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Originale in der Schachtel: Hier kommt Kunst aus dem Automaten

Warnemünde Originale in der Schachtel: Hier kommt Kunst aus dem Automaten

Nach den drei Rostocker Kunstautomaten gibt es nun auch einen in Warnemünde / Maler und Grafiker Christian Heinze hat gemeinsam mit der Galerie Möller die Idee umgesetzt

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Galeristin Ulrike Möller und Maler Christian Heinze vor dem ersten Warnemünder Kunstautomaten direkt neben der Galerie.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Dieser Automat spuckt weder Zigaretten noch Kondome, sondern kleine Kunstwerke aus. Jetzt hat auch das Ostseebad seinen Kunstautomaten. Für drei

Euro können ab sofort Kunstinteressierte sowie Neugierige sich ihr kleines Kunstwerk „ziehen“. Alles Originale. Gestern Nachmittag ist der Kunstautomat am Haus der Galerie Möller, Am Strom 68, angebaut worden.

Maler Christian Heinze aus Potsdam hat ihn äußerlich maritim gestaltet und auch einige Schächte mit seiner Kunst bestückt. „Man muss Spaß daran haben, so kleine Sachen zu machen“, sagt er. Sie regten ihn zudem zu größeren Arbeiten an, seien oft der erste Gedanke, so der Maler und Grafiker, der in Warnemünde schon dreimal mit Personalausstellungen Gast in der Galerie Möller war.

„Er ist eigentlich ein Dauergast, denn seine grafischen Arbeiten haben wir ständig in der Ausstellung“, erklärt Galeristin Ulrike Möller. Heinze sei es auch gewesen, der immer wieder mal gefragt habe, ob nicht ein solcher Automat bei ihr denkbar wäre, erzählt Ulrike Möller. Am Haus gehe es einfach nicht. Doch dann war der Vorschlag da, den Automaten an der hölzernen „Hoftür“ zu befestigen.

Und dort wartet er nun seit gestern auf Kunden. „Die kleinen Kunststücke sind ideal als preiswertes und originelles Geschenk oder als eine etwas andere Urlaubserinnerung“, findet die Galeristin.

Da der gefragte Künstler Heinze die Ostseeküste zu einem seiner Hauptthemen gemacht hat, sind in den von ihm bestückten Schachteln maritime Überraschungen. Sie finden sich auf Papier oder Pappe oder sind kleine Keramikarbeiten.

Er bestückt neben dem Warnemünder Automaten auch einen auf der Insel Poel und einer befindet sich an seinem Potsdamer Grundstück. Da die Kontaktdaten zum Schachtelinhalt gehören, frage ihn dieser oder jener auch nach Ergänzungen, so Heinze.

Verdienen können weder Künstler noch Galerie an dieser Form der Kunstvermarktung. Ein Euro bekommt der Künstler pro „gezogenes“ Stück. Aber die mitmachenden Künstler — im Regelfall kommen sie aus der Region — können auf sich aufmerksam machen.

„Der Kunstautomat soll eine Schnittstelle zwischen Künstlern und Kunstinteressierten sein. Ziel ist es, Menschen einfach Lust auf Kunst zu machen, die mitunter gerade entsteht“, benennt Lars Kaiser die Grundidee. Er gehört zur Potsdamer Agentur „Kunsttick“, die das Projekt vor einigen Jahren aus der Taufe gehoben hat. Gestern hat er zusammen mit Christian Heinze den Warnemünder Automaten angebracht.

Auch wenn der Kunstraum durch die Abmessungen der Schachteln begrenzt ist, soll die Qualität dauerhaft auf einem hohen Level gehalten werden. „Die Handschrift eines Künstler ist zu erkennen, man erkennt den Stil oft auch bei größeren Arbeiten, die dann in einer Galerie hängen“, findet Lars Kaiser. Einige Automatenfreunde seien regelrecht Sammler der kleinen Kunst geworden, so Kaiser.

Die früheren Zigarettenautomaten sind oft ausrangierte Stücke. Sie wurden durch elektronische Geräte ersetzt, die besser dem Jugendschutz entsprechen. Bei den Kunstautomaten gibt es allerdings keine Altersbegrenzungen und für die Nutzer entstehen auch keine gesundheitlichen Risiken.

Kleine Kunst ist öffentlich und für alle zugänglich

Automaten im öffentlichen Raum , die Passanten mit Kunst bedienen, stehen unter anderen in Köln, Potsdam, Berlin, Eberswalde, Magdeburg, Cottbus, Greifswald, Brandenburg und Hamburg. Es gibt sie seit 2006.

Rostock punktet mit drei Kunstautomaten. Sie stehen an der Galerie Avocado in der Großen Wasserstraße, an der Produzentengalerie Artquarium im Barnstorfer Weg und in der Langen Straße. Die kleine Kunst in der Schachtel kostet in Rostock zwei oder drei und in Warnemünde drei Euro. In Güstrow sind es vier Euro. Dort steht ein Automat auf dem Franz-Parr-Platz.

Ins Leben gerufen hat das Projekt Kunstautomat die Potsdamer Agentur „Kunsttick“. 150 Automaten betreut sie inzwischen.

Von Thomas Sternberg

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