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„Zigeuner-Mädchen“ will vor Schülern spielen

Stadthafen „Zigeuner-Mädchen“ will vor Schülern spielen

Compagnie de Comédie hat neues, mobiles Klassenzimmerstück im Programm / „Mia“ von Nick Wood beschreibt Vorurteile / Lydia Wilke im Solostück

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„Auf die Leistung von Lydia“ stoßen Martina Witte (Compagnie-Chefin) und Fabian Rang- lack (Regie) nach der Premiere in der Bühne 602 an.

Stadthafen. Sie gehören nicht in unsere Gesellschaft, sie benehmen sich überall wie Schweine, sie sind „Menschenmüll“. Mia muss sich mit solchen Meinungen täglich auseinandersetzen – nicht mit diesen Kommentaren in sozialen Netzwerken. Die 27-Jährige ist eine Roma, eine Zigeunerin, die vor sieben Jahren mit ihrer Familie vor dem Krieg auf dem Balkan floh. Nun muss die junge Frau mit einer unfassbaren Tragödie fertig werden. „Mia“ ist ein Theaterstück von Nick Wood.

 

OZ-Bild

Lydia Wilke (28) spielt im Solostück von Nick Wood in der Bühne 602 die vor dem Krieg auf dem Balkan geflüchtete „Mia“.

Quelle: Claudia Tupeit

Lydia hat das so toll gespielt. Ich bin stolz auf sie. Das Stück ist meine erste Regiearbeit. Die andere Seite war eine Erfahrung, mit der ich gereift bin.“Fabian Ranglack (29), Regisseur und Schauspieler

Die Figur spielt Lydia Wilke quasi als Alleinkämpferin für Recht und gegen Unrecht, für Verständnis und gegen Vorurteile, die sie sich von der Seele – manchmal zumindest – schreit. Nach der Premiere des Solostücks vor ihren Theaterkollegen in der Bühne 602 will Lydia Wilke mit „Mia“ durch Klassenzimmer touren. „Oder auch die Schüler hierher zur Bühne holen.“ Die Produktion der Compagnie de Comédie ist als „mobiles Klassenzimmerstück“ angelegt. „Schulen müssen sich bei uns anmelden, dann führt Lydia das Stück entweder im Klassenzimmer oder im Theater für Schüler und Lehrer auf“, sagt Compagnie-Chefin Martina Witte, die sich an erste pädagogische Projekte aus dem Jahr 1993 erinnern kann.

Wilke, freiberufliche Schauspielerin und HMT-Absolventin, ist nur ein Jahr älter als ihr Bühnencharakter. Sie steht beim Spiel unmittelbar vor dem Publikum, die Zuschauer sitzen sinnbildlich mit auf der Bühne. Ihre Requisite? Ein Papiereimer, Müll, eine überdimensional große Schere, eine Handtasche und die Tafel. Darauf schreibt sie fast schon wirr ihre Gedanken an. Als ob sie so Ordnung in die Welt in ihrem Kopf bekommen würde. „Mia ist schon wirklich verrückt“, sagt die gebürtige Berlinerin. Ein starker, engagierter Mensch, jedoch mit schlimmen Erlebnissen, die es zu verarbeiten gilt, beschreibt Wilke weiter ihre Rollenfigur. „Sie behält sich aber immer eine Hoffnung“, sagt Wilke bewundernd.

Mit dem Klassenzimmerstück, für das sie etwa vier Wochen unter der Regie von Fabian Ranglack geprobt hat, will sie Schüler ab 13 Jahren anregen, sich anhand der sehr greifbaren Geschichte der „Mia“ über die Flüchtlingssituation Gedanken zu machen. „Ich möchte aber nie belehren, sondern einfach nur anregen“, betont die junge Mutter. Zum Beispiel, Vorurteile zu überdenken.

Sollte es von den Schülern und den Lehrern gewünscht sein, würde Lydia Wilke nach der etwa 50-minütigen Aufführung mit dem Publikum in den Dialog treten. „Ich empfehle es auf jeden Fall, darüber zu reden.“

Erste Regiearbeit

„Mia“ ist als Klassenzimmerstück angelegt. Die Geschichte der jungen Frau ist die Geschichte einer Roma, einer „Zigeunerin“, wie es im Programmheft der Compagnie de Comédie steht.

Das Original stammt von Nick Wood. Fabian Ranglack (29), der als Schauspieler in Rostock gearbeitet hat und nun in Schwedt spielt, hat mit dem Stück seine erste Regiearbeit abgeliefert. „Während meine Kollegen aus Schwedt alle im Sommer Urlaub gemacht haben, habe ich mich um die Inszenierung hier gekümmert“, sagt er. Der Verzicht auf Erholung habe sich für ihn allerdings mehr als gelohnt.

Claudia Tupeit

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