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Seebad träumt vom eigenen Literaturhaus

GRAAL—MÜRITZ Seebad träumt vom eigenen Literaturhaus

Der Kulturausschuss der Kommune plant, das Haus „Ithaka“ an der Fritz-Reuter-Straße umzubauen

Graal-Müritz. Kulturell hat Graal-Müritz viel zu bieten. Doch die Gemeinde möchte noch einen Schritt weiter gehen. Die Kultur soll nicht wie jetzt in vielen verschiedenen Orten angeboten werden, sondern gebündelt an einem Platz. Geplant ist ein Literaturhaus im Zentrum. Noch sind es große Träume, doch erste Ideen und Vorstellungen von der Gestaltung wurden jetzt schon ausgetauscht. „Wir haben hier viele Gäste, die sich einen zentralen kulturellen Ort wünschen“, sagt Susanne Graf, Leiterin der Bäderbibliothek.

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Der Kulturausschuss der Kommune plant, das Haus „Ithaka“ an der Fritz-Reuter-Straße umzubauen

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„Der Begriff von einem Literaturhaus geistert schon lange durch den Ort. Ein solches Gebäude wäre prädestiniert für diejenigen, die in unserem Ort aktiv waren und Großes geleistet haben“, sagt Bürgermeister Frank Giese (parteilos). Ein Name taucht immer wieder auf: Franz Kafka. Der bedeutende deutsche Schriftsteller wohnte 1923 mehrere Wochen in der Pension „Glückauf“ in der Strandstraße und lernte im Ort seine Lebensgefährtin Dora Diamant kennen.

In Graal-Müritz habe es schon viele Veranstaltungen gegeben, um an Franz Kafka und die anderen bedeutsamen Schriftsteller zu erinnern. Nur bisher immer an verschiedenen Orten wie im Haus des Gastes oder im Rhododendronpark. Spätestens als Charlotte Spitzer, Vizepräsidentin der österreichischen Kafka-Gesellschaft, für einen Vortrag im Ostseeheilbad zu Gast war, kam die Idee von einem Literaturhaus auf.

Zur Wahl steht das Haus „Ithaka“ in der Fritz-Reuter-Straße, im dem sich heute die Bäderbibliothek befindet. „Wenn dieses Gebäude genommen wird, muss aus baulicher Sicht noch viel geschehen. Jedem muss bewusst sein, dass es ein großer Umbau sein wird. Die Bibliothek müsse für einen längeren Zeitraum geschlossen werden oder umziehen“, sagt Bibliotheksleiterin Susanne Graf. Da die oberen Räume klein geschnitten sind, kam im Kulturausschuss der Gedanke auf, ein weiteres Gebäude anzubauen oder einen Wintergarten für eine Dauerausstellung zu errichten. „In Haus ,Ithaka‘ ist nur wenig Platz.

In diesem Fall müssten wir auf Profis zurückgreifen, die den Innenbereich so gestalten, dass alle Kunstwerke zur Geltung kommen“, sagt sie.

Dass ein derartiges Gebäude auch in einem kleinen Ort dauerhaft existieren kann, beweist das Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz bei Boltenhagen. „Das wichtigste ist, den Mut zu haben, ein solch großes Projekt zu starten. Wie man bei uns sehen kann, hat es sich gelohnt“, berichtet Anja-Franziska Scharsich, die Leiterin des Uwe-Johnson-Hauses. Allerdings so sagt sie, benötige man viel Geduld.

„Wir hatten eine lange Anlaufzeit. Viele Einheimische mussten erst einmal den Schriftsteller Johnson kennenlernen“, so die Leiterin. Und die näheren Bewohner sind aus ihrer Sicht enorm wichtig, um den Veranstaltungssaal zu füllen. Von Veranstaltungen im eigenen Literaturhaus ist Graal-Müritz noch weit entfernt. Zuerst muss ein konkreter Plan her. „Wir werden im ersten Schritt die Baulichkeiten aufnehmen und gucken, welches Potenzial hinter den Gemäuern steckt“, berichtet Frank Giese. Und dann brauche die Gemeinde ein Konzept, das sich auch fördern lasse. „Wir werden demnächst im kleinen Kreis diese Idee weiter verfolgen. Dies wird uns viel Arbeit machen, vor allem die kreative Geldbeschaffung“, sagt er.

Von Mathias Otto

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