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Mutabor liefert musikalische Psychotherapie

Rostock Mutabor liefert musikalische Psychotherapie

Die „25 Jahre Euphoria“-Tour der Berliner Band mit Wismarer Wurzeln macht Halt in Rostock. Knapp 400 Besucher toben sich im Mau-Club aus.

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Mutabor heizten den knapp 400 Besuchern im Rostocker Mau-Club mit Rock, Punk, Ska und Folk kräftig ein.

Quelle: Axel Büssem

Rostock. „Manchmal muss man sich richtig auskotzen“, sagt Sänger Axel Steinhagen. „Danach kommt der innere Optimist zum Vorschein – und den können wir in dieser Zeit gut brauchen.“ Die Ansage beim Konzert am Sonnabend im Rostocker Mau-Club wird von den knapp 400 Besuchern als Aufforderung verstanden: Mit viel Spaß am Rumtoben und Mitgrölen feiern sie die Berliner Band mit Wismarer Wurzeln und scheinen dabei die kalte Welt da draußen für zwei Stunden zu vergessen.

 

Dem Konzert im Rahmen der „25 Jahre Euphoria“-Tour gab Steinhagen den nicht ganz ernst gemeinten Rahmen einer musikalischen Psychotherapie. Vom bereits erwähnten „Auskotzen“ bei eigentlich fast allen Songs über die Pflege des Egos beim gleichnamigen Titel („Ego“) bis zur Mutmacher-Ballade „Mein Käpt’n“ wuchs das Publikum in den ersten anderthalb Stunden zu einer verschwitzten und euphorisierten Therapiegruppe zusammen. Dabei befolgten die Teilnehmer sogar brav die Anweisungen ihres Psychiaters: Bei „Ego“ kauerten alle auf dem biergetränkten Hallenboden, um sich auf Kommando wieder aufzurichten und weiterzutanzen.

Es wurden zahlreiche Mutabor-Klassiker gespielt

Das große Finale war dann der langgezogene und sichtbar befreiende Urschrei: Bei Mutabor-Klassikern wie „Ich möchte Dich gern...“ und „Es gibt keine Liebe“ tobte der Saal. Der harte Kern übte sich vor der Bühne im ausgelassenen Pogo (wer es nicht kennt: wildes, aber nett gemeintes Rumgeschubse), leere und auch halbvolle Bierbecher (natürlich aus Weichplastik) flogen durch die Luft.

Steinhagen, der die Stimmung zuvor durch eine Feuerakrobatikeinlage des Rostocker Feuerschluckers Arne Feuerschlund im wahrsten Sinne des Wortes noch zusätzlich angeheizt hatte, versuchte vergeblich, die Gemüter mit einer Wasserpistole zu kühlen. Doch der Therapeut konnte seine entfesselten Patienten nicht mehr beruhige – nur noch stärker enthusiasmieren.

„Ich kannte Mutabor vorher gar nicht. Aber es ist schon toll zu sehen, wie die Leute mitgehen.“

Etwas abseits erlebte Zuhörerin Lisanne Dargert aus Rostock das Konzert: „Ich kannte Mutabor vorher gar nicht. Aber es ist schon toll zu sehen, wie die Leute mitgehen.“ Aus Wismar angereist war Mike Sylvester. „Ich habe die Band schon vor mehr als 20 Jahren kennengelernt, als ich noch im Ruhrgebiet wohnte. Die Vielfalt ihrer Musik mit der Mischung aus Reggae, Punk, Ska und Rock macht einfach Spaß. Und auch manche Texte haben eine tiefsinnige Botschaft.“

Dabei wusste Sylvester gar nicht, dass Mutabor in seiner neuen Heimatstadt gegründet wurde: 1990 fanden sich dort Sänger Axel Steinhagen und der damalige Gitarrist Tilmann Walter zur Formation „Bürgerwehr“ zusammen. 1991 zogen sie zum Studieren nach Berlin. Dort stießen die Violinistin Helen Bauerfeind und die Flötistin Katja Kühler dazu, deren Part später Anita Ratai übernahm.

Ab 1992 nannte sich die Band Mutabor. Ihre erste Platte „Mutabor“ brachten die Berliner 1997 heraus. Ein paar Jahre später gründeten die Musiker ein eigenes Label, MakanaBeatRecords. Nach zwischenzeitiger Trennung und Solo-Auftritten von Steinhagen gehören heute zur Band neben Steinhagen, Bauerfeind und Ratai noch Sascha Conrad (E-Gitarre), Stephan Zelzer (Bass, Chor) und Ulf Jacobs (Schlagzeug, Chor). Tilman Walther hatte die Band 1996 verlassen. Sieben Alben hat die Band herausgebracht, zuletzt „Her mit dem schönen Leben“ (2013).Am 31. März spielt Mutabor noch in Greifswald.

OZ

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