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Peter Weiss wird zum Jubiläum laut gelesen

Rostock Peter Weiss wird zum Jubiläum laut gelesen

Die Hansestadt Rostock ehrt den weltbekannten Autor mit einer Stafettenlesung der „Ästhetik des Widerstands“ im Peter-Weiss-Haus. Zum Auftakt der Würdigungen hat an diesem Freitag eine szenische Lesung „Fremdsein“ im Volkstheater Premiere.

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Peter Weiss (r.) in den 70er Jahren am Volkstheater Rostock mit dessen Generalintendant Hanns Anselm Perten und dem Bildhauer Jo Jastram.

Quelle: Jürgen Fensch

Rostock. Mit der Premiere einer szenischen Lesung der Collage „Fremdsein. Peter Weiss. Nah und fern“ mit der Rostocker Theatertruppe Freigeister und  der Schauspielerin Sandra-Uma Schmitz beginnt an diesem Freitag im Rostocker Volkstheater die Ehrung für den Schriftsteller Peter Weiss (1916-1982). Der weltbekannte Autor des Jahrhundertromans „Die Ästhetik des Widerstands“ wäre am 8. November 100 Jahre alt geworden.

Viele seiner Theaterstücke, wie das Auschwitz-Oratorium „Die Ermittlung“, „Viet Nam Diskurs“, „Marat/Sade“, „Hölderlin“, „Mockinpott“, „Der Prozess“, „Der neue Prozess“ oder „Tod eines Jägers“ über Hemingway, waren zwischen den 1960er und 1980er Jahren am Volkstheater Rostock für die DDR erstaufgeführt worden. Der in Stockholm lebende Autor bezeichnete das Rostocker Ensemble als „Weiss-Theater“, so wie das Berliner Ensemble das Brecht-Theater gewesen sei.

Ein Stück nahm das einstige Rostocker „Weiss-Theater“ zum aktuellen Autorenjubiläum nicht in den Spielplan. Im Mittelpunkt weiterer Weiss-Ehrungen in der Hansestadt steht eine Stafettenlesung des kompletten Romans „Die Ästhetik des Widerstands“ vom 11. bis 13. November im Peter-Weiss-Haus Rostock. Sie wurde gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert und soll in knapp 50 Stunden das 1000-seitige Werk zu Gehör bringen.

Zu den 100 Lesern, die ihre Text-Abschnitte abwechselnd live und als Videoeinspielung  vortragen, gehören Politiker wie Gregor Gysi oder Claudia Roth, Schauspieler wie Renate Krößner, Robert Stadlober und Sewan Latchinian, Autoren wie Klaus Theweleit, Ulrich Peltzer, Anett Gröschner und der Rostocker Weiss-Experte und -Freund Manfred Haiduk. Haiduk hatte in den 80er Jahren die DDR-Ausgabe der „Ästhetik des Widerstands“ herausgebracht und darin Textänderungen einer Lektorin des Suhrkamp-Verlags im Sinne des Autors Peter Weiss rückgängig gemacht.

OZ

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