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Lieder erzählen Geschichten vom Leben

LÜHBURG Lieder erzählen Geschichten vom Leben

Liedermacher, Komponist und Sänger Ingo Barz feierte 65. Geburtstag und hat viele neue Pläne

Lühburg. Es ist nicht vorstellbar, dass der Liedermacher, Komponist und Sänger Ingo Barz nun Notenpapier und Gitarre aus der Hand legt, nur weil er 65 Jahre alt wurde und sich nun Rentner nennt. „Ich werde keine großen Auftritte mehr haben“, sagt er und widerspricht sich im gleichen Atemzug, denn: „2017 habe ich ein Jubiläum. Vor 45 Jahren hatte ich meinen ersten öffentlichen Auftritt. Das ist Anlass für eine neue CD, ist Anlass für ein neues Rundreiseprogramm.“

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Liedermacher, Komponist und Sänger Ingo Barz feierte 65. Geburtstag und hat viele neue Pläne

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So entstehen in seinem Tonstudio im Schnitterhof in Lühburg neue Gesänge zu allem, was sich zwischen geboren werden und sterben ereignet. 20 Lieder werden es sein. Ein Großteil ist bereits gefertigt.

Wie bisher: Ingo Barz spielt alle Instrumente, „gitarrenlastig“, selbst, singt seine Texte und vereint alles am Mischpult zu einer Scheibe. Wie üblich: Es passt nicht alles auf die CD, so dass der Zuhörer in den öffentlichen Auftritten auch Neues zu hören bekommt.

„Ich erzähle Geschichten, arbeite sehr stark mit der Sprache“, sagt Ingo Barz. Er hat festgestellt, dass in seinem Wirken „alle zehn Jahre ein neuer Barz“ zu erkennen ist. Es gab in der DDR die Zeit der Gesänge im Kirchenraum, denn eine staatliche Spielerlaubnis gab es nicht, dafür aber ab 1982 eine umfangreiche Stasiakte, die ihm staatsfeindliche Hetze nachsagte.

Nach der Wende, dann mit Ehefrau Eva-Maria im Schnitterhof in Lühburg, wuchs die Zahl der veröffentlichten Bücher und Tonträger. So arbeitete er 1999 mit „Im Anfang war das Ohr – Lieder aus einem anderen Land“ und 2000 mit „Drum fragt mich jemand, wie es war“ den DDR-Lebensweg auf.

2003 wurde „Wo ist ein Platz zu bleiben“ zu zwölf Kunstwerken von Ernst Barlach gemeinsam mit Karl Scharnweber und Johannes Pistor produziert. „Mit dem Barlachprogramm hatten wir auch im Westen und in den Niederlanden Erfolg“, sagt Ingo Barz. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ging Ingo Barz dem Laben und Treiben im fernen Mittelalter nach und begab sich auf „Eine Liederreise durch Mecklenburg“.

Mit seiner vorerst letzten Scheibe „Sehn mich so nach dir“, 2015 erschienen, „habe ich die Aufarbeitung der ’alten Sachen’ abgeschlossen“, sagt er. Es sind nicht nur seine Kassetten und CDs, es sind auch zahlreiche Publikationen aus seiner Feder, die zu einem Teil im Verlag Schnitterhof Lühburg (Inhaberin Eva-Maria-Barz) erschienen.

Zwischen den „Positionslichtern“ 1989 und der 2010 erschienenen Autobiographie „Muss denn der Junge dauernd Panzer malen“ gibt es „Donner, Blitz und Ofenrohr“, ein Liederbuch für Kinder.

Es ist ruhiger geworden im Schnitterhof. Der Verlag hat seine Arbeit eingestellt. Zwei Schafe, zwei Lämmer, viele Hühner, ein Boxer-Hund hält Wache. Der Bestand an Tieren wurde stark verringert. Alle erforderlichen Arbeiten am Haus sind zur Zufriedenheit erledigt. Die Gemütlichkeit des Hauses wurde erhöht: „Wir haben einen Grundofen bauen lassen. Der ist ökologisch und energetisch hervorragend“, schwärmt der Hausherr.

Ab und an gibt es Hauskonzerte mit Gästen. So, wenn die Gitarrengruppe der Hausherrin Eva-Maria zum gemeinsamen Essen in den Schnitterhof kommt. Dann erklingt auch manchmal die älteste Gitarre „No name“aus dem Jahre 1971. Das etwas ruhigere Rentnerleben kann beginnen.

Alben im Eigenverlag

Ingo Barz wurde 1951 in Ribnitz geboren. In der DDR war er Jugendwart in der Evangelischen Kirche. 1969 entstanden erste Lieder. Vor der Wende wurden seine Lieder auf Toncassetten verbreitet und seine Texte oft von Hand kopiert. Der Staatssicherheitsdienst führte ihn als operativen Vorgang „Prediger“.

Im Eigenverlag „Schnitterhof“ entstanden seit 1993 insgesamt 15 Alben. Unter seinen sieben literarischen Werken ist auch „Respektloser Umgang mit den Absonderlichkeiten des Alltäglichen“, 1993 im Scheunenverlag erschienen, und „Knospen am Baum – Liederleute ohne ’Spielerlaubnis’ in Mecklenburg“ mit Jürgen Boddin, erschienen im Jahr 2000.

Jürgen Falkenberg

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