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Volkstheater: Neue Struktur kommt nicht vor dem Herbst

Stadtmitte Volkstheater: Neue Struktur kommt nicht vor dem Herbst

Die Stadt hatte zum Bürgerforum eingeladen / Neuer Intendant hat die Aufgabe Veränderungen durchzusetzen

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Volkstheater-Mitarbeiterin Jana Petrat berichtet über ihre Erfahrungen beim Kartenverkauf. Das Konzept gehe in die richtige Richtung, sagt sie.

Quelle: Thomas Niebuhr

Stadtmitte. Wenig zielführend sei die Veranstaltung, brachte es eine Frau auf den Punkt. Es fehle der designierte Volkstheater-Intendant Joachim Kümmritz, der ja die neue Struktur umsetzen müsse. Die Stadt hatte gestern zu einem Forum als Bestandteil der Bürgerbeteiligung bei der Einführung des sogenannten Hybrid-Modells am Volkstheater eingeladen, knapp 100 Rostocker folgten der Einladung in die Rathaushalle.

 

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Neue Er- kenntnisse gab es leider nicht. Der Wille zur ergebnisoffe- nen Debatte fehlte.“Uwe Flachsmeyer, Bündnis 90/Grüne

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Neue Struktur für das Theater

Das sogenannte Hybridmodell wurde für das Volkstheater beschlossen, um die finanziellen Vorgaben in der Zielvereinbarung mit dem Land einzuhalten. Der Aufsichtsrat stimmte dem Modell zu.

Dieses Modell sieht eine Neuordnung mit Schwerpunkt Orchester und Musiktheater sowie eine Verkleinerung des Schauspiels und den Erhalt des Tanztheaters bis 2019 vor.

Der ganzen Veranstaltung mutete etwas Skurriles an. Im Podium saß die Chefin des Aufsichtsrates, Sybille Bachmann (Rostocker Bund), die sich als Bürgerschaftsbeschluss eigentlich lieber eine andere Form der Bürgerbeteiligung gewünscht hätte. Neben ihr der kaufmännische Geschäftsführer des Volkstheaters, Stefan Rosinski, der das Modell zwar entwickelte, aber die Umsetzung dann aus der Ferne an seinem neuen Arbeitsplatz in Halle beobachten wird.

Sowohl Rosinski als auch Bachmann betonten, dass sie ja nur die Rahmenbedingungen erfüllen müssen, die andere – Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) – gesetzt haben, die ebenfalls nicht in der Rathaushalle waren. Das Hybrid-Modell sieht eine Stärkung von Orchester und Musiktheater, eine Verkleinerung des Schauspiels und den Erhalt der Tanzsparte bis 2019 vor. Klar ist, so Stefan Rosinski, dass gestern die letzte tarifliche Frist verstrichen sei, um mit der Umsetzung sofort beginnen zu können. Was dann genau ab Herbst passiert, liege dann in anderen Händen. „Da müssen wir uns alle überraschen lassen.“

Gestern ging es nur darum, die Bevölkerung zu informieren und Anregungen aufzunehmen. Kritische Stimmen kamen aus dem Theater-Förderverein. „Warum soll Rostock Opernstadt werden und woraus wird geschlossen, dass der Bedarf besteht?“, fragt die Vorsitzende Antje Jonas. Sie befürchtet, dass mit einem verkleinerten Schauspiel der Bildungsauftrag nicht mehr erfüllt werden kann. Anders argumentierte die frühere Bundestagsabgeordnete Christine Lucyga. „Ich kann dem Hybrid-Modell durchaus etwas abgewinnen, wenn es vernünftig umgesetzt wird“, sagt sie. Es bleibe aber eine Verwaltung des Mangels und niemand dürfe sich von der Forderung an das Land verabschieden, die Theater besser zu fördern.

Für Sybille Bachmann ist wichtig, dass die Grundstruktur erhalten bleibt und keine Sparte geschlossen wird. „Es geht um eine Übergangslösung.“ Denn niemand wisse, wie die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wahl im September aussehe und welche Möglichkeiten sich zukünftig nicht durch eine andere Förderung oder verbesserte Einnahmen am Volkstheater ergeben. Stefan Rosinski sieht das Hybrid-Modell unter den gegebenen Bedingungen als Möglichkeit, um zu verhindern, dass „der Betrieb kaputtgeht“.

Neben dem Bürgerforum hatten die Rostocker zuletzt die Möglichkeit, das Modell im Internet zu kommentieren. Gerade mal 73 Einträge gab es, erläutert André Beutel, Leiter des Beteiligungsmanagements.

Gerade mal 27 hatten konkrete Fragen oder Anregungen.

• Das Konzept ist einsehbar unter www.rathaus.rostock.de.

Thomas Niebuhr

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