt ist. Der 65-Jährige ist Leiter der Rostocker Stadtbibliothek seit fast auf den Tag genau 24 Jahren. Doch Ende Juli ist Schluss, dann sagt der Bibliotheks-Chef tschüs, verabschiedet sich in den Ruhestand.

Unsere große Stärke ist der freundliche und fachlich versierte Umgang mit dem Publikum.“Manfred Heckmann (65)

Heckmann ist Rheinländer, kommt aus Mönchengladbach und ist Fußballfan seiner Heimatmannschaft Borussia. In Rostock ist er längst angekommen. „Das ist meine Heimat, aber mit dem Fußball ist es eine alte Liebe“, sagt er. Der studierte Betriebswirt hatte von 1980 bis 1992 in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) gearbeitet, dort eine „neue Art von Stadtbibliothek“ mit aufgebaut. Zufällig sei ihm damals ein DDR-Buch „Zur Rationalisierung der Bibliotheksarbeit“ in die Hände gefallen. Aus dem habe er viel gelernt, wie viel Personal braucht eine Bibliothek, wie sind die Arbeitsabläufe?

Ende der 80er Jahre habe er etwas Spannendes über die Rostocker Stadtbibliothek gelesen. „Da hieß es, wenn die Einwohner zu fünf Prozent Erdkundebücher lesen, dann müssen auch nur fünf Prozent für den Bestand daran aufgewendet werden. Anschaffung nach Nachfrage“, erzählt Heckmann. „Das war für uns im Westen neu.“ Doch für ihn habe festgestanden, diese Kollegen in Rostock wollte er gern mal kennenlernen. Und dann stand da 1992 die Stellenanzeige für die Rostocker Bibliotheksdirektion in der Fachzeitschrift. Bewerbung – und geschafft. „Das war die beste berufliche Entscheidung, die ich je im Leben getroffen habe“, sagt er rückblickend.

Die Kollegen hätten „unglaubliches Potenzial und viele innovative Ideen“, auch wenn er das immer wieder herauskitzeln musste. „Ich musste sie oft erst überzeugen, was sie alles können“, denkt er zurück. Doch er vertraute, weiß um die Kompetenzen, schätzt die Solidarität untereinander und den respektvollen Umgang. „Ich war nur der Schiedsrichter, mein Team hat das Spiel gemacht“, bleibt er gern in der Fußballsprache. „Unsere große Stärke ist der freundliche und fachlich versierte Umgang mit dem Publikum“, lobt der Leiter. Gerade mal vier Beschwerden von Nutzern, alle Anfang der 90er Jahre, habe es in seiner Amtszeit gegeben. „Das spricht für das Team.“

„Er ist sehr kollegial, hat uns viel ausprobieren lassen und man kann immer mit ihm reden“, beschreibt Bibliothekarin Katharina Waack den Chef. „Er ist unkompliziert, harmoniesüchtig und er lässt mich in Ruhe arbeiten und Verantwortung übernehmen“, ergänzt Ursula Windisch.

41 Mitarbeiter betreuen fünf Zweigstellen in den Stadtteilen und die Zentrale der Stadtbibliothek. 126000 Medien – Bücher, Zeitschriften, CD, DVD, Spiele – stehen in den Regalen. Über 700000 Ausleihen werden pro Jahr registriert. „Wir haben 25 000 aktive Nutzer, sind quasi der größte Mitgliederverein der Stadt“, sagt Heckmann schmunzelnd. „Zu uns kommt die schweigende Mehrheit“, fügt der einst aktive SPD-Mann an, vor ein, zwei Jahren sei er ausgetreten. Heckmann ist froh, dass sich Rostock für kostenlose Bildung entschieden hat, nicht, wie sonst üblich, Benutzergebühren für die Bibliothek erhebt. „So wird niemand ausgeschlossen.“ Dafür seien die Mahngebühren hoch. Es gebe viele Veranstaltungen in Schulen, die Vorlesepaten sind gut gefragt. „Es läuft, auch wenn ich gehe. Die Kollegen sind einfach gut, darauf bin ich stolz.“ Gern würde er auch seinen Nachfolger aus den eigenen Kreisen sehen.

Manfred Heckmann freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. In Kessin gibt es in Haus und Garten genug zu tun. „Ich gehe auch gern spazieren ,träume so vor mich hin.“

Doris Kesselring

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