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Grandioser Saison-Auftakt

Grandioser Saison-Auftakt

Der ehrwürdige Wolf-Dieter Hauschild (79) ist Ehrendirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock: Vor knapp anderthalb Jahrzehnten war er in schwieriger Situation ...

Der ehrwürdige Wolf-Dieter Hauschild (79) ist Ehrendirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock: Vor knapp anderthalb Jahrzehnten war er in schwieriger Situation für zwei Jahre ihr Generalmusikdirektor. Jetzt ist er noch einmal an das Rostocker Pult zurückgekehrt, um mit einem grandiosen Konzert die neue Konzertsaison zu eröffnen. Denn diese ist die 120. Saison des Orchesters und soll eine einzige Festivität werden. „Flügelfeste“ nennt sie sich und kündigt an, dass in jedem ihrer Konzerte ein bedeutsames Klavierkonzert erklingen wird, gespielt von prominenten Solisten unter der Leitung renommierter Gastdirigenten.

Für das Flügelfest im 1. Philharmonischen Konzert war die feinsinnige Pianistin Ragna Schirmer (44) zuständig. Mit Mozarts Klavierrondo A-Dur KV 386 (1783) und dem Klavierkonzert D-Dur (1782) von Joseph Haydn. Sie machte daraus nicht bloß ein rauschendes Tastenfestival, sondern eine geistreiche, heiter beschwingte Soiree in der hohen Schule delikaten Klavierspiels. Sie hat für diese Musik eine eigenständige Spielweise entwickelt, in der das damals übliche zarte Hammerklavier noch durchschimmert, mit einer filigranen Plastizität des Tones, wie ein fein nuancierter Kupferstich, mit einer Haltung, in der der heiter-klarsichtige Esprit klassischen Konzertierens bewundernswert aufleuchtet.

Als Kontrast erklang die gewaltige Sinfonie Nr. 4 Es-Dur (1880) von Anton Bruckner. Hauschild errichtete aus ihr mit der Norddeutschen Philharmonie, die er zu einer ihrer intensivsten Leistungen der letzten Zeit inspirierte, eine erhabene Klangkathedrale. In ihren Räumen siedelten nebeneinander die Disparatheiten des Lebens, seine Geheimnisse und seine Naivitäten, seine Lüste und seine Weihen, die im Finale in einer triumphalen hymnischen Unio mystica aufgehoben wurden. Sie erreichten dies nicht durch schiere Klangmassen, sondern durch eine austarierte, geradezu atmende Durchgestaltung des Orchesterklanges, mit betörenden Klangbalancen, mit klug temperierten Tempi, mit spannungsvollsten, geistig durchleuchteten Übergängen selbst in den Brüchen und Stauungen.

Das war musikalisch großartig, geistig bezwingend und emotional erhebend – und erinnerte an vergangene Zeiten.

OZ

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