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Kaffeeklatsch im Schatten alter Bäume

Lichtenhagen Dorf Kaffeeklatsch im Schatten alter Bäume

Die Kirchengemeinde Lichtenhagen Dorf veranstaltet wöchentlich ein SommerCafé für einen guten Zweck. Dorfbewohner backen Torten und haben viele Rezepte in einem heiß begehrten Backbuch zusammengefasst. Der Erlös der Kuchen und der Rezeptsammlung fließt in den Umbau der Pfarrscheune.

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Die Gäste genießen beim SommerCafé den Plausch bei Kaffee und Kuchen unter alten Bäumen im schönen Lichtenhäger Pfarrgarten.

Quelle: Fotos: Ingrid Feuerstein

Lichtenhagen Dorf. Petrus hat ein Einsehen. Donnerstag um 14 Uhr öffnet das SommerCafé seine Pforten – und es dauert nicht lange und der Pfarrgarten in Lichtenhagen Dorf füllt sich mit zahlreichen Besuchern. Sie kommen in dieses idyllische Fleckchen nahe der 700 Jahre alten Dorfkirche, um Kuchen und Torten bei fair gehandeltem Kaffee oder Tee zu genießen.

Das Besondere: Die Köstlichkeiten entstehen in keiner professionellen Backstube, sondern in den Küchen der Dorfbewohner. Etwa 70 Hobby-Bäckerinnen und -Bäcker gehören zum Team, das von Juni bis Ende August donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr seine Gäste verwöhnt. Mindestens 20, meist eher 30 selbst gebackene Torten oder Kuchen werden dann gebraucht.

Einer der Bäcker ist Horst Mund. Seit einem Jahr ist der ehemalige Wissenschaftler Rentner: „Da sucht man sich eine Aufgabe“, begründet er sein Engagement. Vor vier Jahren, beim 750-jährigen Dorfjubiläum und der Glockenweihe, entstand in der Kirchengemeinde die Idee des SommerCafés, mit dessen Erlös der Kredit für die neuen Glocken unterstützt werden sollte. Seitdem backen Horst und seine Frau Gisela Mund im Sommer für den guten Zweck. Die Resonanz der Gäste ist ihr Dankeschön, das vom Herzen kommt.

Ab 14 Uhr warten die Ersten, zur klassischen Kaffeezeit um 16 Uhr ist ein Großteil der frischen Leckereien schon aufgegessen. „Anfangs kamen vor allem Frauen, dann Ehepaare und Familien mit kleinen Kindern, gegen 15 Uhr kommen die Schulkinder“, erzählt Organisatorin Cornelia Buck. Geburtstags-Gesellschaften lassen sich zum Kaffee nieder oder auch mal eine Trauergesellschaft. Vor allem aber hat sich das SommerCafé als Treffpunkt für die Bewohner der Doppelgemeinde Lichtenhagen Dorf und Elmenhorst etabliert, zu dem sich aber zunehmend Besucher aus der Hansestadt Rostock und auch Fahrradtouristen gern einfinden. Alle fühlen sich wohl unter den alten Obstbäumen. Immer erklingt handgemachte Musik. Mal vom Keyboard mit Kantor Andreas Hain, mal per Mundharmonika. Diesen Donnerstag spielt Annerose Haverkamp auf ihrem Akkordeon.

Die provisorische Einrichtung des ersten Jahres ist inzwischen durch ein Blockhaus mit Verkaufstresen und Kühlschrank, wetterfesten Pavillons, einheitlichem Geschirr und Spielgeräten für Kinder ersetzt worden.

In diesem Jahr ist das vom SommerCafé-Team herausgegebene Backbuch „Lieblingskuchen“ der große Renner im Pfarrgarten. Immer wieder hatten Gäste in den vergangenen Jahren nach den Rezepten gefragt.

Viele kaufen gleich mehrere Bücher, weil sie die als interessantes Mitbringsel verschenken wollen. Die Sammlung beinhaltet immerhin 77 Rezepte. Von After-Eight- oder Windbeutel-Torte über Sägespänekuchen bis zum Rote-Bete-Schokokuchen reicht die Spannbreite. Die Rezepte sind von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, aber dennoch können auch weniger Geübte nach diesen Anleitungen Wohlschmeckendes für den Kaffeetisch zaubern. Die Rezepte sind handschriftlich veröffentlicht und wirken dadurch so authentisch wie die leckeren Kuchen und Torten des SommerCafés.

Außer im SommerCafé kann man die Rezeptsammlung im Elmenhorster Blumenladen oder aber beim Elias-Konzert am morgigen Sonntag in der Rostocker Nikolaikirche kaufen. 1000 kleine Bücher sind gedruckt worden, 280 wurden davon allein in diesem Monat verkauft. „Bei 300 Exemplaren haben wir die Druckkosten raus“, freut sich Cornelia Buck, dass diese Zahl bald erreicht ist.

Der Erlös ab dem 301. Rezeptbuch wird, wie auch der des SommerCafés, in den Umbau der mehr als 100 Jahre alten unter Denkmalschutz stehenden Pfarrscheune zum barrierefreien Gemeindezentrum fließen.

Auch Hildegard und Hans-Joachim Lipke aus Lichtenhagen Dorf haben sich für fünf Euro ein Rezeptbuch gekauft. „Wenn man hier die Torten so lecker vorgeführt bekommt, dann muss man die einfach nachbacken“, versichern sie. Aber auch sie sind nicht mit leeren Händen gekommen. Sie haben Apfeltaschen als Kuchenspende für das SommerCafé mitgebracht. „Der Rahmen hier ist doch einfach wunderbar“, findet Hans-Joachim Lipke. „Erstbesucher sind überrascht, dass sich so dicht hinter der Straße ein so schönes Ambiente im Pfarrgarten auftut“, hat auch Horst Mund immer wieder erfahren.

Ingrid Feuerstein

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