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Eine Nacht, 50 Orte und noch mehr Kunst

Östliche Altstadt Eine Nacht, 50 Orte und noch mehr Kunst

Zur 16. Rostocker Kunstnacht vereinen sich kleine Läden und Lokale mit Werken / Es gibt auch Musik

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Die Malerin Birgit Mundt stellt ihre Werke bei der 16. Kunstnacht im Nordschiff der Petrikirche aus. Fotos (2): Claudia Tupeit

Östliche Altstadt. Mode beim Friseur, Gemälde in der Kirche, „grafische Kompositionen“ im Bernsteinhaus: Die 16. Kunstnacht in der Östlichen Altstadt hält an mehr als 50 Orten Werke von Nachwuchstalenten und gestandenen Künstlern bereit. Alles ganz heimelig in Lädchen, die versteckt in Gassen liegen.

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Zur 16. Rostocker Kunstnacht vereinen sich kleine Läden und Lokale mit Werken / Es gibt auch Musik

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Wer sich von Wasserseite her herantasten möchte, kann zum Beispiel in der Pferdestraße bei Jacqueline Hallfahrt einkehren. In ihre Galerie „le garage“, die nicht zufällig übersetzt „Die Garage“

heißt. Als sie ihr Auto nicht mehr brauchte, hat sie es kurzerhand entsorgt und den kleinen Raum in eine Oase von Dekoration und Gebrauchsgegenständen verwandelt, die allesamt das gewisse Etwas und Liebe zum Detail haben. „Ich finde vieles auf Flohmärkten in Frankreich, wo ich regelmäßig bin“, sagt die 49-Jährige.

In den vier Jahren ihres Bestehens als „Galeristin“ hat sie auch liebevoll „auf alt gemachte“ oder auch antike Bilderrahmen, Teddybären, Blumentöpfe, Geschirr und Stühle in ihre Garage geholt. Ein Akkordeon hängt an der Wand, „aufgearbeitet, geputzt und funktionsfähig“. Zur Kunstnacht stellt sie ihre selbst gemachten Schmuckstücke in den Vordergrund. „Ohrenschmeichler, Halskokettierer, Gelenkcharmeure“, wie es ihr Mann beschreibt. Außerdem zeigt sie ihre Siebdruck-Oberteile mit Motiven, die ihre Tochter designt hat.

Organisiert wird der lauschige Abend vom Altstadtverein. Kernanliegen der Veranstaltung sei es, die Leute „in die inhabergeführten Geschäfte, die hinterm Rathaus sind“, zu locken, sagt Vereinsmitglied Sebastian Bielke. Die Kunstnacht sei zudem eine gute Plattform für unbekannte Talente, die sonst kaum Möglichkeit für eine Ausstellung ihrer Werke hätten. Wie bei den Fotografen Jens Schröder und C.A. Schulz, die bei Luka Immobilien in der Grubenstraße maritime Aufnahmen und Rostocker Stadtansichten zeigen werden.

Einen schmucken Abend verspricht Dürten Klitsch den Besuchern in ihrer Goldschmiede in der Harten Straße. Auf gleicher Höhe wird im Petrikeller „zur 18. Stunde“ getafelt und gebechert bei mittelalterlichen Klängen. Einige Schritte weiter werden Kunstinteressierte in zwei Schiffen in der Petrikirche fündig, darunter im Nordschiff. Dort stellt „Titua“ aus der Dominikanischen Republik beeindruckende dreidimensionale Modellierungen aus. Und Birgit Mundt aus Prerow baut ihre Gemälde auf, die mal Porträts, mal Landschaft abbilden. Sie ist noch relativ neu als hauptberufliche Malerin unterwegs. Viele Jahre hat sie mit ihrem Mann einen Restaurantbetrieb geleitet. „Jetzt kann ich mich voll auf die Kunst konzentrieren“, sagt die 57-Jährige.

Selbst mal mitmachen geht wiederum in der Textilwerkstatt „Total verstrickt“ an Spinnrädern. Wem dann der Magen knurrt, kann zum Beispiel in die Altschmiedestraße spazieren und bei „Albert & Emile“

Kunst, Kultur und Kulinarik genießen. Orientalischer geht es in der Tamarinde in der Grubenstraße mit Bauchtanz und passendem Essen zu. Im Altstadtcafé spielt Jochen Zimmermann Saxofon – erlernt erst mit 70 Jahren nach einem Schlaganfall. Im „Ruhepol“ geht es an diesem Abend ebenfalls sehr beschwingt zu, auf einem Laufsteg, auf dem Mode der Designschüler aus Schwerin gezeigt wird – je um 20 und 21.30 Uhr. Exzentrische Kreationen von Madonna bis Jugendstil des talentierten Designers Bernd Kallnitz gibt es stündlich zwischen 19.30 und 22.30 Uhr bei Stefanie Ehrich Friseure an Models zu sehen.

Nebenan im Törtcheneck Schwesterherz kann man sich noch mit einem süßen Cupcake und Bowle wappnen für den Weg zum Fischerbruch: Bei Feuermale Keramik geht man sprichwörtlich durchs Feuer.

Qual der Wahl

27. Mai: Die Östliche Altstadt verwandelt sich an dem Freitag ab 18 Uhr zwischen Kuhtor und Amberg, der Großen Wasserstraße und dem Fischerbruch in eine riesige Kunstausstellung. Als Kernzeit gilt: Bis 22 Uhr ist zur Kunstnacht alles offen – kostenfrei und ohne Anmeldung. „Viele werden aber, wie es unsere Erfahrung besagt, bis 23 Uhr oder länger öffnen“, sagt Jürgen Möller, Vorsitzender des Altstadtvereins. Speziell: Klaus Buschhoff liest in seiner Wohnung in der Wollenweberstraße 48 Tucholsky um 19 und 20 Uhr.

3 Tage lang wird es anlässlich der 16. Kunstnacht einen Kunstmarkt in der Nikolaikirche geben. Etwa 20 Künstler wollen dort von Freitag bis Sonntag Malerei, Grafik und Skulpturen präsentieren. Am Eröffnungsabend gibt es um 23 Uhr ein Live-Konzert mit Reuters Fritzen.

• Infos: www.oestliche-altstadt.de

Claudia Tupeit

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