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Lichtenhagen: Kunst gegen das Vergessen

Stadtmitte Lichtenhagen: Kunst gegen das Vergessen

105000 Euro werden in Kunstwerke investiert / Erinnerung an ausländerfeindliche Ausschreitungen von 1992

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Das Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen, auf das 1992 Brandanschläge verübt wurden.

Quelle: OZ-Archiv

Stadtmitte. Fast 25 Jahre ist es her, dass es in Lichtenhagen zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen kam. Die Hansestadt Rostock möchte daran erinnern und hat daher die „Arbeitsgruppe Gedenken“ ins Leben gerufen, die sich entschieden hat, sich dem Thema künstlerisch zu nähern.

 

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Es hat Ver- anstaltungen gegeben. Wir wollen etwas Dauerhaftes schaffen.“Sarah Linke, Kulturamt

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Künstler setzen sich intellektuell und kreativ mit dem Thema auseinander.“Holger Stark, Vorsitzender Kunstbeirat

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Es hat Ver- anstaltungen gegeben. Wir wollen etwas Dauerhaftes schaffen.“Sarah Linke, Kulturamt

Kunstprojekt

105 000 Euro will die Hansestadt Rostock für die Kunstwerke ausgeben. 50000 Euro kostet zudem der Ideen- Wettbewerb im Vorfeld.

„Wir haben einen Kunstwettbewerb ausloben“, erklärt Sarah Linke vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen. „Zum zehnten und 20. Jahrestag hat es bereits viele Vorträge und Dokumentationen gegeben.

Wir wollen etwas Dauerhaftes schaffen.“ Ziel sei es, an möglichst vielen Punkten in der Stadt, die mit den Vorfällen zu tun hatten, mit Hilfe von Kunstwerken auf die Ereignisse 1992 aufmerksam zu machen.

„Zwischen März und Mai haben sich 89 Künstler sowie Künstlergruppen beworben, im Juni hat ein Auswahlgremium elf von ihnen für die Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt“, sagt Linke. Gestern nun war Abgabetermin für die Beiträge. „Eine Preisgericht wird am 23. November einem Bewerber den Zuschlag für den Auftrag erteilen“, erläutert die 35-Jährige. „Bis August 2017 sollen zunächst zwei Projekte am Sonnenblumenhaus und dem Rathaus realisiert werden.“ Weitere Standorte sollen folgen. Holger Stark, Vorsitzender des Kunstbeirats, hält eine konstruktive und vernünftige Auseinandersetzung mit den Ausschreitungen, unabhängig davon, wer die Verantwortung trägt, für notwendig. „Viele möchten daran nicht erinnert werden, aber ein Umgang damit ist unumgänglich“, sagt er.

„Künstler können das wunderbar ,von außen’ – sie waren nicht betroffen und setzen sich intellektuell, kreativ und konstruktiv mit dem Thema auseinander.“

Welche Kunstwerke zukünftig zu sehen sein sollen, hat die Arbeitsgruppe offen gelassen. „Es wäre unsinnig, ein Denkmal zu errichten“, sagt Stark. „Das Sonnenblumenhaus und der Stadtteil sind schon bekannt genug – auch über die Stadtgrenzen hinaus.“

Sinnvoller sei partizipative Kunst: etwa Interventive Projekte, Installationen und Aktionen.

Katharina Ahlers

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Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

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