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Lachen, staunen, singen: Spaß im Acht-Minuten-Takt

Stadtmitte Lachen, staunen, singen: Spaß im Acht-Minuten-Takt

Erste Rostocker Theater Theken Nacht überzeugt die zahlreichen Besucher

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Antonia Petri hat Michael Schultz vom Volkstheater am Klavier begleitet. Er hat Liebeslieder aus deutschen Tonfilmen gesungen.

Quelle: Foto: Julia Fischer

Stadtmitte. Gedämpftes Licht und Getuschel im „Lenk’s“. Hinter dem schwarzen Vorhang kommt ein blonder junger Mann hervor, aufgeregt zappelnd. „Hallo, ich gehe davon aus, dass Sie die Freimaurer sind“, begrüßt Valentino Dalle Mura die Gäste. Und wenig später: „Ich habe meine Alte gekillt.“ Der Student der Hochschule für Musik und Theater (HMT) ist einer der Künstler, die am Freitag in 16 Lokalen bei der ersten Theater Theken Nacht aufgetreten sind. Jeder von ihnen hatte acht Minuten Zeit, um die Gäste zum Lachen zu bringen, in Erstaunen zu versetzen oder zum Mitsingen zu bewegen.

 

OZ-Bild

Schauspielstudent Valentino Dalle Mura gehörte am Freitagabend zu den Künstlern, die die Besucher in 16 Rostocker Lokalen bei der ersten Theater Theken Nacht unterhalten hat. Genau acht Minuten dauerte das jeweilige Programm. FOTOS (2): PHILIP SCHÜLERMANN

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Michael Schultz hat im „Besitos“ auch Lieder Max Raabe gesungen.

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„Es war ein wenig gewöhnungsbedürftig“, gesteht Helga Zillmer aus Kühlungsborn nach Dalle Muras Auftritt, „aber ich habe gleich erkannt, dass es Woyzeck ist.“ Die ehemalige Deutschlehrerin wurde von ihrer Enkelin zur Thekennacht eingeladen. Dalle Mura lässt sich von der verhaltenen Reaktion der anderen Gäste nicht unterkriegen: „Normalerweise habe ich ein jüngeres Publikum, die lachen oft über meine Aufführung“, verrät der Student, bevor er sich auf den Weg zum nächsten Lokal macht.

Der nächste Künstler steht schon in den Startlöchern. „In einer Minute bin ich dran“, sagt Florian Welsch, ebenfalls Schauspielstudent, aufgeregt. Mit zwei Gedichten und einer Ballade trifft er den Geschmack des Publikums: Das Gedicht „Der Handschuh“ von Goethe rezitiert er nicht alleine, zahlreiche Stimmen sind aus dem Publikum zu hören. „Es ist toll, sich an einem Abend immer wieder von Neuem beweisen zu können“, erzählt der 24-jährige Student.

„Es ist eine logistische Herausforderung“, ergänzt Tiemo Lenk, Geschäftsführer des „Lenk’s“. Jeder Künstler hat einen eigenen Fahrer und in jedem Lokal müsse ein Klavier vorhanden sein. Und während die Gäste sich über das gerade Gesehen austauschen und Speis und Trank genießen können, heißt es für die Künstler Instrumente einpacken, anziehen, losfahren.

„Der Abend ist sehr abwechslungsreich“, sagt Dieter Gelzer. Der Geschäftsführer einer Nahrungsmittelfirma und seine Frau sind regelmäßig im Volkstheater und verbringen ihre erste Theater Theken Nacht im „Besitos“. „Selten sieht man an einem Abend so unterschiedliche Künstler“, sagt Gelzer. Die Irish Folk Band „Hartbeat“ hätte es ihnen besonders angetan: „Die haben richtig für Stimmung gesorgt.“

Auch die Veranstalter sind begeistert. „Ich bin kein Theatergänger, aber die Idee fand ich von Anfang an toll“, verrät Tiemo Lenk. Besonders die Vielfalt der Künstler und das bunt gemischte Publikum hätten ihm gefallen. „Ich hoffe, dass diejenigen, die da waren, im nächsten Jahr wiederkommen und ihre Freunde mitbringen“, sagt Lenk. Obwohl die Karten für sein Lokal ausverkauft waren, gab es in anderen Bars und Restaurants noch Potenzial für mehr Gäste. Den Mau-Club mussten die Veranstalter aus dem Programm nehmen, weil es dort zu wenige Voranmeldungen gab. „Beim nächsten Mal wird es bestimmt besser, denn jetzt wissen die Rostocker ja, was sie erwartet“, sagt Schauspieldirektor Ralph Reichel optimistisch. Im nächsten Jahr soll es die zweite Theater Theken Nacht geben. Wann, ist aber noch geheim.

Julia Fischer

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