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Neue Theater-Struktur: Verzögerung kostet 400000 Euro

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Neue Theater-Struktur: Verzögerung kostet 400000 Euro

Würde das Hybridmodell erst 2018 kommen, fehlen fast eine halbe Million / Grüne und Linke wollen Bürgerbeteiligung abwarten / Aufsichtsrat fordert Spielplan bis 1. Juni

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Intendant Sewan Latchinian soll bis Juni den Spielplan 2016/17 vorlegen und schnell die beschlossene neue Struktur umsetzen.

Quelle: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Eine Verzögerung der beschlossenen neuen Strukturen am Rostocker Volkstheater könnte dem Haus 2017 ein Loch von etwa 400000 Euro bescheren.

 

OZ-Bild

Es kann nicht sein, dass der Oberbür- germeister die Bürgerbeteili- gung zur reinen Farce verkommen lässt.“Uwe Flachsmeyer, Bündnis 90/Grüne

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Das geht aus einem Schreiben des kaufmännischen Geschäftsführers Stefan Rosinski an den Aufsichtsrat hervor, das der OZ vorliegt.

Ende Januar hatte der Gesellschafter, die Stadt, das sogenannte Hybridmodell beschlossen, um die finanziellen Vorgaben in der Zielvereinbarung mit dem Land einzuhalten. Der Aufsichtsrat stimmte dem Modell zu. Dieses sieht eine Neuordnung mit Schwerpunkt Orchester und Musiktheater sowie eine Verkleinerung des Schauspiels und den Erhalt des Tanztheaters bis 2019 vor. Würden die neuen Strukturen erst ab 2018 greifen, müssten 2017 rund 840 000 Euro mehr an Personalkosten gezahlt werden, rechnet Rosinski vor. Zieht er die einkalkulierten Beträge für Gastspiele und Kooperationen ab, bliebe das genannte Defizit von 400000 Euro. „Dieser Fehlbetrag wäre durch die Zuschussmittel und die Eigenerlöse nicht deckungsfähig“, warnt Rosinski vor seinem Weggang nach Halle.

Die frisch gewählte Aufsichtsratschefin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) erwartet deshalb, dass die Theaterleitung das Hybridmodell jetzt konkret umsetzt. „Das ist beschlossen“, sagt sie. Deshalb zeigt sie kein Verständnis für zwei Anträge von Grünen und Linken. Danach soll zum einen keine Umsetzung vor Abschluss der im Februar 2015 beschlossenen Bürgerbeteiligung erfolgen und zum anderen die Endfassung der neuen Struktur in der Bürgerschaft abgestimmt werden. Über die Anträge sollte die Stadtvertretung Mittwoch entscheiden, dazu kam es in der abgebrochenen Sitzung nicht.

„Wer den Anträgen zustimmt, gefährdet Arbeitsplätze im Theater“, warnt Sybille Bachmann. Auch für Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ist „die sofortige Umsetzung sicherzustellen“, schreibt er in der Stellungnahme zum Antrag von Grünen und Linken. Ansonsten könnte das Land Zuschüsse von annähernd fünf Millionen Euro von der Stadt zurückfordern. Eine Zustimmung für die Anträge gefährde die Zahlungsfähigkeit des Volkstheaters, da das Bildungsministerium eine „unverzügliche Umsetzung“ fordere.

„Wenn der Oberbürgermeister im Zusammenspiel mit Kulturminister Mathias Brodkorb über finanziellen Druck den zu beteiligenden Bürgern sagen, dass sie zwar Anmerkungen machen dürfen, diese aber keine Relevanz haben, dann haben sie das Prinzip der Bürgerbeteiligung nicht verstanden“, kritisiert Uwe Flachsmeyer, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Es könne nicht sein, dass der Oberbürgermeister nach dem Beschluss zur Bürgerbeteiligung im Februar 2015 mehr als ein Jahr verstreichen lasse und jetzt Zeitdruck benennt, um diese zur reinen Farce verkommen zu lassen, so Flachsmeyer.

Für Aufsichtsratschefin Bachmann gibt es neben den neuen Strukturen aktuell eine zweite, sehr viel dringendere Baustelle: der Spielplan 2016/2017. Dazu hat Intendant Sewan Latchinian eine klare Frist bekommen. Zur Aufsichtsratssitzung am 1. Juni muss Latchinian liefern und zwar nicht nur die Titel von Stücken, sondern das komplette Programm mit Besetzungen und Regieteams, so Sybille Bachmann.

„Jeder Tag der nicht geplant ist, wird teurer.“ Ohnehin habe es unter dem Intendanten Latchinian, der gestern telefonisch nicht erreichbar war, einen „massiven Rückgang“ zum Beispiel bei den Besucherzahlen gegeben, kritisiert Sybille Bachmann.

Rostocker können ihre Meinung sagen

Die Bürgerschaft hatte am 2. März beschlossen, dass das „Konzept zum Hybridmodell“ öffentlich zugänglich gemacht wird. Dieses ist im Internet unter der Adresse rathaus.rostock.de (unter „Rostocker Meinung“) veröffentlicht. Im Nachgang zu der noch bis 25. Mai möglichen Online-Bürgerbeteiligung zur neuen Struktur des Volkstheaters ist laut Stadtverwaltung zudem im Juni ein öffentliches Bürgerforum geplant.

Thomas Niebuhr

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