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Wildschwein und Polyhymnia im Becken der Deutschen Med

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Wildschwein und Polyhymnia im Becken der Deutschen Med

Bildhauerin und Maler laden zur Kunstausstellung „Mensch und Tier“ in bisher ungenutzte Räume / Eigentümer überlässt Flächen kostenlos

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Bildhauerin Julia Kausch und Maler Björn Krause vom „Warnow Valley“ stellen ihre Kunst ab heute in der Deutschen Med aus. Fotos (2): Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Hirsch und Wildschwein, Fische und Stier und schöne Frauenskulpturen tummeln sich ab heute im Becken des Erdgeschosses der Deutschen Med. Zumindest sollte hier einst ein Therapiezentrum mit Wasserbecken entstehen. Doch dazu ist es nie gekommen, die Räume stehen immer noch leer.

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Bildhauerin und Maler laden zur Kunstausstellung „Mensch und Tier“ in bisher ungenutzte Räume / Eigentümer überlässt Flächen kostenlos

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Doch ab sofort beseelt Kunst das kahle in Betongrau gehaltene Erdgeschoss zur Stampfmüllerstraße. Die Bildhauerin Julia Kausch und der Maler Björn Krause laden heute Abend ab 19 Uhr zur Vernissage ihrer Ausstellung „Mensch und Tier“ ein, die bis zum 9. September in den Räumen der Deutschen Med zu sehen sein wird. Der neue Eigentümer, die Summit RE GmbH & Co. Black 1 KG, hat über seine Verwalter von der Drestate Services GmbH, ein Unternehmen der Deutschen Real Estate AG, den jungen Künstlern die Flächen kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Der Raum im Industriecharme ist ziemlich gut für so eine Ausstellung“, findet Julia Kausch, die seit 2012 als Bildhauerin in Rostock arbeitet und wie Björn Krause im „Warnow Valley“ am Strande ihr Atelier hat. Neun Skulpturen präsentiert die 30-Jährige in der Schau, darunter die lebensgroße „Polyhymnia“, ihre Abschlussarbeit 2011 an der Technischen Kunstschule von Thomas Jastram. „Die ist aus Gips und der Transport war schrecklich“, sagt die Bildhauerin, die sich gestern auf den letzten Metern zur Ausstellung noch den Zeh verletzt hat – „wahrscheinlich gebrochen, doch Hauptsache Polyhymnia hat noch alle Gliedmaßen“, behält die Rostockerin ihren Humor.

Björn Krause, der „ländlich, bäuerlich aufgewachsen“ ist, und sein Faible für Tiermalerei vielleicht auch darauf zurückführt, spannt Gurte zwischen den Pfeilern, zieht Sehnen von der Decke zu Brettern am Boden. „Bastelarbeit“, sagt er, „man muss total improvisieren, um die Bilder gut zu präsentieren.“ Denn verändern sollen die jungen Künstler die Räume nicht, und so müssen denn die Galeriebesucher auch über Holzpaletten in die Ausstellung stolpern.

„Ich freue mich, dass die Räume genutzt werden können, dass der Eigentümer offen ist dafür“, sagt Christoph Chciuk vom Kunstverein zu Rostock. Er ist immer auf der Suche nach Orten für eine „Galerie auf Zeit“. „Das ist ziemlich schwer“, sagt er, deshalb sei er gespannt auf das Experiment in der Deutschen Med.

16 Arbeiten stellt Björn Krause aus, Aquarelle, weil – „die natürlichen Linien kriegt man nur mit Wasser hin“. Von Öl bis Airbrush habe er alles ausprobiert. „Mit Tinte, das ist es.“ Mehr als 1000 Tierbilder hat er schon gemalt. „Am liebsten Schweine, Schwarzwild, das mag ich“, sagt der 29-Jährige. Irgendwann habe er sich mal die Aufgabe gestellt, „jedes Viech darzustellen“. Aber das sei ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Fauna der Unterwarnow habe er schon gut abgebildet, sein Bild der Barsche in der Ausstellung entstammt einer Serie von 20 Arbeiten. Derzeit stellt Krause zusammen mit Julia und anderen jungen Künstlern auch in Teterow aus. Einige Arbeiten hat er verkauft. „Doch das meiste liegt bei mir unterm Tisch“, sagt er.

Julia Kausch hat in der Barnstorfer Kunstscheune und in Berlin im Kulturkaufhaus „Friendly Society“ ausgestellt. Gerade verhandelt sie mit einer Galerie im sächsischen Pirna. Mehrere Skulpturen hat die junge Bildhauerin schon verkauft. An einen Kunstsammler aus Libyen zum Beispiel und einen Schweizer Biobauern. „Der Schweizer hat mir erzählt, Figuren seien für ihn wie guter Wein, die genieße er am Feierabend.“

Heute Vernissage

Die Ausstellung „Mensch und Tier“ wird heute um 19 Uhr mit einer Vernissage in der Deutschen Med eröffnet. Der Eintritt ist frei. Skulpturen und Tierbilder sind dann bis zum 9.

September in diesen Räumen zu sehen. Besucher können anrufen und sich führen lassen oder einen Termin zur Besichtigung vereinbaren. Die Ausstellung ist ein kleiner Vorgeschmack auf das Warnow Valley Open Air, das am 17. September am Warnowufer 29 – 32 stattfinden wird. Dann werden neben der Bildhauerin Julia Kausch und dem Maler Björn Krause noch über 50 weitere Kreativunternehmen ihre Büros, Studios und Ateliers für Besucher öffnen.

Doris Kesselring

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