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Landkreis macht Ernst: Illegale Feuerwerke werden geahndet

BAD DOBERAN Landkreis macht Ernst: Illegale Feuerwerke werden geahndet

Raketen am Abendhimmel sind außerhalb von Silvester häufiger Grund von Beschwerden / Hunderte Feuerwerke im Jahr sind nicht genehmigt / Ordnungsamt kontrolliert

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Silvester dürfen Feuerwerke gezündet werden und auch das Jahr über, wenn der Landkreis sie genehmigt. Doch Hunderte Feuerwerke im Jahr sind illegal, so Landkreissprecher Michael Fengler.

Quelle: Detlef Lübke

Bad Doberan. Es ist inzwischen ein Trend, dass für immer mehr Anlässe ein Feuerwerk gezündet wird. Doch die meisten sind illegal. Weil es sich bei Pyrotechnik um Sprengstoff handelt, müssen sie immer beim Kreisordnungsamt beantragt werden. In zwei Fällen hat der Landkreis ein Bußgeld verhängt. Die Verfahren werden vor Gericht verhandelt.

 

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Mit ille- galen Feuer- werken haben wir keine Probleme. Wir sagen vorher der Feuerwehr Bescheid.“Uwe Kahl, Admannshagen-Bargeshagen

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Ich habe 2014 mit den Gemeinde– vertretern beschlossen, dass wir keine Feuerwerke erlauben.“Ulf Lübs, Bürgermeister von Reddelich

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Feuerwerke sind längst keine Besonderheit, obwohl es im Handel offiziell nur zu Silvester Raketen gibt. Bereits 91 Anträge aus dem gesamten Landkreis zum Abfeuern eines Feuerwerkes gingen bisher beim Kreisordnungsamt ein, teilt Landkreissprecher Michael Fengler mit. Die Zahl sei gestiegen, obwohl die Gebühr bereits von 50 auf 75 Euro angehoben wurde. Vor allem in den Sommermonaten sei die Anfrage groß. Zu Silvester müssen keine Anträge gestellt werden. „Es bleibt jedoch festzustellen, dass in jedem Jahr Hunderte nicht genehmigter Feuerwerke im Landkreis Rostock gezündet werden“, so Fengler.

Das ist auch Eduardo Catalán, Bürgermeister der Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen, ein Dorn im Auge. „Beschwerden über illegale Feuerwerke gibt es seit Langem bei uns. Das hat stark zugenommen“, sagt er. In den Räumen, die die Gemeinde für Privatfeten vermietet, sei es vertraglich geregelt, dass Feuerwerke verboten sind. „Die Genehmigung erteilt der Landkreis, aber kontrollieren tut er nicht“, bemängelt er. Zumal es dann abends sei, wo niemand vom Ordnungsamt arbeiten würde.

Und doch hat der Landkreis kürzlich zwei mal Bußgelder in Höhe von jeweils 200 Euro gegen Einwohner verhängt, die illegal Raketen in den Himmel geschossen haben. „Die Verfahren liegen jetzt bei Gericht“, sagt Fengler.

Gerhart Kukla, Ordnungsamtsleiter von Bad Doberan, kritisiert allgemein die Zahl der Feuerwerke in der Stadt. „Bei jeder Privatparty muss heutzutage eins gezündet werden. Das hat Überhand genommen.“

2015 seien es 15 Anträge gewesen. Das Problem: „Genehmigungsbehörde ist der Landkreis. Wir werden nur gefragt, ob etwas dagegen spreche“, so Kukla. Doch dann müssen vernünftige Versagungsgründe vorliegen, was meistens nicht der Fall sei.

In Heiligendamm hat die Stadtverwaltung schon vor Jahren reagiert. Hier gilt: Nicht mehr als sechs Feuerwerke pro Jahr. „Das halten wir so gut es geht auch ein“, so Kukla. Für Doberan fehle eine entsprechende Regelung.

Doch auch kleinere Gemeinden wie Reddelich haben sich klar dagegen ausgesprochen. Nachdem sich dort die Beschwerden gehäuft hatten, hat Bürgermeister Ulf Lübs 2014 in Einvernehmen mit den Gemeindevertretern beschlossen, keine Sondergenehmigungen mehr für Feuerwerke in der Ortslage Reddelich zu erteilen. Das heißt, Feuerwerke sind hier mit Ausnahme an Silvester grundsätzlich nicht erlaubt. Seit 2016 kontrollieren die Ordnungshüter des Landkreises die Einhaltung der Richtlinien. Das Genehmigungsverfahren richtet sich nach dem Sprengstoffgesetz und den damit verbundenen Verordnungen. Der Landkreis verbietet Feuerwerke in Waldgebieten, in unmittelbarer Nähe von reetgedeckten Häusern und zu bestimmten Zeiten in der Nähe geschützter Vogelbrutgebiete.

Die Polizei hat in diesem Jahr fünf Ordnungswidrigkeiten im Bereich der Inspektion Güstrow registriert. Das betreffe aber nur Restknaller vom vergangenen Silvester, teilte ein Sprecher mit.

Allerdings sind Beamte in zehn Fällen auch zu illegalen Feuerwerken gerufen worden – ohne die Verursacher anzutreffen. Infos und das Antragsformular gibt es im Internet auf der Seite des Landkreises.

Katarina Sass

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