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Alles für die richtige Kunst: Theaterprobe unterm Bett

Warnemünde Alles für die richtige Kunst: Theaterprobe unterm Bett

Ein Zimmermädchen bekommt für das Stück Hintergrundwissen im Hotel Neptun / Premiere für „Fremde Betten“ ist am 30. September in der Kleinen Komödie

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Schauspielerin Friederike Drews (28, l.) und Zimmerfrau Andrea Horn (45) beim Kissen aufbereiten in der 12. Hoteletage.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Eine Theaterprobe außerhalb der Bühne, nämlich genau dort, wo das Stück spielt, in einem Hotelzimmer, ist auch für Warnemünde außergewöhnlich. Zumal, wenn die Schauspielerin unters Bett kriecht, um einen realen Eindruck eben vom Sein unterm Bett zu bekommen.

„Es ist schon beklemmend, dort zu liegen“, findet Friederike Drews (28). Sie spielt nämlich ein Zimmermädchen und begleitete gestern Vormittag im Hotel Neptun eine Zimmerfrau, um ein wenig den richtigen Beruf kennenzulernen.

Nach den Erfolgen des Warnemünde-Stückes „Alter Strom“ und dem Ringelnatz-Programm bietet das Volkstheater in der Kleinen Komödie erneut ein Stück mit einem Bezug zum Ostseebad an: „Fremde Betten“.

Das Zimmermädchen Lynn putzt nicht nur besonders gründlich, es ist auch extrem interessiert an den Dingen und dem Leben der Fremden. Eines Tages vertrödelt sie sich in einem Hotelzimmer. Als die Gäste dann zurückkehren, flüchtet sie unters Bett. Sie verbringt dort eine Nacht. Dieses unerkannte Teilnehmen am Leben anderer macht sie süchtig nach noch mehr Nächten unter Hotelbetten.

„Dem Thema gerecht zu werden, ist schon eine Herausforderung, denn viele Menschen in und um Rostock arbeiten im Tourismus“, sagt Friederike Drews. Trotz der künstlerischen Umsetzung wolle man den Beruf ernst nehmen, denn in einem Hotel arbeiteten viele hart, damit sich andere dort wohlfühlen können, so Drews. Genau an dieser Stelle sieht sie durchaus Paralellen zum Theater.

Für die Zimmerfrau Andrea Horn (45), die seit elf Jahren im Hotel Neptun arbeitet, war es gestern ein besonderer Arbeitstag. Solche Zuschauer hatte sie noch nie. „Das Stück schaue ich mir bestimmt an“, sagt sie und verrät, dass sie immer noch ein wenig Höhenangst auf den Balkonen der oberen Etagen habe. Von ihr lernt Friederike Drews auch, dass der letzte Blick vor dem Verlassen des Zimmers der alles entscheidende ist.

Der Roman „Das Zimmermädchen“ von Markus Orths ist die Grundlage für „Fremde Betten“. Friederike Drews und Dramaturg Martin Stefke haben die Bühnenfassung erarbeitet.

Regie führt die Wienerin Beatrix Schwarzbach (32). Sie erzählt, dass sie schon einmal privat in Warnemünde gewesen sei. Zum Geburtstag habe sie einen Kurzaufenthalt geschenkt bekommen. Sechs Wochen dauern die Proben für das Ein-Personen-Stück. „Man ist bei der Arbeit mit nur einer Schauspielerin sehr fokussiert“, sagt sie. Das Stück werde wohl 60 bis 75 Minuten dauern. „Es ist die Zeit, die Frau Horn für drei bis vier Zimmer benötigt“, setzt sie die Theaterarbeit in Bezug zur Arbeit der Zimmerfrau. Die Ausstattung für das Stück besorgt Maria Frenzel – und die kommt auf der Bühne übrigens ohne Bett aus.

Porträt einer obsessiven jungen Frau auf der Bühne

Das Zimmermädchen Lynn weiß nach der ersten Nacht unter einem Hotelbett, dass sie es wieder tun wird – ja regelrecht tun muss. Von nun an liegt sie jeden Dienstag unter den Betten der Gäste und lauscht auf das, was über ihr geschieht.

„Fremde Betten“ ist das Porträt einer eigenwilligen, obsessiven jungen Frau. Es ist die Geschichte einer Suchenden, die wissen will, wie andere das Leben meistern. Premiere: 30.

September.

Karten: OZ-Servicecenter und die Theaterkassen

Thomas Sternberg

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