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Volkstheater-Chef Sewan Latchinian bleibt kritischer Partner

Rostock Volkstheater-Chef Sewan Latchinian bleibt kritischer Partner

Der gefeuerte und am Montag erneut berufene Rostocker Intendant kämpft weiter für ein Vier-Sparten-Theater in Rostock. Interview über Schäden und Chancen.

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Sewan Latchinian, Intendant des Rostocker Volkstheaters, im OZ-Gespräch.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. OZ: Herr Latchinian, nach Ihrer fristlosen Entlassung durch Oberbürgermeister Roland Methling hat Sie die Rostocker Bürgerschaft am Montagabend mit großer Mehrheit erneut zum Intendanten des Volkstheaters berufen. Wie fühlt sich das an?

Sewan Latchinian: Das fühlt sich sehr gut an. Denn es ist Ausdruck eines hohen Niveaus von politischer Kultur und macht mich auch optimistisch für die Kulturpolitik. Es ist  Rostock damit sicherlich eine Blamage erspart worden, die begonnen hatte, sich deutschlandweit zu verbreiten. Das konnte korrigiert werden, und es ist sicher auch für das Volkstheater eine weise Entscheidung, erst einmal die Personalie zu korrigieren und dann wieder die Strukturdebatte seriös zu Ende zu diskutieren.

OZ: Die Empörung über Ihre Entlassung hat bundesweit ein großes Echo ausgelöst. Protestnoten kamen von Intendantenkollegen, von Theaterbelegschaften, in Rostock und MV meldeten sich Schulleiter, Universitätsprofessoren oder Elternräte, zum Beispiel des Innerstädtischen Gymnasiums Rostock. Was empfinden Sie angesichts dieser breiten Solidarität?

Latchinian: Tiefe Dankbarkeit, großen Respekt und eine noch größere Verantwortung, für all diese Menschen wirklich das Volkstheater weiterentwickeln zu können, das es mit dem gestrigen Tag wieder ein Stück mehr geworden ist, und wie es in den vergangenen sieben Monaten meiner Intendanz schon erkennbarer geworden war. Ich finde das toll, dass sich die Bevölkerung ihres Volkstheaters angenommen hat, und denke, dass damit auch ein Bekenntnis zu meinem persönlichen Wirken verbunden ist.

OZ: Ihre erneute Berufung als Intendant steht unter dem Vorbehalt, dass der Oberbürgermeister einen Widerspruch zum Bürgerschaftsbeschluss prüfen lässt. Zwei Wochen hat er dafür Zeit. Was machen Sie so lange?

Latchinian: Naja, genau genommen steht es unter einem doppelten juristischen Vorbehalt. Denn mein Anwalt, der mich seit 14 Tagen vertritt, hat Klage eingereicht und mir in dieser offenen juristischen Situation ebenfalls empfohlen, mich nur unter Vorbehalt zu freuen. Insofern ist da juristisch gerade vieles sehr vertrackt und muss geklärt werden.

OZ: Sind Sie denn ab heute wieder im Theater tätig? Oder gilt noch ein Hausverbot?

Latchinian: Ich musste mich immer beim Pförtner melden und wurde von meiner Sekretärin abgeholt. Ich weiß nicht, ob das ein Hausverbot ist, das ist wohl nicht der Fall. Aber ich kann und darf noch nicht wieder die Geschäfte führen, ich bin ja auch nicht mehr im Handelsregister als Geschäftsführer der Volkstheater GmbH eingetragen, damit fehlt ein riesiges Stück an Gestaltungsmöglichkeiten. Deswegen hat es noch wenig Sinn, das Theater durch den Bühneneingang zu betreten und wieder in mein Büro zu kommen.

OZ: Das heißt, Sie können auch keine Probenarbeit machen ...

Latchinian: Probenarbeit ist für mich leider absolut unmöglich. Es sind seit dem 1.April - das ist auch ein Ausdruck dieser unsäglichen Situation - natürlich auch Entscheidungen gefällt worden, die nicht mit mir abgestimmt worden sind, auch künstlerische Entscheidungen. Ich weiß nur definitiv, dass die geplante spannende Uraufführung „Second Hand Time“, die mit den Studierenden der Hochschule für Musik und Theater stattfinden und im Theater im Stadthafen Premiere haben sollte, am 8. Mai leider nicht mehr realisiert werden kann. An deren Stelle ist ein neues Projekt getreten, mit der HMT wird jetzt das Stück „Gott“ von Woody Allen inszeniert. Das ist auf jeden Fall schade - trotzdem ist es sicher gut, dass die Studierenden nicht in der Warteschleife hängen blieben. Es war ja auch nicht hundertprozentig abzusehen, wie die Bürgerschaftssitzung vom Montag ausgeht.

OZ: Wie tief hat sich denn Ihre fristlose Entlassung und nun mögliche Wiedereinstellung auf den Spielbetrieb und die Programmplanungen ausgewirkt?

Latchinian: Es war eigentlich eine Pressekonferenz für die dritte Aprilwoche vorgesehen, auf der wir den kompletten Spielplan der Saison 2015/16 mitteilen wollten. Diese Planungen, die jetzt auf Hochtouren laufen müssten, sind total explodiert. Da fliegen jetzt ein paar Trümmerteile herum, von denen man schwer einschätzen kann, wie die sich wieder zu einem Ganzen zusammensetzen lassen werden.

OZ: Welches Echo und welche Resonanz hatten Sie in der Zwangspause aus dem eigenen Haus, standen die Ensembles geschlossen hinter Ihnen?

Latchinian: Ich hatte den Eindruck, dass es da eine ganz kollegiale Grundsolidarität gibt, auch eine Höflichkeit, mit der ich behandelt wurde. Ich habe ja einige Male das Haus unter Aufsicht betreten können, und da ist mir auch viel Schulterklopfen und Daumendrücken zuteil geworden. Dass sich vielleicht dieser oder jener Kollege gefreut hat, dass möglicherweise mit meinem Abschied eine ruhigere Phase der Arbeit einziehen könnte - die aber nur kurzfristige Entspannung bedeutet hätte, aber, wie ich befürchten musste, den Anfang vom Ende der Arbeitsplätze vieler Kolleginnen und Kollegen - dafür habe ich auch Verständnis. Theaterarbeit ist nicht nur Harmonie, sie ist harte Arbeit und oft auch Kampf.

OZ: Der Oberbürgermeister warf Ihnen mehrfach öffentlich vor, wichtige Brücken der Kooperation abgebrochen zu haben. Unter anderem nannte er Staatstheater Schwerin, Theater Parchim, Hochschule für Musik und Theater. Ihre Antwort?

Latchinian: Davon ist mir nichts bewusst. Ich habe mich bemüht um Projektanbahnungen mit dem Staatstheater Schwerin, und ich denke, dass der besonders engagierte Solidaritätsbrief des Schweriner Schauspielensembles auch Ausdruck dessen ist, dass da keine Brücke zerstört worden ist. Sie ist nur noch nicht wirklich errichtet worden, das ist noch nicht gelungen. Mit Parchim haben wir Projekte gesucht. Ein Projekt für die Kleine Komödie Warnemünde ist durch den überraschenden Tod eines Parchimer Schauspielers für den Sommer nicht mehr realisierbar gewesen. Ein anderes Projekt, „Pippi Langstrumpf“, wäre im Sommer im Großen Haus theoretisch möglich gewesen, aber durch den Tarifurlaub war auch das nicht realisierbar. Und mit der HMT habe ich seit Monaten das erwähnte Projekt „Second Hand Time“ vorbereitet, habe die Theaterfassung geschrieben, habe mir die Studierenden in den Zwischenprüfungen angeguckt, um sie kennenzulernen, habe mit dem Studienjahr über das Projekt gesprochen. Im Prinzip hatten die Proben am Freitag vor meiner Entlassung gerade begonnen.

OZ: Und das Volkstheater wollte damit wieder ins Theater im Stadthafen zurückkehren?

Latchinian: Ja, weil nach einem Jahr Beobachtung klar war, dass der Rauswurf des Volkstheaters aus dieser Spielstätte nicht sinnvoll und nicht produktiv war und eine Lücke geschaffen hatte. Mit dieser Koproduktion wollten wir nun als Gast wieder einen Schritt in diese Richtung gehen, um zu gucken, wie wir gemeinsam mit den Beteiligten der HMT und der freien Szene, mit den „Freigeistern“, dem „Schauwerk“ und gern auch mit anderen Partnern wie Parchim diese traditionsreiche Spielstätte hätten wiederbeleben können.

OZ: Sie hatten ja weitere neue Brücken gebaut in der Stadt, in Richtung der Schulen.

Latchinian: Da bin ich über eine aktuelle Premiere im Innerstädtischen Gymnasium froh, auch über die Stelle der Theaterpädagogin, die wir geschaffen haben und mit der eine hohe Vernetzung begonnen wurde. Wie so vieles kann das jetzt erst richtig Wirkung entfalten. Ich kann da nur um Geduld bitten und denke doch, dass das Tempo schon enorm war, mit dem wir Brücken zum Peter-Weiss-Haus geschlagen haben, zur Brauerei, zum Bunker, zum Nahverkehrsbetrieb RSAG. Das sind alles Zeichen für das andere, das moderne, auch optimiertere Volkstheater, das uns vorschwebt.

OZ: Sie sagen optimiertes Volkstheater. Der Oberbürgermeister warf Ihnen wiederholt einen Einbruch der Einnahmen vor. Wie hat sich das erste Quartal entwickelt?

Latchinian: Im Zeitraum Dezember bis März hatte das Volkstheater 48.000 Euro mehr Einnahmen und 2000 Besucher mehr als im Vorjahreszeitraum mit meinem geschätzten Vorgänger Peter Leonard. Das ist auch mir noch zu wenig, aber es ist ein Ausdruck, dass kein Einbruch passiert ist, sondern ein Aufbruch.

OZ: Sie haben den noch geltenden doppelten Vorbehalt für Ihre neue Intendanz am Volkstheater betont. Angenommen, Sie werden es wieder, welche Schwerpunkte haben Sie noch geplant?

Latchinian: Es sollte den ersten Rostocker Volkstheater-Sommer geben, vom 1. Juni bis zum 30. August. Wir hatten schon über den Tarifurlaub hinweg eine Lösung gefunden, einzelne Ensemblemitglieder und kleine Kollektive wären in der Spielpause in der Kleinen Komödie Warnemünde präsent gewesen. Da gab es fünf Modelle, die bereits gerechnet und besprochen waren mit den Kollegen, ihre Verschiebung des Tarifurlaubs war bereits geklärt.

OZ: Wird es diesen Volkstheater-Sommer geben, wenn Sie in zwei Wochen wieder Intendant sind?

Latchinian: Ich hoffe ja. Er muss vielleicht in leicht veränderter Form stattfinden, denn man steigt auch in der Warnow nie zwei Mal in das gleiche Wasser. Das Optimale wäre, wenn wir ihn überhaupt stattfinden lassen können, und der Kummer ist jetzt schon, dass er eingeschränkt stattfinden müsste. Das ist ja ein sehr zartes Pflänzchen, das über die Jahre nie geklappt hat und oft kritisiert wurde: Wo ist das Volkstheater Rostock, wenn so viele Urlauber hier sind?!

OZ: Und w ie weit ist die neue Saison vorbereitet? Gibt es wieder einen „Stapellauf“?

Latchinian: Der „2. Stapellauf - Toleranz“ sollte ein siebenteiliges Spektakel werden. Beginnend mit der Uraufführung einer Ballett-Suite des armenischen Komponisten Awet Terterjan. Das sollte im Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern stehen und ein ganz demonstratives Signal für die Tanzsparte werden. Dann wäre ein großer Klassiker für alle Zuschauer gekommen, danach vier kleinere Stücke parallel, und dann wären bei einem Liebeslieder-Abend alle Zuschauer gegen 23 Uhr wieder vereint. Das war fast abgeschlossen, bis hin zur vertraglichen Bindung aller Partner, auch einiger Gastregisseure, Gastausstatter und Gastmusiker. Die Rechte sind fast erworben gewesen, das alles wäre in der ersten Aprilwoche dran gewesen - und jetzt ist es offen. Die ersten Bauproben wären gewesen, bei denen Produktionsabläufe geplant werden, und  ab Mitte April wäre losgeschneidert worden. Also der April ist der dümmste Monat, wo so eine Geschichte, die passiert ist, passieren kann. Da kann ein Theater am wenigsten auffangen. Im Moment ist vielleicht noch ein Not-Stapellauf möglich, ich bin da im Moment hin- und hergerissen. Denn ich will ja nicht den Betrieb überstrapazieren, dass ich jetzt etwas, das noch einen Monat mehr gebraucht hätte, trotzdem in der verbleibenden Zeit durchpeitsche. Vielleicht ist das Maß von seriöser Arbeitsmöglichkeit dann schon zerstört, wenn ich wieder losarbeiten darf.

OZ: Das klingt jetzt schwierig. Sie wollen wieder zurück, haben auf Wiedereinstellung geklagt. Und Sie treten an, obwohl das wahrscheinlich wichtigste Projekt der ganzen Saison nicht nur gefährdet ist, sondern womöglich gar nicht stattfinden kann?

Latchinian: Ja, das ist nicht undenkbar. Aber das ist doch klar, und ich weiß auch nicht, ob das nicht auch den verantwortlichen politischen Entscheidern hätte klar sein können. Ein Theater, das im Wochentakt Premieren rausbringt, da sind vier Wochen viel. Die gemütlichen Zeiten, wo dann bloß mal eine Premiere wegfällt, sind eben vorbei. Und dass ein ganzer Monat verheerende Wirkungen haben muss, und gerade der Monat April, da wundere ich mich, dass das den politischen Entscheidern offensichtlich nicht so klar war. Es sind in den Medien solche Sätze gefallen, das Volkstheater sei ohne den Intendanten sicher und das künstlerische Programm sei weiter durchführbar. Doch ohne Folgen bleibt ein Fehlen des Intendanten für vier Wochen nicht.

OZ: Sie bleiben bei Ihrer starken Position für ein Theater mit vier Sparten?

Latchinian: Ja. Die letzten Premieren dieser Spielzeit wären ja „Maskenball“ und „Weißes Rössel“ vom Musiktheater gewesen, mit großem Anteil des Chors, und eine Produktion des Tanztheaters zum Thema verbotene DDR-Rockmusik, wo ja auch in Rostock noch viel Vergangenheit aufzuarbeiten ist. Das wäre nicht durch das Schauspiel, sondern eher durch die anderen Sparten geleistet worden, und trotzdem wären in jeder dieser Produktionen Schauspieler drin gewesen. Also das Spartenübergreifende wird am Ende dieser Spielzeit so aussehen, dass der Schauspielanteil so gering ist wie die ganze Spielzeit nicht und der Musiktheater- und Tanzanteil so groß wie in dieser Spielzeit noch nicht. Wir wollten am Ende nochmal demonstrativ die letzten Zweifel ausräumen, dass es hier nur mit Schauspiel und Orchester keine wirklich verlustfreie, goldene Zukunft mit höheren Einnahmen geben kann.

OZ: Gibt es grundsätzlich ein Umdenken, was den Vorwurf betrifft, es gäbe zu viele Produktionen in kleinen Spielstätten, aber zu wenige im Großen Haus, wo man mehr Publikum erreichen könnte?

Latchinian: Es gab ja bisher schon fünf große Neuproduktionen. Nein, ein Umdenken gibt es da nicht, weil ein Umdenken nicht nötig ist. Unser Denken ging schon immer in diese Richtung: Wir beginnen mit vielen kleineren Produktionen, damit wir schneller Ergebnisse und Produkte präsentieren können. Und in der gleichen Zeit entwickeln wir Schritt für Schritt ein Repertoire von größeren Stücken. In der zweiten Spielzeit können wir dann auf die weiter spielbaren kleinen Produktionen setzen, können dadurch einen kleinen Gang zurückschalten, können uns mit einer geringeren Gefahr des Verschleißes auf größere Projekte konzentrieren, und innerhalb von zwei Spielzeiten haben wir ein großes Repertoire vieler großer Stücke und vieler kleiner Stücke und sind an dem Punkt, an dem mein Vorgänger aufhören konnte. Deshalb habe ich von Anfang an um Verständnis geworben, dass man diese zwei Spielzeiten bitte als Zusammenhang sieht, denn wir haben ein komplett neues Repertoire im Sinne eines modernen Volkstheaters aufbauen wollen, und wollten nichts mehr aus der Vergangenheit übernehmen. Aber das ist kein Umdenken, es war von Anfang an so gedacht.

OZ: Wir haben in den letzten Tagen gemerkt, dass einige Kommunalpolitiker sehr beleidigt sind wegen Ihrer markigen Worte in der Öffentlichkeit, wegen des Vergleiches mit der Terrormiliz IS, wegen Ihrer Äußerungen zur Strukturrefom. Wollen Sie sich dafür entschuldigen?

Latchinian: Es ist ja viel von verbalen Entgleisungen geredet worden. Ich habe, weil ich nicht beratungsresistent bin, überlegt, was könnten diese Entgleisungen gewesen sein, und habe kaum welche entdeckt. Die Situation, die ich vorgefunden habe, spätestens seit dem 1. September, ist eine völlig verfahrene, um nicht zu sagen: völlig aus den Gleisen geratene Situation. Wer als verantwortungsbewusster Intendant diese aus dem Gleis seiende Situation objektiv zu beschreiben versucht, muss offensichtlich Worte sagen, die die Verursacher der Probleme als Entgleisung empfinden können. Sie sind aber nicht als solche von mir gemeint. Sie sind einfach ein Versuch, seriös und differenziert miteinander zu kommmunizieren, das ist meine Interpretation von Loyalität auch meinem Dienstherrn gegenüber. Ich sehe viele positive Verdienste der Landespolitik für Mecklenburg-Vorpommern, ich sehe viele Verdienste des Oberbürgermeisters für die Hansestadt Rostock. Und ich sehe einen großen Konflikt, das ist der der Theaterlandschaft in MV wie in der Hansestadt Rostock. Das gehört zusammen. Und deswegen müssen sich diejenigen, die mich hierher geholt haben für fünf Jahre, auch weiter darauf einstellen, dass ich ein kritischer Partner sein werde, aber nicht ein beleidigender und auch nicht ein destruktiver. Sondern ich möchte wirklich besseres Theater für Rostock, die beste Theaterlandschaft für Mecklenburg-Vorpommern. Da bin ich überzeugt, dass es viele andere Alternativen gibt als die, die die maßgeblichen Kulturpolitiker im Land wie in der Kommune momentan zu sehen scheinen.

OZ: Wie sähe das beste Theater für Rostock aus Ihrer Sicht in zwei Jahren aus?

Latchinian: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Vier-Sparten-Theater, das jetzt existiert, die ideale Form ist für die Vielfalt und Diversität der Stadtgesellschaft, der Geschmäcker der Rostocker. Die Synergien, die zwischen den Sparten möglich sind, und der Fakt, dass wir zu den kostengünstigsten Vier-Sparten-Theatern Deutschlands gehören, lässt mich weiter dafür kämpfen, dass diese optimale Situation, die trotzdem eine sehr bescheidene ist, auch weiter von der Politik getragen wird. Und wenn die fünfte und sechste Sparte sich weiterentwickeln dürfen, am Wochenende hat ja die Bürgerbühne gezeigt, was für eine Bereicherung das sein kann, dann kann in zwei, drei Jahren auch ein Sechs-Sparten-Theater toll für Rostock sein.

OZ: Der Kunstverein zu Rostock hat erklärt, er wolle Sie für den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern vorschlagen ...

Latchinian: Oh ...

OZ: Würden Sie den annehmen?

Latchinian: So wie ich mich über die enorme Solidarität sehr gefreut habe, freue ich mich natürlich auch über einen Preis und würde den natürlich annehmen. Aber das ist eine angenehme Nebenerscheinung meiner Arbeit. Wenn wir weiter diesen Rückhalt haben und wenn wir weiter die vier Sparten zukuftssicher kriegen, dann wäre das die größte Anerkennung für meine Arbeit.

 



Dietrich Pätzold Und Frank Pubantz

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Nach nur gut einer Stunde Beratung stand fest: Sewan Latchinian soll seinen Job als Intendant des Volkstheaters behalten.

Sewan Latchinian soll nach dem Willen der Rostocker Bürgerschaft Intendant des Volkstheaters bleiben.

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