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Kunst auf dem Kreisel: Minister kämpft für Ortsbeirat

Hansaviertel Kunst auf dem Kreisel: Minister kämpft für Ortsbeirat

Seit eineinhalb Jahren fordert das Hansaviertel eine Skulptur auf dem Dürerplatz / Bislang lehnte das Kulturamt die Idee ab – doch jetzt hat sich sogar die Landesregierung eingeschaltet

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Der Dürerplatz im Hansaviertel: Der Ortsbeirat wünscht sich ein Kunstwerk auf dem Kreisverkehr.

Quelle: Ove Arscholl

Hansaviertel. Zugegeben: Etwas trostlos sieht der Dürerplatz schon aus. Der neue Kreisverkehr im Hansaviertel – 2014 wurde er nach einem rund 700000 Euro teuren Umbau eröffnet – ist zwar begrünt, aber mehr auch nicht. Der Ortsbeirat will das ändern und kämpft seit eineinhalb Jahren für ein Kunstwerk auf dem Kreisel. Ausgerechnet das Kulturamt der Stadt hatte das bisher stets abgelehnt. Doch nun kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit – weil sich der Kultusminister persönlich in den Streit eingeschaltet hat.

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Seit eineinhalb Jahren fordert das Hansaviertel eine Skulptur auf dem Dürerplatz / Bislang lehnte das Kulturamt die Idee ab – doch jetzt hat sich sogar die Landesregierung eingeschaltet

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Kulturamt spart für Lichtenhagen

50 000 Euro stehen dem Kulturamt jährlich für „Kunst im öffentlichen Raum“ zur Verfügung. Das letzte Objekt wurde 2015 im Petriviertel enthüllt. Seitdem spart die Stadt für ein Kunstobjekt in Lichtenhagen – ein Mahnmal für die rassistischen Pogrome im Jahr 1992.

„An diesem Platz stand bis weit in die DDR-Zeit hinein immer ein Kunstwerk, eine große Skulptur“, sagt Karsten Cornelius (SPD), der Chef des Ortsbeirates. In der Zeit zwischen 1938 und 1945 stand auf dem Dürerplatz die Plastik „Läuferpaar“ des Künstlers K. U. Richter. Die NS-Kunst wurde allerdings nach Kriegsende abmontiert – und durch die Figur eines kleinen Matrosen ersetzt. Erst Mitte der 1970er wurde die Kunst am Dürerplatz abgebaut. „Wir sind aber der Meinung, dass eine Skulptur den Platz und das gesamte Areal aufwerten würde“, so Cornelius. Viel Geld müsse die Stadt nicht in die Hand nehmen: „Uns würde ein Objekt, das derzeit im Fundus der Stadt lagert und nicht gezeigt wird, reichen. Wir könnten zwei, drei Skulpturen den Bürgern zur Auswahl vorlegen.“

Doch mit dem Kultur- und Denkmalamt war das bisher nicht zu machen. Amtsleiterin Michaela Selling hatte die Vorschläge aus dem Hansaviertel 2015 zunächst abgelehnt – mit dem Hinweis, dass die Stadt keine NS-Kunst im öffentlichen Raum zeigen wolle. „Und die alte Skulptur, die im Zuge des Stadionbaus errichtet wurde, ist nunmal in diesem politischen Kontext zu sehen.“ Damit war das Thema erst mal erledigt.

Bis sich das Kultusministerium in Schwerin eingeschaltet hat: „Dass Bürger sich dafür starkmachen, Kunst im öffentlichen Raum zeigen zu wollen, ist nicht selbstverständlich“, sagt Minister Mathias Brodkorb (SPD). Diese Eigeninitiative des Ortsbeirates sei beispielhaft, müsse unterstützt und nicht ausgebremst werden: „Wenn die Stadt ein passendes Kunstwerk in ihrem Fundus findet, dann wäre das Land bereit, die Kosten für eine eventuell nötige Restaurierung und auch für das Aufstellen zu übernehmen. Das könnte unser Geschenk zur Rostocker 800-Jahr-Feier sein.“

Dass sich die Landesregierung so eindeutig positioniert hat, hat auch die Stadt zum Umdenken bewogen. Kurzfristig wird auf dem Kreisverkehr keine Skulptur stehen können: „Wir haben in unserem Fundus kein passendes Objekt für den Dürerplatz“, sagt Michaela Selling. Und eine Neuanschaffung sei derzeit auch nicht möglich: „Wir haben jährlich 50000 Euro für Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung. 2015 haben wir zum Beispiel im Petriviertel neue Werke eingeweiht.“ Die Mittel für die kommenden Jahre seien bereits verplant: 2017 – zum 25. Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen – soll dort ein Mahnmal errichtet werden. 100000 Euro kommen aus der Stadtkasse, 50000 Euro vom Land. „Wir richten für jedes Kunstobjekt zuvor einen Ideen-Wettbewerb aus, an dem sich Künstler mit ihren Ideen beteiligen“, so Selling.

Einen solchen Wettstreit könnte sie sich nun auch für den Dürerplatz vorstellen: „Ab 2018 könnten wir Mittel dafür zur Verfügung stellen.“ Schnell könnte es gehen, wenn das Land statt für die Restaurierung einer alten Skulptur auch Geld für ein neues Kunstwerk geben würde“, sagt die Kulturamtschefin. In einem Punkt bleibt sie aber bei ihrer Meinung: „Ich weiß nicht, ob der Kreisel selbst der beste Ort für eine Plastik ist. Wir sollten uns auch die Grünanlagen der Umgebung anschauen – ob die nicht besser geeignet sind.“

Andreas Meyer

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