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Die plattdeutsche Sprache ist sein Leben

Kröpeliner Tor Vorstadt Die plattdeutsche Sprache ist sein Leben

Wolfgang Sieks Gedichte und Erzählungen spiegeln das Leben in Rostock

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Wolfgang Siek fasste seine Erzählungen in zwei Büchern zusammen. Eines heißt: „Bit Klönen geiht de Tiet vörbi“.

Quelle: Foto: Jürgen Falkenberg

Kröpeliner Tor Vorstadt. Auch Rostocker Jungs kommen irgendwann in ein Alter, in dem das Erinnern einen größeren Stellenwert einnimmt als das Erleben. Wolfgang Siek gehört zu ihnen. Kommen doch heute viele Freunde, um ihm zum 80. Geburtstag zu gratulieren.

38 Jahre lang Plattsprecher

„ De Nurdlichter“ haben ihren Ursprung 1979 in einer Vortragsgruppe des Energiekombinates. Sie nannten sich „De plattdütsche Kontakt“. Bis 2008 Teil des Vereins „Klönsnack-Rostocker7“, löste sich die Truppe und trat als „De Nurdlichter“ auf. Über 35 Programme, vorwiegend von Wolfgang Siek geschrieben, wurden aufgeführt.

Noch in der heilen Badstüberstraße, dort, wo heute Kasper Ohm den Vosswallach reitet, erlebt er seine ersten Kinderjahre. Es folgen drei Jahre Evakuierung nach Graal-Müritz . Die Oberschule blieb ihm versagt. „Ich wäre am liebsten Chirurg geworden“, erinnert sich Wolfgang Siek, denn: „Ich habe immer gerne Kaninchen geschlachtet“. Bei dieser Erinnerung legt sich ein breites Lächeln auf sein Gesicht.

Wolfgang Siek lernte Schiffselektriker und wechselte als Geselle zur Energieversorgung. „Dort waren meine Seglerfreunde zu finden“, erklärt er die Gründe. Nach dem Abschluss der Fachschule für Energieversorgung in Zittau brachte er seine Helga mit nach Rostock, mit der er ab 1963 für 50 Jahre sein Leben teilte. 25 Jahre war Evershagen der gemeinsame Wohnsitz, dann waren sie 17 Jahre in Pölchow zu Hause. „Der Krankheit willen kam der Umzug zurück nach Rostock“, sagt Siek. 1988 starb seine Frau.

Siek: „Der Mensch soll nicht allein sein. Nach einem Jahr schaute ich mich um“. Nach „schüchternem“ Start ist Ilse nun seine Lebensgefährtin. „Und ich verstehe auch schon platt“, betont sie.

Plattdeutsch ist das Stichwort, denn Wolfgang Siek lebt mit der plattdeutschen Sprache. „Die Eltern sprachen Hoch und Platt. Wir Kinder mussten Hochdeutsch lernen“, erzählt er. Der Vater griff zum Vorlesen nur zu Weihnachten zu den Tarnowschen Burrkäfers. So lernte er Plattdeutsch von den Großeltern, vor allem aber von Onkel Karl und Tante Inge aus Hirschburg, bei denen er herrliche Sommerferien verlebte.

Zum Plattsprechen kam ab den 70er Jahren das Reimen und das Schreiben. „Mein erster Beitrag erschien in der Betriebszeitung“, sagt er. Heute füllen Gedichte und Erzählungen viele Ordner. Auch die selbst verfassten Programme für Vorträge bei „Klönsnack-Rostocker7“ und „De Nurdlichter“ sind noch präsent. An seiner Seite bei den Nurdlichtern stehen Hannelore Maier und Barbara Stern, die auch für die Musik verantwortlich sind. „Fallen alle aus, greife ich im Soloprogramm selbst zur Gitarre“, sagt Wolfgang Siek.

Zwei Bücher hat er herausgebracht. „Bit Klönen geiht de Tiet vörbi“ und „Zwerghahn un Häuhnersupp“. „Mehr werden es nicht. Bücher drucken lassen ist sehr teuer“, begründet Siek. Um so mehr freuen sich die Maaten vom Klönsnack-Verein, dass in ihrem Maandenblatt immer wieder von Siek zu lesen ist. Viele Geschichten drehen sich um Rostock. „Ich habe erst durch Wolfgang Rostocks schöne Ecken richtig kennengelernt“, sagt seine Ilse.

Demnächst wird in St. Marien Kantor Karl-Bernhardin Kropf Bachs Toccata und Fuge d-moll auf der Orgel eigens für Wolfgang Siek spielen. Es ist ein Geschenk seiner Ilse.

Jürgen Falkenberg

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