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Das produktivste freie Theater im Lande

Stadthafen Das produktivste freie Theater im Lande

Compagnie de Comédie feiert im Stadthafen ihren 25. Geburtstag – und den 65. ihres Mitbegründers Georg Haufler

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Intendantin Martina Witte und Techniker Stefan Schmidt, der hier schon ausgebildet wurde.

Quelle: Dietrich Pätzold

Stadthafen. Gefeiert wird die ganze Nacht zum Sonntag. Auf großer LED-Wand am Rostocker Stadthafen steht: „Rockt die Bühne bis 6:02 Uhr“ – das sind sie dem Namen Bühne 602 schuldig. Und sich selbst: 25 Jahre freies Theater Compagnie de Comédie sind eine Erfolgsstory. Ab null Uhr wird dann einer noch besonders gefeiert: Georg Haufler, der letzte aktive Mime aus der Gründerzeit, wird am 3. Juli 65. Dafür bauen die Techniker erstmals die Sitze des 2000 eröffneten Theatergebäudes aus. „Wir brauchen eine große Tanzfläche“, lacht Intendantin Martina Witte.

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Compagnie de Comédie feiert im Stadthafen ihren 25. Geburtstag – und den 65. ihres Mitbegründers Georg Haufler

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Compagnie feiert – freie Szene feiert mit: Heute um 15.00 Uhr eröffnet die Welt-Musik-Schule „Carl Orff“ das Fest in und vor der Bühne 602. Angekündigt sind Kabaretts, Puppenspieler und Musiker.

Ab 23 Uhr Tanz in den Sonntag.

Begonnen hatte ihre Erfolgsgeschichte 1991. Zahlreiche Schauspieler des Volkstheaters verloren da ihre Jobs, weil die Hansestadt das Theater mit seinen zum DDR-Ende mehr als 550 Mitarbeitern nicht halten konnte. Einige probten schon in der Sommerpause auf eigene Faust, feierten am 13. Juli 1991 mit „Der Frieden“ des Aristophanes im Hof des Klosters zum Heiligen Kreuz Premiere und gründeten am 1. August die Compagnie de Comédie: das erste freie Theater im Bundesland – bis heute das größte und einflussreichste der Freien in MV. Im Haus der Compagnie trifft sich die freie Szene zu Landesfestivals, Kabarettisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wetteifern beim größten Satirefestival des Landes um die „Koggenzieher“-Preise.

Und das eigene Ensemble produziert unermüdlich. Viel Weltliteratur – gegenwärtig spielen sie im Klostergarten Goethe und Shakespeare, der dort regelmäßig auf die Sommerbühne kommt. „Sonny Boys“, Karl Valentin und Loriot waren Publikums-Renner, auch seichtere Livestyle-Komödchen fanden ins Programm. 169 Inszenierungen insgesamt.

Martina Witte gehörte 1991 zu den Initiatoren der Compagnie, zusammen mit dem Regisseur Joachim Lemke und dem Schauspieler Holger Schulze. Heute erreicht die Compagnie pro Jahr rund 35000 Zuschauer mit einem Etat von 520000 Euro, zu dem die Hansestadt 159000 Euro, das Land 75000 Euro beisteuern. „Das bedeutet, dass unsere Eigenfinanzierungsquote weit über 50 Prozent liegt“, sagt die Intendantin.

Doch auch Wehmut klingt zum Jubiläum mit. „Mit dem Einzug in die Bühne 602 im Stadthafen, der die Existenz der Compagnie sicherte, haben sich die Zeiten für uns sehr verändert“, sagt die Intendantin.

Es gibt viel mehr Gastspiele als früher. Und: „In den ersten Jahren haben wir uns viel ,freier’ gefühlt“, meint Martina Witte. „Damals hatten wir sieben Schauspieler unter Vertrag. Und wir waren experimentierfreudiger, arbeiteten mit einfachen Bühnenbildern, waren viel mit dem Bus unterwegs. 70 Prozent unserer Vorstellungen haben wir außerhalb Rostocks gespielt. Es war wie eine große Familie. Und das, obwohl fast alle von uns noch kleine Kinder hatten.“

Klingt wie Gründerzeit-Romantik, die einem nüchternen Blick aufs Theater-Geschäft weichen musste. Dass die Compagnie trotzdem auch heute Wert auf Anspruch legt, ist den Akteuren wichtig. Und ein guter Grund, das Jubiläum zu feiern: Also sehr zum Wohl!

Dietrich Pätzold

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