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Theater: Latchinian fliegt raus, Kümmritz soll kommen

Stadtmitte Theater: Latchinian fliegt raus, Kümmritz soll kommen

Die Hansestadt hat dem umstrittenen Intendanten fristlos gekündigt / Schweriner Noch-Chef soll übernehmen

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Sewan Latchinian (links) wurde gestern fristlos entlassen, Joachim Kümmritz soll der neue, einzige Chef im Theater werden.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Sewan Latchinian ist nicht mehr Intendant des Rostocker Volkstheaters. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hat den künstlerischen Chef des Hauses gestern Abend mit sofortiger Wirkung abberufen. Latchinian wird fristlos gekündigt. Für die Entscheidung gab es in dem Gremium nach OZ-Informationen eine breite Mehrheit: Nur Grünen-Vertreter Uwe Flachsmeyer stimmte gegen die Entlassung. Einen Nachfolger gibt es bereits: Joachim Kümmritz – Noch-Intendant in Schwerin und in Neustrelitz – soll als Interims-Chef (für maximal zwei Jahre) das Volkstheater leiten und das neue Strukturkonzept umsetzen.

Das höchste Entscheidungsgremium nach der Bürgerschaft folgte gestern einem Antrag des Rostocker Bundes: Auf 13 Seiten hatten Fraktionschefin Sybille Bachmann – zugleich Aufsichtsratschefin des Theaters – aufgelistet, wie Latchinian das Vertrauen der Gesellschafter verspielt und dem Theater geschadet habe. Er habe unter anderem die beschlossene Umstrukturierung blockiert und die Planung der neuen Spielzeit verschleppt. Mit einem ähnlichen Antrag war Bachmann im April noch gescheitert. Damals sollte der Intendant 150000 Euro Abfindung erhalten, nun geht er nach dem Willen der Stadtpolitik leer aus. Auch Rathaus-Chef Roland Methling (UFR) folgte deshalb dem Antrag. Noch am Abend überbrachte André Beutel, Leiter des Beteiligungscontrollings, Latchinian persönlich die Kündigung. Der Intendant hatte noch bis 2019 Vertrag.

„Es ist bedauerlich, dass es so zu Ende gehen musste. Aber es geht darum, jetzt die Zukunft unseres Theaters zu gestalten“, sagte Bachmann am Abend. Weil in wenigen Wochen auch der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Rosinski das Volkstheater verlässt, er geht als neuer Theater-Chef nach Halle, musste das Gremium zugleich einen neuen Chef bestellen: Oberbürgermeister Methling soll Joachim Kümmritz nach Rostock holen. Dessen Vertrag in Schwerin endet in wenigen Wochen. Er ist aber auch noch Intendant in Neustrelitz.

„Wir werden jetzt mit den Gesellschaftern des Theaters in Neustrelitz und Neubrandenburg sprechen müssen. Es darf nicht passieren, dass das eine Theater gerettet wird, das andere aber einen erfolgreichen Macher verliert“, so Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Brodkorb bezeichnete Kümmritz als „erfolgreichen Theater-Chef“: „Er hat in nur zwei Jahren in Neustrelitz die Einnahmen um 20 Prozent gesteigert.“

„Wenn man nicht mehr zusammenarbeiten kann, ist eine gesichtswahrende Trennung richtig. Leider wollte der OB keine Abfindung zahlen“, so Linken-Chefin Eva-Maria Kröger. „Kümmritz ist vielleicht die letzte Chance, das Theater zu entwickeln. Latchinian hat einen Zuschauereinbruch und Imageschaden zu verantworten“, sagte CDU-Chef Daniel Peters. Jan-Ole Ziegeler von „Initiative Volkstheater“

hingegen kommentierte die Personalie so: „Es ist das Allerletzte, wie ein hervorragender TheaterMann aus der Stadt gejagt wurde.“

Latchinians Anwältin Doris Geiersberger kündigte an, gegen die Entlassung rechtliche Schritte einzulegen. „Wir halten die Begründung für nicht tragfähig.“ Am Freitag soll Latchinian als Regisseur Premiere mit „Sex und Liebe“ feiern. „Was daraus wird, ist unklar“, so die Anwältin.

Andreas Meyer

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