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Neuer Theater-Ärger: Rostock kündigt Haustarif für Orchester

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Neuer Theater-Ärger: Rostock kündigt Haustarif für Orchester

Oberbürgermeister reagiert auf Klage der Musiker-Gewerkschaft

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Wir müssen einen rechtlich sauberen Status herstellen.Joachim Kümmritz Intendant

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Am Rostocker Volkstheater droht neuer Ärger – und das mit der Norddeutschen Philharmonie. Bislang war das Orchester von den Sparplänen ausgenommen, das soll sich aber jetzt ändern: Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Theater-Intendant Joachim Kümmritz haben den seit Ende 2014 geltenden Haustarifvertrag für die Musiker in Teilen gekündigt. Die Bürgerschaft soll diese Eilentscheidung nun im Nachgang absegnen.

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Oberbürgermeister reagiert auf Klage der Musiker-Gewerkschaft

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Kleineres Orchester soll Schauspiel retten

Volkstheater-Intendant Joachim Kümmritz will alle vier Sparten des Hauses erhalten. Deshalb hat er die Verkleinerung des Orchesters vorgeschlagen. Durch die Reduzierung der Musikerzahl von 73 auf 63 lasse sich eine produzierende Schauspielsparte mit Erwachsenen-, Kinder- und Jugendangeboten absichern, so sein Plan.

Treibende Kraft hinter dem Ausstieg aus dem Tarif ist der Intendant selbst: Er hatte schon im Oktober eine Verkleinerung des Orchesters zugunsten der Schauspielsparte und jetzt die Kündigung des Haustarifs vorgeschlagen, Aufsichtsrat und OB stimmten zu. Das Problem aus Sicht Kümmritz’: „Im Tarifvertrag ist festgeschrieben, dass das Orchester 73 Stellen haben muss. Doch wir können das nicht gewährleisten.“ Allen sei bewusst, dass das Theater bis 2024 Stellen abbauen müsse, so Kümmritz. Deshalb genehmigte das Rathaus derzeit keine Neubesetzungen mehr. Kümmritz bewerte das nicht, er müsse aber damit umgehen: „Wir müssen einen rechtlich sauberen Status herstellen. Das geht nicht mit diesem Tarifvertrag. Deshalb mussten wir kündigen.“

Denn schon seit Wochen gibt es über diesen Passus im Tarifvertrag juristischen Ärger: Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) will das Theater per Gerichtsbeschluss zwingen, die 73-Stellen-Vorgabe strikt einzuhalten. Ein Eilantrag wurde vom Gericht abgelehnt. „Im Frühjahr steht nun die Hauptverhandlung dazu an“, sagt der Intendant. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) möchte sich gegenwärtig mit Blick auf die juristische Auseinandersetzung nicht öffentlich äußern. „Das ist ein laufendes Verfahren“, sagt Sprecherin Uli Müller. Noch im Oktober hatte sich der Aufsichtsrat gegen die vom Intendanten vorgelegten Sparpläne zur Verkleinerung der Philharmonie auf 63 Stellen ausgesprochen. Jetzt stimmten die Kontrolleure der Kündigung des Haustarifs zu. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, erklärt die Vorsitzende Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Die Kündigung sei eine rein juristische Angelegenheit, zu der das Volkstheater durch die Klage der DOV gezwungen war. Es gehe nicht darum, Stellen abzubauen.

Der Haustarifvertrag von 2014 ist erstmals zum 31. Juli kündbar, deshalb musste das Ende Januar per Eilentscheid des Oberbürgermeisters passieren, begründet Bachmann die Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Folge aus ihrer Sicht: Die Kosten für das Volkstheater steigen, weil jeder einzelne Musiker tariflich nun mehr verdiene. „Dem Orchester hilft das nicht“, sagt sie und zeigt wenig Verständnis für die DOV-Klage. Es wäre sogar Geld für zwei neue Stellen vorhanden. Aber da Musiker nur unbefristet eingestellt werden könnten, hätte der Gesellschafter dem nicht zugestimmt.

Am Volkstheater müssten nun mal Stellen wegfallen, sagt Joachim Kümmritz. „Anderenfalls können wir die finanziellen Vorgaben von Stadt und Land nicht erfüllen. Meine Aufgabe ist es jetzt, diesen Prozess so zu steuern, dass wir die Produktion nicht gefährden.“ Die eigentlich neu zu besetzenden Musikerstellen sind aus seiner Sicht das kleinere Übel: Auf diesen Stellen könne das Theater eher verzichten als etwa auf die Neubesetzung von Souffleusen, Regie-Assistenten und anderer Posten.

Für Sybille Bachmann ist die Causa Volkstheater ein politisches Problem. Durch eine Zielvereinbarung mit dem Land sei der städtische Zuschuss auf 9,1 Millionen Euro im Jahr gedeckelt. Um nicht in Gefahr zu geraten, den Landeszuschuss zu verlieren, musste der Haustarif mit dem Orchester gekündigt werden.

Thomas Niebuhr und Andreas Meyer

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