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Kulturrat will in Schwerin für bessere Politik kämpfen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Kulturrat will in Schwerin für bessere Politik kämpfen

Gründung mit zwölf Mitgliedern / Ralph Kirsten zum Delegierten gewählt

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Es gibt Defizite in der über- greifenden Kulturpolitik. Ralph Kirsten, Delegierter für den Landeskulturrat

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Rostock hat seit gestern einen Kulturrat. Im Volkstheater konstituierte sich am Abend das Bündnis mit dem Ziel, die Interessen der kulturellen Akteure in der Hansestadt zu bündeln und gegenüber der Landespolitik zu vertreten. Mittel dazu ist der Landeskulturrat. Die zwölf Gründungsmitglieder wählten Ralph Kirsten vom Literaturhaus Rostock zum Delegierten in diesem Gremium.

 

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Zur konstituierenden Sitzung des Rostocker Kulturrats waren etwa 20 Interessierte gekommen. Zwölf von ihnen wurden Gründungsmitglieder. Vertreter aus dem Landkreis sind vorerst nicht dabei.

Quelle: Foto: Axel Büssem
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Es darf kein Unter- scheiden in Theater- u.a. Kulturpolitik geben. Klaus Blaudzun, stellvertretender Delegierter

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Der Rostocker Kulturrat ist laut Gründungsschrift ausdrücklich auch offen für die Kulturszene des Landkreises. Deren Vertreter waren auch zur Gründung eingeladen, ein eigenes Treffen im Vorfeld war jedoch nicht zustande gekommen. So waren gestern lediglich drei Kulturschaffende aus dem Kreis gekommen, die jedoch nicht mit unterzeichneten. „Wir wollen uns am 9. März treffen, um zu entscheiden, ob unsere Interessen in einem eigenen Kulturrat für den Kreis besser vertreten wären“, sagte Carolin Kampehl vom Kunstmuseum Schwaan.

Dementsprechend legte der Rostocker Rat gestern auch noch keine Ziele für die künftige Arbeit fest. Auch ein Vorstand wurde nicht bestimmt. Die einzige Personalentscheidung des Abends war die Entsendung eines Delegierten in den neuen Landeskulturrat, der am 15. März erstmals zusammentritt. Die Mitglieder wählten einstimmig Ralph Kirsten. Zu seinen Stellvertretern bestimmten sie Klaus Blaudzun, Geschäftsführer des Instituts für neue Medien, und den Schauspieldirektor des Volkstheaters, Ralph Reichel.

Auch inhaltlich ging es bei der Gründung ausschließlich um die Arbeit im Landeskulturrat. Die Mitglieder gaben Kirsten zwei Themen mit auf den Weg, die er dort ansprechen soll: Bei der Kulturförderung legen die Rostocker Wert auf mehr Transparenz und weniger Bürokratie. Im vergangenen Jahr hatte es große Verärgerung über spät ausgezahlte Fördermittel gegeben, was teilweise die Kulturarbeit gefährdete. Der zweite Punkt betrifft die Richtung der Kulturpolitik: „Es darf keine Unterscheidung in Theater- und andere Kulturpolitik geben“, forderte Blaudzun. Eine solche Trennung wirke sich negativ auf die gesamte Kulturentwicklung im Land aus, warnte auch Reichel.

Kirsten selbst gab sich kämpferisch: „Wir müssen Rostock in der Kulturpolitik in MV mehr Gewicht verleihen. Die Stadt spielt in einer anderen Liga als Schwerin und muss sich im kulturellen Wettbewerb mit anderen Regiopolen messen.“ Nötig sei auch mehr Fachberatung für die Politik. Hier mache sich das Fehlen einer eigenen Ausbildungsmöglichkeit für Kulturmanagement im Land bemerkbar.

Auch für Rostock wünscht sich Kirsten eine stringentere Kulturpolitik: „Es gibt Defizite in der übergreifenden Kulturpolitik, viele Einrichtungen kämpfen nur für sich. Es wäre gut für eine Stadt dieser Größenordnung, wenn es einen einheitlichen Ansprechpartner für Kultur gäbe“, sagte Kirsten. Es gebe auch zu viel „Klein-Klein“ in der städtischen Kultur. Als Beispiel nannte Kirsten das Traditionsschiff. „Es wird immer über die mögliche Verlegung in den Stadthafen diskutiert. Aber die Frage über die Zukunft des Schifffahrtsmuseums, die eigentlich dahintersteckt, wird nicht gestellt.“

Alle anderen Landkreise hatten schon zuvor eigene Kulturräte gegründet. Ob Rostock und der Landkreis sich zusammentun oder nicht, spielt auch eine Rolle für die Besetzung des Landeskulturrats: Dort sind zwei Plätze reserviert, die gemeinsam oder getrennt besetzt werden könnten.

Beratendes Gremium

Der Landeskulturrat MV berät das Bildungs- und Kulturministerium in anstehenden kulturpolitischen Fragestellungen, zu kulturellen Zielen und zu neuen Förderschwerpunkten des Landes. Er entwickelt konzeptionelle Ideen für einzelne Kulturbereiche und gibt Empfehlungen ab, unter anderem zur Art und Weise der Kommunikation mit Künstlern, Kulturschaffenden oder Akteuren des Kultur- und Kreativbereichs. Er konzipiert eigenständig „kulturelle Leitthemen des Jahres.“ Der Kulturrat, der vier Mal jährlich zusammentritt, berät auch in Angelegenheiten der Verleihung von Kulturpreisen des Landes. Ins Leben gerufen wurde

er 2012 vom damals zuständigen

Minister Mathias Brodkorb (SPD).

Axel Büssem

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