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Reutershagen Kunsthalle will weltweit Aufmerksamkeit

Bau des Schaudepots startet 2017 / Schwerpunkt wird sozialistische Kunst / Preis lockt Künstler

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Der Kunstpreis lockt die Besucher ins Museum: Gerhard Weber (v. l.), Klaus-Dieter Steinberg und Andrea Duda betrachten den „Stier“ aus Draht, Papier und Holz von Anna Martha Napp. FOTOS: OVE ARSCHOLL

Reutershagen. . Nicht einmal zehn Jahre ist es her, da stand Rostocks Kunsthalle vor dem Aus. Die Stadt wollte kein Geld mehr zuschießen, den einstigen Museumsneubau der DDR schließen. Auf eine solche Idee würde heute im Rathaus und in der Bürgerschaft niemand mehr kommen. Denn die Kunsthalle ist seit Jahren im Aufwind – und sie macht sich mehr und mehr über die Landesgrenzen hinaus einen Namen. Beweis für die neue Strahlkraft des zeitgenössischen Museums ist der Rostocker Kunstpreis.

Bereits zum elften Mal wird die Auszeichnung in diesem Jahr verliehen. Am Sonnabend wurde die Ausstellung mit Werken der fünf Finalisten Anne Carnein, Katrin Lau, Rainer Kessel, Anna Martha Napp und Cindy Schmiedichen eröffnet. Um die 100 Besucher waren bei der Vernissage dabei: Kunstliebhaber, Stammgäste des Museums, gleich eine ganze Reihe von Bürgerschafts- und Landtagsabgeordneten.

„Kleinplastiken“ sind das Thema im Jahr 2016. Die Ausstellung zeigt Blumen und Pflanzen, die aus Stoff entstanden sind. Tiere, geformt aus Metall. Ebenso Gesichter – aus Stein und Harz zusammengefügt.

49 Bewerber gab es, fünf hat eine Jury für die Final-Ausstellung ausgewählt. Vor gut einem Jahrzehnt interessierte sich kaum jemand für Rostock und die Kunsthalle, heute kommen Bewerbungen aus ganz Deutschland. „Der Kunstpreis hat sich zu einem der Höhepunkte im kulturellen Leben der Stadt entwickelt“, sagt Prof. Wolfgang Methling, Vorsitzender der Rostocker Kulturstiftung. Der Verein verleiht den Preis zusammen mit der Provinzial-Versicherung. „Unser Ziel war es, Künstler aus ganz Deutschland – aber mit einem Bezug zu unserem Bundesland – wieder nach Rostock zu locken“, so Methling. Der Plan geht auf – auch wegen des Preisgeldes. 10000 Euro erhält der Gewinner des Kunstpreises. Gestiftet von der Versicherung. „Wir verleihen einen der höchst dotierten Kunstpreise in ganz Deutschland“, sagt Michaela Selling, Rostocks Kulturamtschefin. Und: „Die Hansestadt kauft von jedem der Finalisten Werke. Wir wollen damit unsere Sammlung zeitgenössischer Kunst nach und nach ausbauen.“ Für Rostock sei der Kunstpreis ein Markenzeichen geworden, so Selling.

Jörg-Uwe Neumann, Direktor des Museums, sieht das ähnlich: „Als zeitgenössisches Museum brauchen wir eine lebendige Kunstszene um uns herum, in MV. Aber das ist schwer: Die Künstler haben es im Nordosten nicht leicht.“ Es gäbe, so Neumann, kaum große Sammler. „Und ohne Sammler gibt es keine Galerien. Doch die Künstler brauchen ein Forum, um sich zeigen zu können.“ Ein solches Forum will die Kunsthalle sein.

Neumann hat aber noch einen Plan, um der Kunsthalle international zu Rang und Namen zu verhelfen: Die Mittel für den Bau eines Anbaus, des sogenannten Schaudepots sind genehmigt. 4,5 Millionen Euro soll der Bau kosten, den größten Teil trägt der Bund. „Im Spätsommer soll Baustart und bereits 2018 alles fertig sein“, sagt Kulturamtschefin Selling. Neumann will dann die „Spezialität“ des Hauses weiter ausbauen: „Wir wollen einen Fokus auf Kunst in der Zeit des Sozialismus, in der DDR und den Ostblock-Staaten legen.“ Damit befasse sich kaum ein Museum weltweit. „Dabei ist es ein Vierteljahrhundert danach an der Zeit, sich neu und mit befreitem Blick dieser Werke zu widmen.“ Dazu passt einer der Höhepunkte im Ausstellungskalender 2017: Im Sommer zeigt die Kunsthalle Werke von Wolfgang Mattheuer. „Er zählt zu den großen Künstlern der DDR – zusammen mit Werner Tübke und Arno Rink. Rink und Tübke haben wir schon gezeigt. Mattheuer fehlte bislang.“

Andreas Meyer

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