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Landschulmuseum will neue Besuchergruppen gewinnen

GÖLDENITZ Landschulmuseum will neue Besuchergruppen gewinnen

Die Göldenitzer Einrichtung feiert jetzt ihr 40-jähriges Bestehen / Viele Lehrer und Schüler nutzen die Angebote / Übernahme durch AFW verlief erfolgreich

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Die Schule wurde im Jahre 1880 errichtet. Das Vorgängergebäude brannte ab.

Göldenitz. Ob Heinrich Georg Hermann Bell jemals gedacht hat, dass seine Landschule, in der er in den Jahren von 1894 bis 1907 die Kinder aus Göldenitz und Umgebung unterrichtete, jemals ein Landschulmuseum wird, weiß niemand. Aber die Zeit des Lehrers Bell ist es, die heute im Landschulmuseum dargestellt wird. Nun besteht das Museum seit 40 Jahren.

Im Jahr 2014 ist das Museum, das dem Landkreis Rostock gehört, in die Trägerschaft des Arbeitsförderungs- und Fortbildungswerkes (AFW) in Rostock gegangen, das es gemeinsam mit dem benachbarten Mini-Land betreut. „Diese Übernahme hat sich als erfolgreich erwiesen“, sagt Heike Volke, Geschäftsführerin des AFW, „wir sind dabei, eine neue Ausstellung zu erarbeiten.“ Man habe das Potenzial der Einrichtung erkannt, sagte die Geschäftsführerin, „und wir werden weiter daran arbeiten, dass das Museum für die Menschen und nicht allein für das Fachpublikum da sein muss.“ Bislang sind dazu schon die ersten Schritte getan. „In der Jubiläumswoche haben wir ein Programm zum Backen angeboten und einen Waschtag, wie er in der Vergangenheit stattgefunden hat“, sagt Doreen Groth, die Landschulmuseum und Mini-Land leitet.

Stephan Kasimirschak und Anne Kühn betreuen das Museum und seine Besucher. Dabei steht natürlich die schulgeschichtliche Forschung im Mittelpunkt. Aber eben auch das Leben auf dem Land, wie es sich um die Schule herum entwickelt hat. „Viele Besucher können es sich gar nicht mehr vorstellen, dass ein Lehrer wie Bell noch eine Landwirtschaft betrieben hat und ein Gehalt von 547 Mark im Jahr bezogen hat“, sagt Kasimirschak.

Aber gerade das landwirtschaftliche Umfeld des Lehrers ermöglicht es den Leuten vom Landschulmuseum auch das Leben und Arbeiten in der Vergangenheit vorzustellen. So gibt es dann verschiedene Projektangebote für Schüler bis zur zehnten Klasse. Kinder lernen in einem Kurs, wie man sich früher auf dem Dorf mit Lebensmitteln versorgt und wie Vorräte angelegt wurden und wie man mit den historischen Küchengeräten umgegangen ist. „Denn das ist gerade ein Vorteil des Landschulmuseums“, sagt Doreen Groth, „dass unser Museum so originalgetreu erhalten geblieben ist.“ Das Aushängeschild des Landschulmuseums allerdings ist die Schulstunde um 1900, die bei allen Gästen immer wieder Anklang findet.

Gefeiert wird das Jubiläum am Sonntag im Kreise geladener Gäste. Zunächst gibt es einen Festakt in der Festscheune des Mini-Landes, anschließend geht es in das Landschulmuseum. Bei der Feier werden Gymnasiasten aus Bad Doberan ein Theaterstück aufführen, bei dem es wiederum um eine historische Schulstunde geht. Vielleicht hätte sich das Lehrer Bell auch einmal gern angesehen.

Mehr Platz im Neubau

Das heutige Museum wurde noch bis in das Jahr 1963 als Schulhaus genutzt. Bis dahin hatte allerdings seine Bedeutung bereits abgenommen, weil eine neue Zentralschule errichtet worden war. Die alte Schule war im Jahr 1878 ein Raub der Flammen geworden, 1880 wurde dann das jetzige Gebäude errichtet. Es bot mehr Platz für die Schüler. Rund um das Klassenzimmer entstanden damals die Wohnräume für die Lehrerfamilie und das Wirtschaftsgebäude.

Michael Schißler

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