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Herman van Veen macht 2200 Gäste fröhlich

Südstadt Herman van Veen macht 2200 Gäste fröhlich

Man könnte den Abend auch mit einem schlichten Infosatz wiedergeben: Herman van Veen ist gestern in der Stadthalle aufgetreten.

Südstadt. Man könnte den Abend auch mit einem schlichten Infosatz wiedergeben: Herman van Veen ist gestern in der Stadthalle aufgetreten. Und nicht nur den 2200 Zuschauern, sondern überhaupt jedem, der den holländischen Künstler schon mal live erlebt hat, ist damit klar: Es war ein „van“-tastisches Erlebnis.

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Man könnte den Abend auch mit einem schlichten Infosatz wiedergeben: Herman van Veen ist gestern in der Stadthalle aufgetreten.

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Erst leise und weise singen und sinnieren, dann ein flotter Spruch, ein Scherz über den Papa, ein Lied, das seine Sprachbegabung zeigt (Deutsch, Holländisch, Französisch), schließlich „Tutti-Frutti“-rockend. Ach so, sexy kann er auch. Theatralisch öffnet er zwei Knöpfe an seinem Hemd, um sich und seiner nackten Brust Luft zu machen. Das Publikum kreischt wild, applaudiert frenetisch jubelnd. Wenn es für „Multitalent“ ein menschliches Beispiel braucht — van Veen ist es. Nie reiht er ein Lied dröge ans nächste, nie rattert er Geschichten so runter, dass irgendwer merken würde, dass er diese und jene bereits gestern und wieder morgen in einer anderen Stadt auf einer anderen Bühne darbietet. Bei ihm strömt das Wasser, es „schtrömt“ nicht, sein Akzent ist niedlich und exotisch zugleich.

Dafür und für viele weitere Fähigkeiten des Ausnahmekünstlers ist der Düsseldorfer Carsten Bullemer extra mit Freundin Annett John aus Hamburg angereist. Der 34-Jährige sagt, er habe Herman „bestimmt schon 80 mal gesehen“, auch das neue Programm „Fallen oder Springen“ findet er „einwandfrei“.

Nach seinem zweiten Lied („Wie soll es sein? Schüchtern oder beleidigt, weil es das Zweite ist?“) gibt der seit 50 Jahren aktive van Veen tiefe private Einblicke. „Johnnie Walker“ habe im Hotel auf seinem Tisch gestanden — dann Prost; eine New York Times und die Bravo auf seinem Schreibtisch — belesen; im Bad ein Shampoo „für wenig Haare“, sagt der Mann mit der Halbglatze. Ja, ja, man kenne ihn, stellt er fest.

Im leuchtend-roten Hemd mit schwarzer Anzughose steht er da, mal die Gitarre um den Hals, mal die Geige am Hals, mal die Finger auf den Klaviertasten. Und just in dem Moment, als Herman einem ob seines Anputzes als idealer Flamencotänzer vorkommt, steppt er los. Wie ein kleiner Junge hüpft er über die Bühne. „Warum bin ich so fröhlich?“ lautet eines seiner berühmtesten Lieder, komponiert für die Trickfilmserie um die von ihm erfundene Ente und deren Abenteuer. Die Antwort folgt zum Schluss...

Gerade heraus berichtet der große vom kleinen Herman. „Da unten musste mich ein Pfleger für einen Eingriff rasieren.“ Das „Ding“ habe brav still gelegen — bis mit einem Pinsel eine orangefarbene Flüssigkeit aufgetragen wurde. Da sei der kleine Herman wie Pinocchio auferstanden.

Warum er nun so fröhlich ist? Weil er der leiseste laute Künstler dieser Zeit ist, mit der Gabe, liebenswerter Clown, begnadeter Musiker und Sänger und Geschichtenerzähler in einem zu sein.

Von Claudia Tupeit

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