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Bühne frei für Rostocks Schauspielabsolventen

Stadtmitte Bühne frei für Rostocks Schauspielabsolventen

Studenten der HMT bereiten sich auf ihr Diplom vor / Im ersten Teil präsentieren sie Monologe / Sorgen vor der Zukunft: Es gibt nur wenige Stellenangebote

Stadtmitte. Das Diplom zum Greifen nahe: Die Schauspielstudenten der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) bereiten sich auf ihren Abschluss vor. Am Donnerstag um 11 Uhr werden die zehn Absolventen ihre erste Prüfung, einen Bühnenteil, im Katharinensaal präsentieren. Interessierte sind herzlich eingeladen.

 

OZ-Bild

Larissa Semke (23) und Philipp Seidler (25) werden im Juni ihr Schauspielstudium abschließen.

Quelle: Pauline Rabe

Die gesammelten Erfahrungen sind un-

schätzbar wertvoll.“Larissa Semke (23), Schauspielstudentin

„Die Studenten werden insgesamt drei Monologe präsentieren“, erklärt HMT-Pressesprecherin Angelika Thönes. Die Prüfung diene nicht nur als Voraussetzung für ihr Diplom im Juni. „Sie werden außerdem in eine Künstlerkartei in Berlin aufgenommen.“ Nach der Vorführung geht es für die Studenten am Sonntag für eine Woche auf Vorsprechtournee. Es geht nach Neuss, München und Berlin. „Die Vorsprechen bieten nicht nur gute Vernetzungsmöglichkeiten. Wir sehen außerdem befreundete Schauspielstudenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder“, sagt Absolventin Larissa Semke. Darauf freue sich die 23-Jährige besonders.

An den Gedanken, ihre neun Kommilitonen bald nicht mehr zu sehen, hat sich die Studentin noch nicht gewöhnt. „Ich bin zwar neugierig auf die Zeit nach dem Studium“, so Semke. Ein bisschen Wehmut schwinge jedoch auch mit. „Die vergangenen dreieinhalb Jahre waren wahnsinnig intensiv“, sagt Kommilitone Philipp Seidler. Mit dem Studium endeten vier Jahre voller Hochs und Tiefs. „Auch wenn es manchmal Streit gab, haben wir jede Hürde gemeinsam genommen.“ Nicht selten gab es Momente, in denen sich die Studenten nach einem Misserfolg am liebsten verkrochen hätten.

„Manchmal verbrachten wir mehrere Wochen ohne Pause für Proben in der HMT“, erinnert sich Seidler. Freie Wochenenden gab es zu jener Zeit nicht. „Ich hatte des Öfteren das Gefühl, hier zu wohnen“, ergänzt Semke lachend. Dennoch habe die 23-Jährige ihre Studienwahl nie bereut. „Die gesammelten Erfahrungen sind unschätzbar wertvoll.“ Auch wenn die Absolventin sich irgendwann doch gegen den Schauspielberuf entscheiden sollte, war das Studium fürs Leben. „Die vergangenen vier Jahre haben mir bei meiner Persönlichkeitsentwicklung geholfen.“

Wie wird es nun in Zukunft für die Studenten weitergehen? „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar“, erzählt Seidler. Bei 250 Schauspielabsolventen jährlich sei es nicht leicht, eines der circa 60 zur Verfügung stehenden Engagements zu erhalten. Hinzu kommen jedoch noch Angebote aus Film und Fernsehen. „Wir bewerben uns auf jeden Fall schon unabhängig von der Vorsprechtournee.“ Neben Absagen lägen bei manchen Studenten sogar einige konkrete Angebote vor.

Wichtig für die Bewerbungen seien vor allem Kontakte. „Für viele Vorsprechen benötigen wir eine Empfehlung“, erklärt Semke. Hilfreich sei dabei, dass die Rostocker HMT einen guten Ruf habe. „Generell haben Absolventen einer staatlichen Hochschule vorerst bessere Chancen als die einer privaten.“ Am meisten gespannt ist die Schauspielstudentin auf das neue Arbeitsumfeld. „Bisher waren wir immer ein Ensemble aus jungen Leuten. Es wird interessant vorwiegend mit erfahrenen Künstlern zusammenzuarbeiten.“ Beides habe seine eigenen Vor- und Nachteile.

Vier Jahre bis zum Diplom

8Semester dauert das Schauspielstudium an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater.

10 Studenten beginnen jährlich. Sie durchlaufen alle vier Jahre gemeinsam als Klasse.

50 Seiten beträgt der Umfang der Diplomarbeit mindestens. Die Themen sind frei wählbar.

250 Schauspieler beenden jährlich ihr Studium an

staatlichen Hochschulen in Deutschland. Bei rund 60 freien Stellen sei es schwer, ein Engagement zu erhalten.

Pauline Rabe

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