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Stadt sucht weiter Standort für „Undine“

Stadtmitte Stadt sucht weiter Standort für „Undine“

Kulturamtsleiterin Michaela Selling gibt aktuellen Stand bekannt / Drei Plätze für den rostigen Schiffsrumpf wären denkbar / Eine Info- und Begegnungsstätte könnte dort entstehen

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Noch liegt das ehemalige Bäderschiff Undine im Wasser an der Silohalbinsel. Der rostige Schiffsrumpf könnte demnächst an Land gebracht werden.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Lange war es ruhig um das ehemalige Rostocker Bäderschiff „Undine“. Noch liegt es im Wasser an der Silohalbinsel. Jetzt wird diskutiert, wo der Schiffsrest endgültig platziert werden könnte. Klar ist: Fahrtüchtig wird es nicht mehr werden. Dafür wäre der finanzielle Aufwand zu hoch. „Bei einem Stadtrundgang habe ich mir die ,Undine’ angeguckt. Von dem einst so schönen Schiff ist nur noch ein rostiger Rumpf geblieben“, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling.

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Kulturamtsleiterin Michaela Selling gibt aktuellen Stand bekannt / Drei Plätze für den rostigen Schiffsrumpf wären denkbar / Eine Info- und Begegnungsstätte könnte dort entstehen

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Wo würden Sie das ehemalige Bäderschiff „Undine“ am liebsten liegen sehen? Schreiben Sie Ihre Meinung per E-Mail an: lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de

Vor eineinhalb Jahren wurde die Hochschule Wismar zu diesem Thema kontaktiert. Der Masterstudiengang von der Fakultät Gestaltung der Hochschule habe die „Undine“ schließlich zum Gegenstand seiner Arbeit gemacht. Unter dem Motto „Wie kann man den Schiffsrumpf in Szene setzen“ wurden drei Arbeiten samt Modelle erarbeitet. Demnach könnten sich laut Michaela Selling die Studenten einen Platz vor dem Internationalen Haus des Tourismus, am Fähranleger Kabutzenhof oder auf der Silohalbinsel vorstellen.

„Man könnte dort ein Informations- sowie Begegnungszentrum einrichten“, sagt sie. Weiterhin eine Bühne, auf der Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden können. Auch den Platz für Feiern oder Versammlungen zur Verfügung zu stellen, wäre eine Option, damit der Verein Freundeskreis Maritimes Erbe als Eigner des Schiffes Mieteinnahmen erhält. Für Michaela Selling ist klar: „Die ,Undine’ muss wieder in Szene gesetzt werden.“

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Studenten schließlich vorgestellt werden. Die Kulturamtsleiterin gibt den Ton vor: „Wir gehen mit der Entwicklung des Stadthafens davon aus, dass es am Fähranleger Kabutzenhof oder am Werftdreieck am besten passt.“ Wichtig sei, dass der Rumpf an Land liege. Ein weiterer Vorschlag, das Schiff am Werftdreieck im Wasser zu lagern, sei aufgrund der starken Windbewegungen schlecht für den rostigen Rumpf.

Den bisherigen Ideen konnten einige Mitglieder des Rostocker Kulturausschusses folgen, machten sogar noch weitere Vorschläge. Christian Teske (Linke) geht sogar noch weiter und würde die „Undine“ zum Iga-Park nach Schmarl schaffen lassen. „An dieser Stelle, wo auch das Traditionsschiff liegt, würde es ideal passen“, meint er.

Dabei wäre das Schiff fast auf einem Schrottplatz in Dresden gelandet. Der Rostocker Verein holte die „Undine“ damals zurück in die Hansestadt.

Wichtig sei jetzt nur, wer solche Vorhaben finanzieren wird. „Wir haben die ,Undine’ gerettet. Dies war der wichtigste Schritt“, sagt Steffen Wiechmann, Sprecher des Vereins Freundeskreis Maritimes Erbe in Rostock. Der Verein habe sich dieses Denkmals angenommen, um es zu erhalten. „Wir fühlen uns als Treuhänder. Selbst sind wir nicht in der Lage, das Schiff wieder aufzubauen“, so Wiechmann.

Ideen und Umsetzungswünsche sollen jetzt erst einmal gesammelt und auf der kommenden Sitzung zusammen mit dem Stadtplanungsamt beraten werden.

Ein wichtiger Grund, das maritime Erbe nicht verfallen zu lassen: Die „Undine“ ist schon 106 Jahre alt und gilt als das älteste erhaltene Seebäderschiff Deutschlands. 1910 wurde sie als „Kronprinz Wilhelm“ gebaut und war Ausflugsdampfer, Kriegstransporter und Schlepper. 1993 lief sie im Barther Bodden auf Grund. 1998 wurde die Undine entkernt. Der Rumpf kam nach Rostock und wurde 2006 nach Dresden gebracht. Bis zum Oktober 2014 rottete der Rumpf am Dresdner Elbufer vor sich hin – fast acht Jahre lang. Die Verschrottung drohte. Doch der kleine Rostocker Verein Freundeskreis Maritimes Erbe bewahrte das ehemals älteste Bäderschiff Deutschlands vor diesem Schicksal.

Der Wiederaufbau des Schiffes spielt für den Freundeskreis Maritimes Erbe gegenwärtig keine Rolle. Geschätzt wären dafür fünf Millionen Euro nötig. Vorrangig gehe es jedoch darum, ein Denkmal zu retten. Es soll aus Sicht des Vereins ein Standort gefunden werden und nutzbar sein. „Dieses Schiff ist ein Zeugnis der Schiffbaugeschichte. Wo es schließlich seinen künftigen Liegeplatz bekommt, ist offen. Wichtig ist, dass es wieder im Gespräch ist“, sagt Michaela Selling.

Verein seit 2013 Eigner

1910 auf der Neptunwerft gebaut, war das Schiff mit Unterbrechungen jahrzehntelang im Seebäderdienst entlang der Ostseeküste unterwegs. Zu Zeiten der beiden Weltkriege und danach diente es auch als Transport,- Tauch- und Bergungsschiff. Nach der Wende geriet es unter wechselnden Eignern in schweres Fahrwasser und konnte nur mit großem Glück im Jahr 1995 vor der Verschrottung bewahrt werden. Das Schiff lag in Dresden, sollte dort wieder aufgebaut werden. Im August 2013 übergab der letzte Eigner – der Förderverein „SOS Seebäderschiff Kronprinz ex. Undine“ den Rumpf an den Verein „Freundeskreis Maritimes Erbe Rostock“.

Mathias Otto

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