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Kartonfiguren aus dominikanischen Händen

Östliche Altstadt Kartonfiguren aus dominikanischen Händen

Künstler Titua arbeitet mit Recyclingmaterial und präsentiert seine Werke beim zehnten Kunstmarkt in der Nikolaikirche

Östliche Altstadt. Der zehnte Kunstmarkt in der Kirche St. Nikolai findet vom 27. bis 29. Mai statt. Etwa 20 Künstler werden sich und ihre Werke vorstellen. Einer von ihnen ist Titua. Der Bildhauer heißt eigentlich Nelson Martín Vásquez Reyes und kommt aus der Dominikanischen Republik. Seit 2014 wohnt der Künstler mit seiner Familie in Rostock. Schon als Kind wollte Titua Bildhauer werden. „Ich gestaltete Figuren mit der Erde und dem Schlamm“, sag er. Der 39-Jährige studierte an der Nationalen Kunstakademie in Santo Domingo, fasziniert von großen Künstlern wie Miguel Angel, Picasso und Henry Moore. Heutzutage arbeitet Titua an Objekten aus Recyclingkarton. Er versucht, dem Material „ein neues Leben zu geben“.

In seiner Heimat, der Dominikanischen Republik, arbeitete er mit harten Materialien wie Eisen und Stahl. Dort gebe es ein großes Publikum für diese Art von Kunst. „Das Eisen hat seine eigene Härte und Schmutzigkeit, seine Säure ist etwas Besonderes – aber innerhalb dessen findet man die visuelle Schönheit“, versucht Titua zu erklären. Aber in Deutschland sei alles so sauber, hier herrsche Minimalismus, deshalb wirke diese Art von Kunst hier grotesk. Ein kleiner Pinselstrich sei genug und sehe gut aus.

„Also bin ich in einer neuen Phase. Ich bin von Natur aus eher ein chaotischer Bildhauer. Ich mag die Stücke gern groß, kräftig, hart, aber jetzt hat sich meine Arbeit radikal verändert“, erzählt er.

Titua kam nach Europa, als er den Nationalen Kunstpreis „Luichy Martinez Richiez“ gewonnen hatte, der von der Französischen-Botschaft in der Dominikanischen Republik 2012 verliehen wurde für seine Arbeit „Indigentes“ (Bedürftige). Der Preis war eine Reise durch die bekanntesten französischen Museen. Nach der Reise beschloss Titua, eine Freundin in Rostock zu besuchen. Der Funke der Liebe sprang über und ein Jahr später wurde Sohn Cirius geboren.

Hierzulande sieht Titua große künstlerische Chancen. In seinen Kartonfiguren stellt er Situationen des täglichen Lebens nach. Seine Werke verkauft er, stellt sie aus - demnächst beim Kunstmarkt in der Nikolaikirche. In Zukunft möchte der Künstler Kinder oder Erwachsene unterrichten, ihnen zeigen, wie Kartonplastiken entstehen. Gern würde er in einer Kunstgruppe mitarbeiten. „Ich lerne noch Deutsch, aber in der Kunst spielt die Sprache keine große Rolle.“

Arturo Valdez

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