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Kuriose Kreuzfahrt-Karrieren

Rostock Kuriose Kreuzfahrt-Karrieren

Weil sie mit reizvollen Angeboten mehr Gäste für sich gewinnen möchten, schicken Reedereien neben Schiffsarzt, Steward und Co. außergewöhnliche Mitarbeiter auf ihre Luxusliner.

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Urlauber, die mit einem Schiff der Hurtigruten-Flotte reisen, können bei Expeditionen die eisige Wildnis der Antarktis entdecken.

Quelle: Esther Koijkmeier/hurtigruten

Fachfrau für wilde Eiswelten

Rostock. Karin Strand hat den wohl coolsten Kreuzfahrt-Job der Welt: Die Norwegerin ist Expeditionsleiterin auf den Hurtigruten-Schiffen „Fram“ und „Midnatsol“ und entführt Passagiere unter anderem in die wilde Welt der Antarktis. „Mein Büro ist eines der entlegendsten Wildnisgebiete der Erde“, erzählt sie. Wer mit ihr an Land geht, dem zeigt sie spektakuläre Gletscher, unberührte Natur und eine überwältigende Tierwelt. An Bord hält sie Vorträge über Themen wie Biologie oder die Geschichte der Erkundung unserer Erde. Karin Strand ist an Norwegens Fjorden aufgewachsen. Bis heute lassen sie mächtige Eislandschaften nicht kalt. Die seien so „überwältigend, dass wir keine Worte finden, sie zu beschreiben. Man muss sie erleben.“

DCX-Bild

Weil sie mit reizvollen Angeboten mehr Gäste für sich gewinnen möchten, schicken Reedereien neben Schiffsarzt, Steward und Co. außergewöhnliche Mitarbeiter auf ihre Luxusliner.

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Showtalente machen Theater

Die Bordbühne ist der Arbeitsplatz von Kelly Degrace und Balthazar Van Acker. Die Französin und der Belgier sind Artisten der Entertainmentfamilie von Tui Cruises. Um an Bord Gäste zu unterhalten, studieren sie vorab an Land opulente Shows ein. Mit denen verwandeln sie das Schiffstheater in ein verrücktes Zirkuszelt. Dabei haben Kelly Degrace und Balthazar Van Acker genauso viel Spaß wie ihr Publikum. „Wir haben die Chance die Welt zu bereisen und gleichzeitig den Job auszuüben, den wir lieben.“

Kleiderprofi hilft hinter den Kulissen

Wenn der Tänzerin auf der Bühne die Rockschleppe reißt, zückt Janette Bauchspieß Nadel und Faden. Die Dresserin ist dafür zuständig, dass das Showensemble der „Aidadiva“ wie aus dem Ei gepellt aussieht. Janette Bauchspieß bügelt knittrige Kostüme auf, flickt, was geflickt werden muss und kämmt kleinste Knötchen aus Perücken. Den Darstellern hilft die Garderobiere in den Dress, schminkt und frisiert sie, wenn die Zeit drängt. Nebenbei verwaltet sie den gesamten Kostümfundus. Auch wenn das Publikum sie nicht sieht: Ohne Janette Bauchspieß wären Abend-Vorstellungen undenkbar. Sie ist der Erfolgsgarant hinter den Kulissen. Erst wenn das Showfinale gut über die Bühne gegangen ist, kann sie beruhigt Feierabend machen.

Schau-Stellerin mit Hammerjob

Bei Katharina Painsi kommt Kunst unter den Hammer. Die Grazerin ist Galeristin und versteigert Meisterwerke im Theatrium der „Aidaperla“. In ihrer schwimmenden Galerie stellt sie außerdem eine stattliche - und käufliche - Sammlung zur Schau: Ob Udo Lindenbergs Likörelle oder Pop Art von James Rizzi - die Galeristin hat für jeden Kunstfan das passende Reisesouvenir. Damit das erworbene Stück ohne Kratzer zu Hause ankommt, kümmert sich Katharina Painsi darum, dass Originale oder limitierte Auflagen gut verpackt werden.

Meister verwandelt in gläsernen Kesseln Meerwasser zu Bier

Wenn Karl Pasalk loslegt, braut sich auf dem Mittelmeer ordentlich was zusammen: Pasalk ist Bierbraumeister. Auf der „Aidablu“ braut er täglich drei verschiedene Biersorten in gläsernen Sudkesseln. 

„Bis zu 600 Liter nach deutschem Reinheitsgebot“, sagt Pasalk stolz. Gebraut werden zwei Sorten „Hövelas Original“ nach einem Rezept der Dortmunder Traditionsbrauerei und ein eigenes Aida-Bier, das „Aida Zwickel“. Für den Gerstensaft verwendet Pasalk neben Hopfen und Malz Meerwasser. Das wird entsalzt, gesäubert und wieder mit den nötigen Mineralien versehen. „Weiches Wasser ist schließlich das Geheimnis des Bierbrauens“, erklärt der Fachmann. Ebenso wichtig für das Bordbier ist hochseetaugliche Technik. „In jahrelanger Tüftelarbeit mussten die Gärkessel unempfindlich gegen Schiffsschwankungen gemacht werden.“ An seinen eigenen Fertigkeiten hat Pasalk ebenfalls lang gefeilt. Bevor er bei Aida anheuerte, war er in vielen großen deutschen Brauereien tätig.

Blütenkönigin hübscht Spa und Brücke auf

Die „Aidadiva“ kreuzt über die Ostsee. Jana Kratzsch schwimmt im Blumenmeer. Sie ist Bordfloristin. In ihrem Laden verkauft sie Bouquets und fertigt Gestecke für das Spa und die Schiffsrestaurants an. Dem Kapitän beschert sie auch an trüben Tagen rosige Aussichten - mit Sträußen für die Brücke. In Workshops zeigt sie Passagieren, wie Profis Grün arrangieren. Kratzsch liebt ihren Heimathafen Passin, ein Dorf bei Rostock. Genauso sehr schwärmt sie für ihren Arbeitsplatz. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich jeden Tag etwas anderes.“

Eisskulpteur schnitzt Werke zum Vernaschen

Mit einem Küchenmesser kreiert Dizon Neftali jr. Kunst, die den Passagieren schmeckt: Der Philippino schnitzt die Deko, mit der sich die Buffets auf „Mein Schiff 3“ von Tui Cruises schmücken. Seine Werke sind buchstäblich zum Anbeißen und Dahinschmelzen: Aus Gemüse und Früchten fertigt der Küchenkünstler Blüten und Tiere, aus Eis kristallklare Skulpturen. Vom ersten Schnitt bis zum letzten Detail können ihm Gäste dabei zuschauen, denn Neftalis Arbeitsplatz ist das Pooldeck.

Sprachtrainerin paukt Vokabeln mit Barkeepern und Kellnern

Beatrix Westphals Klassenzimmer schwimmt: Die Lehrerin bringt Crewmitgliedern der Tui-Cruises-Flotte Deutsch bei. Während das „Mein Schiff 3“ aufs Nordkap zusteuert, lässt sie Barkeeper und Kellner Vokabeln büffeln. Die Paukerei ist freiwillig, kostenlos und richtet sich vor allem an jene, die täglich Kontakt zu den Kreuzfahrtgästen haben. Weil sich mit guten Deutschkenntnissen die Aufstiegschancen verbessern lassen, sind Westphals Lektionen heiß begehrt. Auch wenn sie selbst zur Crew zählt - eine Uniform muss Beatrix Westphal nicht tragen. Ein Privileg, dass die Sprachtrainerin schätzt. Genauso wie ihren Arbeitsplatz und ihre internationale Schülerschar. Beides möchte sie nicht mehr gegen eine Landschule eintauschen. „Ich bin süchtig geworden. So viele Kulturen und Religionen auf so engem Raum und es funktioniert“, schwärmt sie.

Künstler gibt Kurse für Souvenirmaler

„Malen macht glücklich“ - so lautet das Credo von Burkhardt Noll. Wie sie sich mit Pinsel und Farbe austoben und dabei persönliche Souvenirs erschaffen können, zeigt der Kunstlehrer Kreuzfahrtgästen gern. Seit zwei Jahren heuert Noll, selbst freischaffender Künstler, regelmäßig als Bordmaler auf einem Tui-Schiff an. Ob Kind oder Senior, Anfänger oder Fortgeschrittener: In Nolls Hochsee-Atelier lernt jeder, wie sich Urlaubserinnerungen mit Acryl oder Pastellkreide verewigen lassen.

Antje Bernstein

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