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Weiss-Marathon zum 100. Geburtstag

Stadtmitte Weiss-Marathon zum 100. Geburtstag

Zum Jubiläum im November planen das Peter-Weiss-Haus und die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine 60-stündige Lesung / 100 Menschen lesen 100 Abschnitte eines Werkes / Noch fehlen Stimmen aus Rostock

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Stefan Nadolny und Theresa Klaue vom Peter-Weiss-Haus organisieren die mehrtägige Veranstaltung im November. Sie haben gestern auch das Video-Spiel von Peter Schmidt vorgestellt. Hier wird die Welt der „Ästhetik des Widerstands“ virtuell aufgearbeitet. Fotos (2): Johanna Hegermann

Stadtmitte. In genau 99 Tagen wäre der Schriftsteller und Künstler Peter Weiss (1916-1982) 100 Jahre alt geworden. „Der Countdown fängt jetzt richtig an“, verkündet Stefan Nadolny vom Vorstand des Peter-Weiss-Hauses. Anlässlich des Jubiläums gebe es bundesweit Veranstaltungen. „Traditionell auch in Rostock“, betont Nadolny.

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Zum Jubiläum im November planen das Peter-Weiss-Haus und die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine 60-stündige Lesung / 100 Menschen lesen 100 Abschnitte eines Werkes / Noch fehlen Stimmen aus Rostock

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Schon jetzt arbeiten die Organisatoren des freien Bildungs- und Kulturhauses und der Rosa-Luxemburg-Stiftung intensiv auf das große Finale des Jubiläumsjahres hin. Denn im November soll im Peter- Weiss-Haus eine mehrtägige Lesung veranstaltet werden. „Es wird ein Lese-Marathon mit Festival- Charakter“, verspricht Nadolny.

Die Zahl 100 soll sich dabei wie ein roter Faden durch die Veranstaltung ziehen. 100 Menschen aus Politik und Kultur werden 100 Passagen und damit ein gesamtes Buch von Peter Weiss vorlesen.

Entschieden wurde sich für das – allerdings rund 1000 Seiten starke – Werk „Die Ästhetik des Widerstands“. „Wir sind der Meinung, dass diese Arbeit hochaktuell ist“, sagt der Organisator. In dem drei Bände umfassenden Roman gehe es um die Beziehung zwischen Kultur und Widerstand. „Im besten Falle möchten wir damit einen Dialog in Rostock entfachen.“ Auf alle Fälle wolle man mit der Veranstaltung auch der jüngeren Generation Peter Weiss näherbringen.

„Gelesen wird zum Teil live vor dem Publikum und zum Teil werden abgefilmte Sequenzen den Besuchern vorgespielt“, erklärt Lese-Koordinatorin Theresa Klaue. „Es entsteht dadurch ein Gesamtkunstwerk mit einem eigenen Format zwischen Hörspiel und klassischer Filmaufnahme“, fügt Nadolny hinzu. Rund 60 Stunden lang wird diese Lesung sein, die im Anschluss für drei Jahre im Internet zu sehen sein soll.

Einen ersten Eindruck, wie das Projekt aussehen wird, können Interessierte noch bis zum 5. August im Rathaus-Foyer bekommen. Hier stehen seit gestern zwei Exponate, die eigens entwickelt wurden. „Das ist unsere Weiss-Box und das Spiel ,Wider die Gespenster’“, erklärt Stefan Nadolny. Das Spiel sei von dem Künstler Peter Schmidt im Stil eines der 1970er Jahre Videospiel-Automaten entwickelt worden.

Auch hier dreht sich alles um den Roman.

In der Weiss-Box sind schon jetzt Aufnahmen für die Lesung zu sehen. „Hier sind Ausschnitte von rund 35 Leuten aus Kultur und Politik zu sehen“, sagt Theresa Klaue. Unter anderem kommen Politiker Gregor Gysi (Linke), die deutsche Rapperin Sookee, Weiss’ ehemalige Ehefrau Gunilla Palmstierna- Weiss oder der Schauspieler Robert Stadtlober zu Wort. Dabei geben die Vorleser zusätzlich Antworten darauf, wie der Schriftsteller und sein Werk sie beeinflusst hat.

Bevor die Veranstaltung im November stattfinden kann, sind die Organisatoren noch auf der Suche nach Lesern. „Momentan fehlen uns noch rund 20 bis 25 Stimmen“, sagt Theresa Klaue. Bisher hätte man bundesweit nach Teilnehmern gesucht, doch nun sollen auch Vorleser aus der Hansestadt Rostock zum Einsatz kommen. Neben einer Zusage von der Band Feine Sahne Fischfilet setze man vor allem auf das Volkstheater Rostock.

Schauspieldirektor Ralph Reichel versichert: „Wir werden dabei sein, können aber noch keine konkreten Namen nennen.“ Auch erste Gespräche mit der HMT habe er schon geführt.

Weiss-Box geht auf Reisen

Die Weiss-Box , die Lesungsausschnitte zeigt, ist mobil. Auf ihrer Reise durch Deutschland wird sie nach dem Rathaus ab dem 5. August im Freigarten des Peter-Weiss-Hauses stehen. Ab dem 18. August macht sie Station auf dem Kunstfest in Weimar.

Ein weiteres Projekt ist anlässlich des Jubiläums vom Literaturhaus, Volkstheater und den Freigeistern geplant. Bis November wollen sie unter dem Motiv „Fremde“ ein eigenes Stück entwickeln. Dabei wollen sie wiederum Texte von Peter Weiss nutzen.

• Informationen zur Lesung: www.peterweiss100.de

Johanna Hegermann

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