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Kult-DJ darf nicht bei Sail auftreten

Stadthafen Kult-DJ darf nicht bei Sail auftreten

Sicherheitsbedenken gegen Stephan Mangelsdorff: Geplanter Auftritt abgesagt / Experten rechnen mit zu vielen Fans

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DJ mit Kultstatus: Schon 2015 durfte Stephan Mangelsdorff nicht auf der Sail, sondern nur auf der MS Koi auflegen.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Stadthafen. Stephan Mangelsdorff hat Kult-Status – vor allem bei all jenen, die auf der Hanse Sail richtig feiern wollen: Der DJ mit den langen Haaren und Schottenrock heizte jahrelang den Besuchern des größten Volksfestes im Land ein. Tausende Musikfans tanzten Abend für Abend vor seinem „Party-Turm“ im Stadthafen. Doch seit zwei Jahren gibt es für Mangelsdorff keinen Platz mehr auf der Sail – und das wird sich auch 2016 nicht ändern: Der Radio-Sender Antenne MV hat die geplante Rückkehr des Kult-DJ in diesem Jahr abgesagt. Auf Druck der Sicherheitsexperten. Sie fürchten, dass Mangelsdorff zu viele Fans locken könnte und es zu Unglücken kommen könnte.

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8 Tage noch, dann startet in Rostock die 26. Hanse Sail. Los geht es am Donnerstag unter anderem mit dem Auftritt von Stephanie Heinzmann auf der NDR-Bühne am Stadthafen.

1 Million Besucher werden auch in diesem Jahr zum größten Volksfest des Landes erwartet.

170 Schiffe sind bisher zur Sail angemeldet.

Bereits 2015 fehlte Mangelsdorff auf der Partymeile am Stadthafen. „Wir konnten mit dem Betreiber des Party-Turms keinen Vertrag abschließen und haben uns entschieden, am Christinenhafen ein neues Konzept umzusetzen“, sagt Sail- Chef Holger Bellgardt. In diesem Jahr zum Beispiel wird sich an Mangelsdorffs altem Stammplatz das Sail-Partnerland Polen präsentieren dürfen. Vergangenes Jahr wich Mangelsdorff auf das Party- Schiff MS Koi aus, in diesem Jahr sollte er nun auf der Antenne MV-Bühne auf der Haedgehalbinsel spielen.

„Doch daraus wird nichts. Es tut uns leid um den Spaß, der den Besuchern der Sail entgeht“, erklärt Antenne MV-Geschäftsführer Robert Weber. Die Sicherheitsexperten der Sail hätten von dem Auftritt Mangelsdorffs abgeraten – und vor möglicherweise dramatischen Szenen gewarnt: „Angeblich habe es schon vor dem Party- Turm am Christinenhafen Sicherheitsprobleme gegeben. Viele Besucher sollen für die Rettungs- und Sicherheitskräfte nicht mehr ansprechbar gewesen sein“, berichtet Weber aus den Beratungen. Und auf der Haedgehalbinsel sei die Situation noch schlechter: „Die Gefahr, dass bei dem erwarteten Andrang Menschen verletzt oder in die Warnow gestoßen werden, ist zu groß.“ Kurios: Gegen den Auftritt der Band „Stanfour“ oder auch den der DDR-Kultgruppe Karussell gab es offenbar keine Bedenken.

Mangelsdorff selbst meldet sich im sozialen Netzwerk Facebook zu Wort . Er zeigt sich enttäuscht: „Leider passt mein Auftritt auf der Antenne MV-Bühne nicht in das Sicherheitskonzept des Hanse Sail-Büros und deren Berater.“ Im Jahr 2015 hätten rund 8000 Fans vor der Bühne auf der Haedgehalbinsel gefeiert. Die Experten der Sail gingen, so Mangelsdorff, davon aus, dass zu seinem Auftritt noch mehr Besucher kommen würden. „Damit wäre das Areal überlastet. Ich habe die Sicherheitsberater aber gebeten, mir mitzuteilen, wo ein Auftritt von mir möglich wäre, ohne die Sicherheit zu gefährden.“

Auch viele Fans reagieren auf die Absage traurig: „Die wissen nicht, was gut ist“, schreibt zum Beispiel Silke Bandilla. „Ich hatte mich so gefreut“, kommentiert Steffen Mayerl. Und Heike Wagner kritisiert: „Da freut man sich ein Jahr lang auf den besten DJ Deutschlands und dann sagen die Sicherheitsmenschen ,Nö’.“ Einer der bekanntesten Fürsprecher Mangelsdorffs ist Peter Gliem, Marketing- Geschäftsführer der Rostocker Brauerei: „Die Entscheidung ist doch ein Lacher“, sagt er zur Absage für den DJ-Auftritt. „Wir fangen an, uns auf der Sail zu limitieren. Was ist denn erst los, wenn der NDR mal Udo Lindenberg holt und es so richtig voll wird? Das geht nicht mehr?“ Mangelsdorff habe offenbar mehr Zugkraft als all die anderen Künstler, die am Stadthafen auftreten sollen: „Das ist für ihn doch ein tolles Lob. Immerhin.“

Sail-Chef Bellgardt reagiert auf die Debatte um den Mangelsdorff- Auftritt wortkarg: „Die Hanse Sail ist ein Fest für die ganze Familie und möchte ein Programm für alle Altersklassen bieten. Wir denken, dass das in Vergangenheit und auch in diesem Jahr der Fall ist. Für junge Leute gibt es die Bühne am Mau-Club oder auch das Programm auf der NDR-Bühne mit Stefanie Heinzmann und Philipp Dittberner.“ Zu dem abgesagten Auftritt von Mangelsdorff will er sich nicht äußern. Nur so viel: „Wir betreiben die Bühne auf der Haedgehalbinsel gemeinsam. Der Auftritt war vorher nicht abgesprochen.“

Andreas Meyer

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