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Weist: „Mein Körper ist keine Waffe“

Rap-Song von Jennifer Rostock Weist: „Mein Körper ist keine Waffe“

Mit dem Musikvideo „Hengstin“ setzt sich die Rockband Jennifer Rostock für die Rechte von Frauen ein. Frontfrau Jennifer Weist (29) zieht sich dafür komplett aus – und singt: „Ich glaube nicht, dass mein Körper deine Sache ist“.

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Jennifer Weist, Frontfrau der Band Jennifer Rostock, setzt sich mit dem Song „Hengstin“ für die Rechte der Frauen ein – und zieht sich im Musikvideo dafür aus.

Quelle: Jennifer Rostock/youtube

Rostock. Mit dem Lied „Hengstin“ hat die Band Jennifer Rostock offenbar den nächsten viralen Hit gelandet. Das dazugehörige Musikvideo, das am Freitag auf dem Videoportal Youtube veröffentlicht wurde, ist bereits weit über 1,5 Millionen Mal angesehen worden. Mit dem Clip hat die auf der Insel Usedom aufgewachsene Frontfrau Jennifer Weist offenbar einen Nerv getroffen. Sie setzt sich damit für die Rechte von Frauen ein – und zieht sich dafür aus.

„Frauen haben immer noch weniger Karrierechancen, verdienen in gleichen Jobs weniger als Männer und haben mit krasseren Vorurteilen zu kämpfen“, schreibt die 29-Jährige auf ihrer Facebookseite. „Gerade deshalb ist es für Frauen wichtig, selbstbewusst und eigenständig zu sein.“ Das ist mit dem Titel der neuen Single, die mit aggressiven Beats und Rap-Gesang ein ästhetischer Ausflug in die männlich dominierte Welt der Hiphop-Kultur ist, gemeint: Frauen sollten keinem Hengst hinterherrennen, „sondern selber Hengstin sein!“, meint Weist. Deshalb singt sie: „Ich glaube nicht daran, dass mein Geschlecht das schwache ist.“ Und rappt weiter: „Ich hin kein Herdentier, nur weil ich kein Hengst bin. Ich bin eine Hengstin.“ Und eben keine Stute.

Jennifer Weist: Nackter Protest gegen Vorurteile

Dieses Selbstbewusstsein demonstriert Jennifer Weist im Video. Mehrmals zeigt sie sich nackt – und protestiert damit gegen Vorurteile, denen Frauen immer noch ausgesetzt sind: „Ich glaube nicht, dass mein Körper meine Waffe ist. Ich glaube nicht, dass mein Körper Deine Sache ist.“ Sie ruft andere Frauen dazu auf: „Reiß Dich vom Riemen, es ist nie zu spät, denn ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.“ Dazu treten im Musikclip Frauen auf, die es vormachen: zum Beispiel die Sportlerin Vanessa Low, die Skateboarderin Kim Wibbelt, die Galeristin Anahita Sadighi und die ehemalige Schwimmerin Britta Steffen.

Netz-Kampagne mit prominenter Unterstützung

Um den Clip hat die Band eine ganze Netzkampagne gespannt. So melden sich die im Video gezeigten Frauen mit kurzen Statements täglich auf der Facebook-Seite von Jennifer Rostock zu Wort und erklären, warum sie „Hengstinnen“ sind. „Als Schwimmerin wurde ich oft so bezeichnet: Die ist ja ein halber Typ“, sagt die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin Britta Steffen. „Eine Hengstin ist sich ihrer sehr bewusst, weiß, was sie will, ist dabei sehr fokussiert und kann nebenbei gucken, dass es allen anderen dabei gut geht.“

Musikvideo und Liedtext werden kontrovers diskutiert

„Ich mag Jennifer Weist, aber sie nutzt in dem Video doch genau das, was sie versucht zu kritisieren“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite der Berliner Band. Jemand anderes schreibt dazu: „Der einzige Körper, den Jennifer hier vermarktet, ist ihr eigener und demnach ist es ihr gutes Recht, ihn zu zeigen, wie sie es mag.“ Auf dem sozialen Netzwerk Facebook wurde der Post zu dem Musikvideo seit Freitag über 1800 mal geteilt. Darunter befinden sich knapp 1000 Kommentare. „Geiles Video und geiles Lied, geile Band“, schreibt ein Fan. „Das Lied lässt mich, meine restliche Ausbildung überstehen...“, bedankt sich eine andere Anhängerin.

Von Polit-Pop zu Conscious-Rap

Vor einigen Wochen hatte Jennifer Rostock schon einmal mit einem Video Diskussionen ausgelöst. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sang Jennifer Weist in einem einfachen Polit-Pop-Song: „Bist du alleinerziehend und willst nicht, dass der Staat dich unterstützt? Willst du‚ ne Steuerpolitik, die nur dem Großverdiener nützt?“ Darauf antworte sie: „Dann wähl die AfD!“ Und dann setzte sie hinterher: „Aber nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“ Jennifer Rostock veröffentlichten das Lied auf ihrer Facebookseite. Der Clip wurde bereits 16 Millionen Mal aufgerufen und mehr als 36 000 Mal kommentiert. Ob der Song „Hengstin“ ähnliches Potential hat, wird sich zeigen. Immerhin: Die Rockbrand brilliert damit auf fremden Terrain, dem Conscious Rap. Damit wird eine Form des Rap bezeichnet, dessen Inhalt politisch oder sozialkritisch motiviert ist – und im Gegensatz zu aggressivem Gangsta-Rap eine klare Botschaft hat. Im Fall von „Hengstin“: Frauen sollten keinem Hengst hinterherrennen, „sondern selber Hengstin sein!“

Kay Steinke/wer/rnd

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