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Uecker lädt nach Rostock ein

Rostock Uecker lädt nach Rostock ein

Günther Ueckers Ausstellung „Der geschundene Mensch“ ist ab heute in der Kunsthalle Rostock zu sehen. OZ sprach mit ihm.

Rostock. „Der geschundene Mensch“ war Günther Ueckers künstlerischer Reflex auf Lichtenhagen 1992. Seitdem hat die Schau weltweit 350000 Besucher angezogen. Ab heute ist sie in der Kunsthalle Rostock zu sehen. OZ sprach mit ihm.

Nach einer Welttournee endet Ihre Ausstellung in Rostock, wo es mit den Ereignissen von Lichtenhagen 1992 begonnen hat. Die 14 „befriedeten Gerätschaften“sind Ihre Antwort auf Gewalt und Rassismus. Was ist nun ihr Fazit?

Günther Uecker: Das Schlimme ist ja, dass das Thema bleibt und sich vermehrt hat im Rechtsradikalismus und einer nationalen Denkweise. Die Ermutigung, dieses Gedankengut offen zu bekunden, ist stärker geworden. Das ist die Tragödie, dass das Thema noch immer aktuell ist. Weltweit!

Es gab Stationen wie Sydney, wo 4900 Besucher kamen, und Taipeh oder Havanna mit 50000 Gästen.Uecker: Interessant, dass der Ansturm in Ländern wie Australien nicht so groß war. Da könnte man einen psychologischen Aspekt sehen, eine Korrespondenz zu dem Werk. Das mag ein Grund sein, dass in theokratisch dominierten Ländern die Menschen denken, er meint uns.

Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Von Begeisterung bis Unverständnis. Waren Sie persönlich Repressalien ausgesetzt?Uecker: Dass Menschen sagen, sie verstehen das nicht, gibt es ja überall. In Usbekistan wurden mal Rüstungs-Gegenstände in die Ausstellung gestellt – mit der Begründung, das ginge wegen Renovierung nicht anders. Das geschah einfach. Die Ausstellung ist von der Thematik mit der Realität, dem Alltag der Menschen verzahnt. Sie verbeißt sich. 1993 habe ich in Chile den Preis für die beste Ausstellung in Südamerika bekommen. Da wirkt sie in eine Welt hinein, wie ich sie mir vorher nicht vorstellen kann. Ich erfahre das wie eine Korrespondenz. Liebesbriefe an einen Unbekannten über einen Berg geweht und zerrissen angekommen.

Soll die Schau in Rostock bleiben? Uecker: Ja, weil sich in Rostock der Kreis schließt. Der Weg eines Künstlers, ein Künstler in Deutschland, sich mit seinen Aussagen in die Welt zu bewegen und seine Widersprüche offenzulegen. In diesen widersprüchlichen Annäherungen findet man einen Dialog.

Ernsthaftigkeit, Humor, Brutalität und Zartheit. Lebt ihr Werk, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht, vom Widerspruch?Uecker: Was Schutz ist, kann Bedrohung sein. Das ist wohl der Kern, dass die Schutzbedürftigkeit des Menschen dazu führt, dass man sich einen Schutzraum baut, aber auch eine Diktatur befördert, die einen einsperrt. Die Auflösung der Formen sind Krücken, die ich verwende. Eine Prothese der menschlichen Behausung. Kunstwerke sollten die menschlichen Eigenschaften, den humanen Charakter in sich tragen. So dass diese Körpersprache im Ausdruck eine Art von Brief ist an den Betrachter, der das Werk wahrnimmt und merkt, darin ist eine humane Geste enthalten, die an ihn gerichtet ist.

Thomas Luczak

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