Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Charles Brauer: „Ich glaube, Manfred hätte es gefallen“

Charles Brauer: „Ich glaube, Manfred hätte es gefallen“

Kollegen und Freunde von Manfred Krug singen seine Lieder in Rostock

Voriger Artikel
Bauer Korl lädt zur Musideel
Nächster Artikel
Café könnte Raumnot der Muslime lindern

Als „Tatort“-Kommissare Stöver und Brockmöller waren die Schauspieler Manfred Krug (r.) und Charles Brauer Publikumslieblinge.

Quelle: Foto: Soeren Stache/ddp

Was erwartet die Besucher der „Hommage an Manfred Krug“?

Charles Brauer: Das wird ein Programm sein, in dem die Songs von der CD „Seine Lieder“ gesungen werden. Manfreds Tochter Fanny Krug wird dabei sein, außerdem Uschi Brüning und Thomas Putensen.

Ich werde den Abend moderieren, die Menschen, die da auftreten, ansagen und ein bisschen was erzählen zu den Bildern, die auf einer Leinwand zu sehen sind.

Wie kam es zu der Idee?

Manfred hatte ja für die neue CD alles an Vorbereitungen fertig – inklusive der Orchestrierung und der Gespräche mit dem Arrangeur Lutz Krajewski. Er hatte die Lieder nur noch nicht gesungen. Und dann starb er. So war die Situation. Und bei der Plattenfirma hatte man überlegt, was man jetzt damit macht. Und da Manfred ohnehin vorhatte, einiges im Duett zu singen, fragte man ein paar Leute, die eine Beziehung zu ihm hatten, ob sie nicht Lust hätten, das für Manfred zu tun. Die nächste Idee war dann, ob man nicht daraus eine Tour macht – quasi die Hommage-Tour, die ein Jahr nach Manfreds Todestag durch die Lande geht.

Was war das für ein Gefühl? Sie haben ja Manfred sozusagen vertreten?

Dieses Gefühl hatten wir alle, ja. Aber wir waren alle sicher, dass Manfred es sehr schön finden wird, wenn er denn auf Wolke 7 sitzt und uns zuguckt. Vielleicht ist er nicht mit allem zufrieden und könnte hier und da ein Sätzchen dazu sagen. Aber grundsätzlich fänd’ er es sicher gut.

Wie haben Sie beide sich kennengelernt?

Wie sich zwei Schauspieler eben kennenlernen, die zusammen engagiert werden. Manfred hatte ja schon zwei oder drei „Tatorte“ gemacht, und dann war man drauf gekommen, dass es gut wäre, wenn er einen Partner hätte. Ich hatte damals gerade eine große Geschichte für den Norddeutschen Rundfunk gemacht und da fragte man mich, ob ich mir das vorstellen könnte. Manfred wurde genau so gefragt. Und dann haben wir uns in der Kantine vom Studio Hamburg kennengelernt. Ich habe meine Hand in sein dickes Patschhändchen gelegt, und wir haben dann einfach mal gesehen, wie wir zurande kommen. Und das ging ja dann auch recht schnell sehr gut. Ich wusste natürlich zunächst besser, wer er war, als dass er wusste, wer ich war. Und dass es dann schnell eine Freundschaft wurde, hat mit vielen privaten Dingen zu tun, weil wir uns gleich gut verstanden haben. Wir kamen ja aus der gleichen Ecke, was unser Alter und die Erfahrungen betrifft. Wir sind beide Kriegskinder – und da ähnelt sich eben vieles. Wir waren uns sehr einig, auch in musikalischen Dingen.

Wer hatte die Idee, im „Tatort“ zu singen?

Na, bei so Dreharbeiten hockt man ja oft im Wohnwagen und wartet. Und dann trällert man eben auch mal ein Liedchen – nach dem Motto: Kennste das? Und kennste dies? Und irgendwann fragte die zuständige Redakteurin mal, warum wir das eigentlich nicht nutzen. Und die Leute mochten das sehr gern und es war ein großer Erfolg, obwohl es ja immer nur höchstens eine Minute war.

Haben Sie auch mal gemeinsam auf einer Bühne gestanden?

Nein. Manfred hat ja nach dem „Tatort“ nie wieder eine Theaterbühne betreten. Und singend gab es keine gemeinsamen Auftritte. Für Manfred war ja Musik ein Großteil seines Lebens und seiner Karriere.

Bei mir nicht. Und der „Tatort“ hatte ihm den Anstoß gegeben, wieder in diese Branche einzusteigen. Als er in den Westen kam in den 70er Jahren hat er ja eine wunderschöne LP gemacht mit Caterina Valente und tollen Jazz-Musikern. Aber die wollte keiner haben, also ließ er die Finger davon. Und mit der unserer „Tatort“-CD änderte sich das dann wieder.

Was machen Sie nach der Tournee?

Ich bin in der Vorbereitung auf eine Theater-Geschichte. Ich habe seit 2010 eine feste Verabredung mit dem Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg, wo wir jährlich ein Stück machen. Meine Frau macht Bühnenbild und Kostüme, der Regisseur steht auch fest, und dann gucken wir, was für ein Stück wir spielen. Im Frühjahr wird es noch eine Premiere geben – Anna Stieblich und ich spielen ein Zwei-Personen-Stück mit dem Titel „Heisenberg“. Und dann mache ich auch noch Hörbücher. Es liegt schon wieder ein John-Grisham-Buch bereit, das im Winter produziert werden soll. Und gerade ist ja auch schon wieder ein ganz wunderbares erschienen, das ein Stück weggeht von den üblichen Justiz-Geschichten. Auf Deutsch heißt es „Das Original“. Eine wunderbare Geschichte für alle, die Bücher lieben. Unglaublich gut geschrieben. Und ansonsten bin ich auch gern zu Haus. Meine Frau und ich haben in einem kleinen Dorf bei Basel ein Haus, und es ist sehr schön dort.

Hommage an Manfred Krug: Am 22. Oktober in Rostock

Seine Schallplatten waren beliebt und verbreiteten mit meist fröhlicher Jazz-Musik gute Laune. Nun sind Manfred Krugs Freunde und Kollegen Uschi Brüning, Charles Brauer, Thomas Putensen und seine Tochter Fanny Krug mit seinen Liedern auf Erinnerungs- Tournee. Die Rostocker Stadthalle steht am 22. Oktober um 18 Uhr auf dem Tourplan.

Tickets für die Veranstaltung gibt es von 52 bis 57 Euro in allen Service-Centern der OSTSEE–ZEITUNG, online auf shop.ostsee-zeitung.de sowie unter ☎ 0381/38 30 30 19.

Interview: Ove Arscholl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
TV-Show
Steffen Henssler bereitet sich akribisch vor.

Wo genau liegt Nottingham? Wo fließt die Donau ins Meer? Solche Fragen sind nichts für den TV-Koch, der mit „Schlag den Henssler“ in die Fußstapfen von Stefan Raab tritt.

mehr
Mehr aus Kultur

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Auf Genussreise durch Vorpommern

Die 2. Messe mit regionalen Produkten bot Gaumenfreuden pur