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Ministerin wird zur Märchentante

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Ministerin wird zur Märchentante

Jugendliteratur-Preis feiert 60 Jahre / Das Buch „Was ist los vor meiner Tür?“ wird in Rostock vorgestellt

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Die Literaturpädagogin Birgit Mehrmann versucht, den Kindern der Universitas-Schule spielerisch die Fabel „Besuch“ zu erklären. Dafür wurden die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt. Sie sind Gäste beim Dachs, beim Waschbär, beim Wiesel oder bei der Meerkatze. Fotos (3): Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Für die Kinder der dritten und vierten Klasse der Universitas-Schule ging es gestern im Literaturhaus Rostock um ein großes Thema: Besuch. Doch sie besprachen es nicht nur, sondern bekamen auch Besuch, und zwar von der Bundes-Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Denn der Deutsche Jugendliteratur-Preis wird in diesem Jahr 60 Jahre alt und das will die Ministerin als Stifterin der Veranstaltung in Rostock feiern.

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Jugendliteratur-Preis feiert 60 Jahre / Das Buch „Was ist los vor meiner Tür?“ wird in Rostock vorgestellt

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„Jedes Jahr erscheinen mehr als 8000 Kinderbücher in Deutschland und das sind nur die Erstausgaben“, sagt Doris Breitmoser vom Arbeitskreis für Jugendliteratur, der das Lesefest im Peter-Weiss- Haus organisiert. Um sich unter all diesen Geschichten noch zurechtzufinden, soll der Literaturpreis ein Wegweiser sein – für Kinder und für Eltern. „Dass die Ministerin dafür extra herkommt, zeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder lesen“, sagt Doris Breitmoser.

Freundlich lächelnd betritt die Ministerin den Raum, in dem die Schüler schon im Kreis sitzen. Sie gibt jedem die Hand und setzt sich dann auf das Sofa. Manuela Schwesig soll heute jedoch nicht nur zugucken, sondern mitmachen. „Ohne eine Gute-Nacht-Geschichte geht zu Hause gar nichts“, verrät die 42-Jährige. Mit ihrem neunjährigen Sohn Julian habe sie zuletzt eine Geschichte über Flüchtlingskinder gelesen. Als Nächstes werde sie ihm wohl das Buch „Was ist los vor meiner Tür“ (Jacoby & Stuart/ 2016) vorlesen, von dem die Rostocker Schüler heute einen Vorgeschmack bekommen. 20 Geschichten sind darin gesammelt, die anlässlich des Jubiläums von ehemaligen Preisträgern geschrieben wurden. Eine davon ist „Besuch“ von Toon Tellegen. Er schreibt über Tiere, die ganz unterschiedlich mit Besuch umgehen. „Ich bewundere Leute, die so viel Fantasie haben und darüber schreiben“, sagt die Familienministerin.

Im Spiel sind die Kinder bei ganz unterschiedlichen Gastgebern zu Besuch. Beim Dachs, bei dem nur vor der Tür gefeiert wird, beim Wiesel, der gern Geschenke mag, aber niemanden in die Wohnung lassen will. Beim Waschbär, der eigentlich nicht gestört werden will, und bei der Meerkatze, die sich nichts sehnlicher wünscht als einen Gast. Literaturpädagogin Birgit Mehrmann fragt, welcher Besuch denn immer willkommen sei. Die meisten sind sich einig, für Familie und Freunde steht die Tür eigentlich immer offen. Sie fragt weiter, wann man seine Tür auch einfach mal abschließen will. „Wenn meine Schwester mich richtig nervt oder wenn ich schlafe“, antwortet die Schülerin Leni prompt.

„Dachs wohnt in einem großen Haus mit Hunderten von Zimmern“, liest Manuela Schwesig. Kurz unterbricht sie sich. „Wenn ihr zu Hause eine Geschichte lest, sitzt ihr dann auch so weit entfernt? Wer traut sich zu mir aufs Sofa?“ Sie muss nicht lange bitten, schon laufen sechs Schüler zu ihr, um ihr beim Vorlesen über die Schulter schauen zu können. „Manche Termine sind etwas steif, aber mit Kindern ist es immer ganz locker und entspannt“, sagt die Ministerin. Daher seien ihr diese Termine die liebsten. „Die Kinder halten uns einfach fit.“

Nach der Geschichte geht es dann in den vier Gruppen nach draußen. Die Kinder sollen Assoziationen zu ihren Gastgebern nennen. Dafür rennen sie im Staffellauf nacheinander zu einem Tisch, an denen auch die Ministerin und Birgit Mehrmann stehen und die Wörter möglichst schnell aufschreiben. Sie sollen hinterher mit der Gruppe besprochen werden. „Das nächste Mal mache ich beim Staffellauf mit“, verspricht Schwesig. Die Schulleiterin der Universitas, Ricarda Wilhelm, läuft in der Gruppe der Meerkatze mit. „Hier wird schön der Spieltrieb der Kinder genutzt, damit sie sich Gedanken über die Geschichte machen“, lobt sie.

60 Jahre Literaturpreis

3000 Bücher wurden seit 1956 mit dem

Deutschen Jugendliteratur-Preis

ausgezeichnet oder nominiert.

60 ehemalige Preisträger schrieben zum Jubiläum eine Geschichte zum Thema „Was ist los vor meiner Tür?“. Die besten 20 Geschichten wurden in einem Band gesammelt. Das Buch zum Jubiläum ist 176 Seiten lang, herausgegeben von Stephanie Jentgens im Jacoby & Stuart Verlag, empfohlen für Kinder ab acht Jahren und kostet 24 Euro.

ISBN 978-3-942787-87-1

Johanna Hegermann

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