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Jungsinfoniker begleiten Ostrocklegende

Südstadt Jungsinfoniker begleiten Ostrocklegende

Ein besonderes Konzert „Karat meets Classic“ begeistert 2100 Besucher in der Stadthalle

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Karat mit Sänger Claudius Dreilich ist am Sonnabend mit Rostocker Jugendorchestern vor rund 2100 Besuchern aufgetreten. Fotos (3): Ove Arscholl

Südstadt. Konzertabende, wie den am vergangenen Sonnabend, erlebt man in der Rostocker Stadthalle trotz vollem Veranstaltungskalender selten. Die Eindrücke, die die 2100 Besucher von „Karat meets Classic“ mit nach Haus nehmen, dürften sehr nachhaltig sein. Unter der Leitung von Edgar Sheridan-Braun spielen das Jugendsinfonieorchester des Konservatoriums „Rudolf Wagner-Régeny“ und das Freie Studentenorchester Rostock zunächst Stücke aus Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ und ein Medley aus Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“. Dann begrüßen sie die Band „Karat“ auf der Bühne. Das Hauptprogramm beginnt. 17 Titel der Ostrocklegende begleiten die Rostocker Jungsinfoniker.

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Ein besonderes Konzert „Karat meets Classic“ begeistert 2100 Besucher in der Stadthalle

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„Ich habe eine DVD der Ostrock-Klassik-Tour zu Hause und will mir das deswegen heute ansehen“, erzählt Helmut Mahrt (67) aus Lütten Klein. Er stammt aus den alten Bundesländern und erinnert sich noch an ein Peter-Maffay-Konzert in Kassel, bei dem Maffay gemeinsam mit Herbert Dreilich „Über sieben Brücken“ gesungen hat. „Das war beeindruckend.“ Nach Dreilichs Tod hat sein Sohn Claudius den Gesang in der Gruppe übernommen, den die Rostocker nun mit großem Beifall begrüßen. Das Konzert startet mit großen Nummern, wie „Jede Stunde“ und „Schwanenkönig“.

Hinter den 108 Mitgliedern der Orchester liegen rund zwei Jahre intensiver Probenarbeit. Mit dabei ist auch der 13-jährige Emanuel Walter. Er sitzt an der Pauke und ist stolz, mit seinem Instrument an den lauten Stellen des Konzerts mitzuwirken. „Der Sound und das Gefühl auf der großen Bühne sind schon etwas anderes, als bei den Proben“, bekennt er. Und Trompeter Hannes Kucharz (20) sagt: „Man fühlt sich schon ein bisschen wichtiger, wenn man mit so international bekannten Künstlern auftreten darf. Für ihn und seinen Bläserkollegen Jacob Thönes am Horn waren Stücke wie „Sieben Brücken“

oder „Weitergehen“ die großen Herausforderungen. „Gerade ,Weitergehen' ist sehr anspruchsvoll“, sagt Thönes. „Das Lied hat einen schwierigen Rhythmus. Wenn man da kurz nicht bei der Sache ist, dann ist man einfach raus.“

Beeindruckt vom Zusammenspiel der Orchester mit der Band sind Vera Schmacke (76) und Elsbeth Pätow (65) aus Rostock. „Die Stimmung in der Halle berührt mich einfach“, sagt Schmacke. Pätow schätzt an Karat besonders den Inhalt der Texte und die Ausstrahlung der Musiker. „Man spürt einfach ihre Liebe zum Publikum.“

Nach einem fulminanten Finale mit „Über sieben Brücken“ gibt es lang anhaltenden Applaus im Stehen. Es folgen drei Zugaben und schließlich noch ein weiteres Mal „Der blaue Planet“. Dreilich und Sheridan-Braun liegen sich in den Armen, sind sichtlich beeindruckt von der gemeinsamen Leistung. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling verkündet schließlich auf der Bühne, dass es zur 800-Jahr-Feier in zwei Jahren eine Wiederholung des Konzerts geben werde. „Am 24. Juni 2018 können wir das noch mal erleben.“ Bis dahin, so verspricht er in der vollen Stadthalle, wolle die Stadt dem Konservatorium bei der Instrumentenbeschaffung stärker unter die Arme greifen.

FÜNF FRAGEN AN...

1 Wer hatte die Idee für das Konzert mit den Rostocker Jung-Sinfonikern? Die Idee kam hier aus Rostock, von der Goliath-Agentur. Man hatte es wohl dem Oberbürgermeister angetragen für die 800-Jahr-Feier in zwei Jahren, wo das Ganze dann noch einmal im größeren Rahmen stattfinden soll. Und der fand die Idee toll.

2Wenn so eine Idee an euch herangetragen wird, entscheidet ihr gemeinsam, ob ihr mitmacht? Ja, das diskutieren wir zu fünft in der Band. Aber eigentlich war es für uns klar, dass wir es machen, denn wir haben ja schon immer mal mit Orchestern zusammen gespielt, auch vor der Wende schon. Inzwischen ist das zwar auch ein bisschen en vogue geworden, aber wir haben das tatsächlich schon immer gemacht. Ich behaupte mal, unsere Musik eignet sich auch sehr gut für solche Projekte. Aber mit so einem großen Orchester ist es auch für uns das erste Mal.

3Was ist die größte Herausforderung dabei? Wir müssen natürlich unsere Lautstärke herunter fahren, damit die anderen sich überhaupt hören können. Und dann müssen unser Trommler und der Dirigent auch ein bisschen Blickkontakt halten, damit alles zusammenpasst.

4Lernt man sich da auch kennen? Ja, ich gehe zum Beispiel grundsätzlich immer zu meinen Kollegen, den Bassisten im Orchester, und begrüße jeden einzelnen. Schließlich spielen wir ja dann auch gemeinsam.

5Könntet ihr theoretisch die Plätze tauschen? Ich hab zwar ein Staatsexamen im Fach Kontrabass, aber ich müsste schon erst mal richtig üben.

Von Ove Arscholl

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